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21.12.2010, 14:26

Knoppix mit Fernwartung

Seit ich Archlinux benutze, sehe ich mir eigentlich keine anderen Distros mehr an. Aber Knoppix 6.4 gefällt mir sehr gut. Ich habe es auf einem USB-Stick immer bei mir (und verwende es in diesem Augenblick auf einem alten EeePC). Meine persönlichen Dateien habe ich dabei in Containern auf dem Stick, auf die ich über Truecrypt zugreife. (Dann kann ich sie mir auch mit einem anderen OS ansehen.) Klaus Knopper und Alle, die an Knoppix arbeiten, haben hier wirklich hervorragende Arbeit geleistet.

Das ganze Konzept von Knoppix hat jetzt doch wieder mein Interesse an einer anderen Distribution geweckt, insbesondere im Hinblick auf ein kleines Projekt: Ich möchte auf dem Computer meiner Eltern (beide in ihren 80ern) ein Linux (Knoppix oder der stabile Zweig von Debian) installieren, das ich per Fernwartung betreuen kann. Dabei spielen Sicherheit und Zuverlässigkeit eine besondere Rolle. Das passt vielleicht auch ein bisschen zu ADRIANE.

Für die Betreuung (Datensicherung, Bugfixes, Upgrades, Wiederherstellung von sicheren Konfigurationen) von Installationen älterer Menschen und von Menschen mit Behinderung durch Verwandte oder sonstige Vertrauenspersonen besteht vielleicht auch ein allgemeineres Interesse.

Mir fehlt aber hier noch das nötige Wissen. Kann mir hier jemand im Forum Empfehlungen geben, welche Tools und Services (neben SSH) ich dafür brauche?

Alles Beste
Götz

Verwandter Thread: Fernwartung mit welchen Programm geht es?

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »goetzkluge« (21.12.2010, 17:14)


Beiträge: 1 150

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2

23.12.2010, 13:38

Hi,

Knoppix ist eigentlich eine Live CD, die den Leuten Linux schmackhaft machen soll, oder ermöglichen soll, das wir unser geliebtes Linux auch auf Rechnern benutzen können, die uns nicht gehören.
Da ist das produktive Installieren ist eher weniger Vorteilhaft vor allem durch die ganzen Anpassungen von Klaus Knopper.
Archlinux oder auch ein normales Debian sollten es bringen.
Für Deine Ziele sollte SSH eigentlich ausreichen.
Wenn Du grafische Tools benötigst: X-Forwarding
Musst natürlich die Pfade anpassen, wenn Du keine Debian Basis benutzt.
Das eigentliche Problem sollte sein, wie kannst Du die Rechner übers Internet erreichen oder sogar starten.
Dazu brauchst Du einen Rechner, der immer im Internet ist und z.B. über DynDNS die IP-Adresse verfügbar macht.
Wenn Deine Eltern eine FritzBox haben, dann weiß ich, dass das kein Problem sein sollte.

/* Edit:
Wenn Du nur etwas machen willst, wenn Deine Eltern den Rechner anschalten kann der Rechner auch selber die DynDNS updaten.
Und ein anderes auch noch, Portfreigaben sind natürlich auch nötig.
*/

Viele Grüße
Maxi

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »maxi_king_333« (23.12.2010, 13:44)


RalfonLinux

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3

23.12.2010, 18:49

Hi Götz,

je nachdem wie gut du auf der Kommandozeile bist, reicht die Freigabe eines Ports auf dem DSL-Router deiner Eltern.
Einfach eine forwardrole eintragen, das alle Pakete, welche auf dem Port ankommen, weitergeleitet werden auf den Port 22 des Rechners deiner Eltern.
Sollten sie per PPPoE ins Netz gehen, brauchst du noch nichtmal das, da dann die öffentliche IP direkt auf dem Rechner deiner Eltern anliegt.

Du kannst dann (wenn dir deren IP bekannt ist) mittels

Quellcode

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ssh -C -X -p 12345 support@1.2.3.4
auf deren Rechner zugreifen.
Das Beispiel geht jetzt davon aus, das du einen Benutzer namens support auf dem Rechner deiner Eltern eingerichtet hast.
Deren öffentliche Adresse ist 1.2.3.4, und der SSH lauscht auf Port 12345.
Dort kannst du dann auf der Kommandozeile arbeiten.
Z.B. auch ein

Quellcode

1
xclock &
ausführen.
Du bekommst dann bei dir ein Fenster mit einer Uhr.
Die Anwendung läuft bei ihnen, also deren Zeit, aber die Bildschirmausgabe wird durch das "-X" auf deinen X-Server umgeleitet.

Wenn sie natürlich mit Adriane arbeiten, fällt Grafik flach.

Vllt. solltest du deine Anforderung etwas genauer spezifizieren, damit man dich in die richtige Richtung lenkt.

ich habe mir hier z.B. eine Fernwartung über Bande aufgebaut, da ich
  • nicht davon ausgehen kann, dass mein Gegenüber den Port auf dem DSL-Router freigeschaltet hat, sowie
  • ich keine konfigurierenden Zugriff auf die Firewall/Proxy meines UMTS-Anbieters habe

Somit müssen sich also beide Rechner über einen dritten Rechner im Internet treffen, so ala TeamViewer.

Da mein Gegenüber gerne sehen möchte, was ich tue, darf ich nicht via der für dich vorgeschlagenen Lösung arbeiten, sondern muss VNC benutzen.

Sofern der Gegenüber sein root-Kennwort kennt, kann ich theoretisch jeden Rechner fernwarten, da natürlich VNC-Server installiert werden muss.
Anderenfalls muss ich erst über den SSH-Tunnel den VNC-Server installieren.
Praktisch habe ich's schon mit W2k, W2k3, XP, W7, openSuSE 10.x und 11.x getrieben.



Also wie gesagt, spezifiziere deine Anforderung.

Frohe Weihnachten
Ralf

/* edit: Typos */
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »RalfonLinux« (23.12.2010, 18:54)


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4

26.12.2010, 22:14

Das eigentliche Problem sollte sein, wie kannst Du die Rechner übers Internet erreichen oder sogar starten.
Dazu brauchst Du einen Rechner, der immer im Internet ist und z.B. über DynDNS die IP-Adresse verfügbar macht.
Wenn Deine Eltern eine FritzBox haben, dann weiß ich, dass das kein Problem sein sollte.


Ich habe meinen Rechner über meine Fritz!Box auch mal mit einer dynamischen IP versehen. Ich hatte sehr schnell Besuch. Ich kann das wirklich nicht empfehlen.
Solange so ein Verfahren nicht zusätzlich abgesichert ist, rate ich dringend davon ab. Es sollte zumindest eine getunnelte Verbindung bestehen. Einfach mal "getunnelte verbindung" bei Google eingeben.

Knoppix ist eigentlich eine Live CD, die den Leuten Linux schmackhaft machen soll, oder ermöglichen soll, das wir unser geliebtes Linux auch auf Rechnern benutzen können, die uns nicht gehören.


:rolleyes: Wenn ich mal bedenke, dass ich bisher als einziges Linux-System nur Knoppix benutzt habe. Und das auch fast ausschliesslich als remasterte Live-CD... :whistling:
Aber du hast schon Recht. Wer will schon zugeben, dass ihm der eine oder andere Rechner mit Windows-Betriebssystem gehört. :thumbup: 8o :evil: :evil: :evil:
MfG. Cottonwood.

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5

27.12.2010, 01:11

Zitat

Solange so ein Verfahren nicht zusätzlich abgesichert ist, rate ich dringend davon ab. Es sollte zumindest eine getunnelte Verbindung bestehen
Eine Anmerkung dazu noch:
Wenn die Kommunikation über eine SSH-Verbindung läuft braucht man keinen extra Tunnel, da SSH die Kommunikation ja schon verschlüsselt.
Ansonsten kann man auch prima per SSH einen aufbauen http://wiki.ubuntuusers.de/ssh#SSH-Tunnel.

RalfonLinux

Erleuchteter

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28.12.2010, 17:36

@Cottonwood

Zitat

Ich habe meinen Rechner über meine Fritz!Box auch mal mit einer dynamischen IP versehen.

Das du Besuch auf deinen Rechner bekommst, bleibt nicht aus, wenn du den Port 22 nach aussen frei gibst.
Nimm doch einfach einen unbekannten Port, z.B. 34251.
Alles, was auf der öffentlichen IP bei 34251 aufschlägt, wird intern auf den PC1 Port 22 weitergeleitet.
Wenn du deiner Fritz dann noch abgewöhnst, auf einen ICMP-Request zu antworten, hast du Ruhe.
Es müßte dann schon jemand explizit deine IP und den verwendeten Port kennen.

Wenn du deinen Rechner natürlich direkt ins Internet stellst, solltest du schon eine funktionierende Firewall haben.

Zitat

Aber du hast schon Recht. Wer will schon zugeben, dass ihm der eine oder andere Rechner mit Windows-Betriebssystem gehört.

Du weißt aber schon, dass KNOPPIX nicht Linux ist ?
KNOPPIX ist KEINE Linux-Distribution, welche als Installation auf einem Rechner verbleiben sollte.
Nur weil ich kein KNOPPIX auf dem Rechner habe, muss ich kein Windows verwenden.
KNOPPIX ist nur zum "Anmachen", eine Linux-Distribution erfährt regelmäßig Updates, und nicht nur einmal im Jahr.
Ich "besitze" 3 VMs mit Windows, arbeite aber ausschließlich unter Linux (openSuSE).
Die VMs sind zur Entwicklung von VB, bzw. GPO-Test, etc.
Weiterhin bin ich Herr über ca. 100 Windows-Server, und gebe zu, dass ich damit mein Geld verdiene.

KNOPPIX ist nicht der Nabel der Welt, damit kannst du aber gut die Mausschubser beeindrucken. ("Wieso hat Ralf schon Windows7, und wir arbeiten noch mit XP", und das nur, weil ich ihnen mal den Compiz-Würfel unter Linux gezeigt habe)

Viele Grüße
Ralf
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28.12.2010, 20:01

Zitat

Du weißt aber schon, dass KNOPPIX nicht Linux ist ?
Jedes System, das einen Linux-Kernel verwendet ist ein Linux.
Und wenn es der Toaster um die Ecke ist...

RalfonLinux

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30.12.2010, 15:12

Zitat

Jedes System, das einen Linux-Kernel verwendet ist ein Linux.
Und wenn es der Toaster um die Ecke ist...


Ich glaube ja eher, dass es sich dabei um ein auf Linux-basierendes System handelt, i.d.Fall also ein Toaster.
Die Waschmaschine und die Mikrowelle unter Linux sind ja ebenfalls "nur" auf Linux-Basierende Systeme
Sonst könnte man im Umkehrschluss ja auch behaupten:
  • Toaster = Linux (A=L)
  • Waschmaschine = Linux (B=L)
  • Mikrowelle = Linux (C=L)

daraus folgt( A=B=C=L) also Waschmaschine = Mikrowelle = Toaster

Dann versuch doch mal, deine Socken in der Mikrowelle sauber zu bekommen ;)

Ralf
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30.12.2010, 15:44

Zitat

Jedes System, das einen Linux-Kernel verwendet ist ein Linux.
Und wenn es der Toaster um die Ecke ist...
Die System, sprich die Software, die auf den Geräten läuft ist Linux, also sind all diese Geräte Linux-Geräte.
Natürlich machen sie unterschiedliche Dinge.

Zitat

Nur weil ich kein KNOPPIX auf dem Rechner habe, muss ich kein Windows verwenden.
KNOPPIX ist nur zum "Anmachen", eine Linux-Distribution erfährt regelmäßig Updates, und nicht nur einmal im Jahr.
Da gebe ich Dir natürlich voll und ganz Recht.
Aber trotzdem ist Knoppix Linux und Ubuntu auch und der Toster, die Waschmaschine und die Mikrowelle auch.
Alle sind sie Linuxe mit verschiedenen Aufgaben, da sieht man den größten Vor- und Nachteil von Linux.
Es läuft fast überall aber die System sind so unterschiedlich, dass es /* Edit: fast */ unmöglich ist ein Programm für Linux zu machen.
Laut der Linux Foundation darf sich jedes Linux-Kernel basierte System ein Linux nennen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »maxi_king_333« (30.12.2010, 16:54)


RalfonLinux

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10

31.12.2010, 18:05

Hi Maxi

Zitat

Laut der Linux Foundation darf sich jedes Linux-Kernel basierte System ein Linux nennen.
Rechtsanwalt gefrühstückt ? ?(

Rein rechtlich wirst du wohl Recht haben, aber versuch mal der Hausfrau zu erklären, das ihre Mikrowelle, Toaster und Waschmaschine das gleiche sind.
Wenn sie alle von Miele kommen, versteht wie es noch am Besten, das ist ein Hersteller, ein gemeinsamer Wissenspool.
Da die Hausfrau aber eine saubere Wäsche haben möchte, ihre Suppe aufwärmen, und Toast dazu esssen möchte, ist es ihr egal, von wem die Geräte kommen, hauptsache sie erfüllen ihre Funktion.
Sie macht die Bezeichnung also an der Funktion fest.

Ein debian, slackware, Ubuntu, openSuSE, RedHat, KNOPPIX, puppy, DSL, .... haben alle eine gemeinsamen Wissenspool, Linux.
Sie sind aber nicht Linux, sondern mehrere verschiedene Darstellungsformen von Linux.
Eine Volldistribution (z.B. openSuSE und CentOS) wären dann vergleichbar mit der 1700UminPremium-Waschmaschine, und der 1800Umin-Experten-Waschmaschine.
Beide machen das gleiche, haben aber doch Unterschiede.

Ein Puppy und ein DSL wären dann Toaster mit Brötchenaufsatz, und ein Langschlitztoaster.
Beide machen Brot warm, können aber keine Wäsche waschen.
Dafür sind sie nicht gedacht. Kommen aber alle von Miele, ähh Linux.

Zitat

Es läuft fast überall aber die System sind so unterschiedlich, dass es /* Edit: fast */ unmöglich ist ein Programm für Linux zu machen.

Genau so stimmt das aber nicht.
Sofern sich die Distributionen an einen gewissen Standart halten (Stichwort LSB) wäre eine Installation einer Software kein Problem.
Solange LSB aber nicht verbindlich ist, ist es deine Aufgabe als Programmierer die entsprechenden Conf's aufzubauen und zu beachten.
Fehlende Dateien werden über ein Paket-Management-System verwaltet, Pfadangaben können zur Not ausgelesen und in einer Conf gespeichert werden.


Wir schweifen aber sowas von weit ab.
Das Hauptthema ging um Fernwartung von Götz seinen Eltern ( oder deren Rechner, oder so...)

Aber entweder sitzt er bei seinen Eltern fest, oder das Problem hat sich schon erledigt, er war seit dem 21.12.2010 nicht mehr angemeldet.

Nun ist aber Schluß, es ist 18:00Uhr, Silvester, und ich habe endlich Feierabend.

Guten Rutsch, nehmt die Finger schnell genug weg, übertreibt es nicht mit dem Alk
Ralf
Auf Wunsch gibt es nur noch Text und keine Bilder mehr in der Signatur.
Keine ? ....... :evil:

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »RalfonLinux« (31.12.2010, 18:11)


Beiträge: 1 150

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11

01.01.2011, 02:08

Aber gut, noch eines zum Thema Alk und Waschmaschine, wenn da Linux drauf läuft, wieso dann nur waschen?
Temperatursteuerung und co. mach das Ding zu einer perfekten Bierbrauerei, habe da sogar irgendwo mal einen Bericht drüber gelesen.
/* Edit:
Habe den Link wieder gefunden: http://www.wambier.de/michael/brauen/index.htm
Wenn da Linux drauf wäre bräuchte er den Rechner nicht...
*/
Also bietet mir Linux die Freiheit zu machen, was immer ich mit einem Gerät machen möchte, wenn die Hardware es zulässt.
Linux kann aber eben mit der geeigneten Hardware waschen, bügeln, putzen, toasten, Kaffee kochen, Bier brauen, einen Router steuern meinen Rechner bedienbar machen und meinen Fernseher zum Anzeigen bringen.

Wie dem auch sei, Dir auch ein frohes Neues, auf das Linux endlich auch auf dem Desktop seinen Siegeszug beginnt!

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