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1

05.09.2017, 22:42

7.7.1DE scheitert am starten der grafischen Oberfläche bei boot von hd

Hallo liebe Knoppix Gemeinde,
das Knoppix auf meinem hd startet bis zum Pinguin, der dann abwechselnd mit einem schwarzen Bildschirm blinkt.
Die Schrift auf diesem schwarzen Bildschirm kann ich leider nicht entziffern, da dieser nur sehr kurz zu sehen ist.
Anschließend erscheint die Meldung "x1 respawning too fast: disabled for 5 min".
Habe ich meine Installation zerstört?
Ich habe keinen sound über hdmi und habe in einem offensichtlich schädlichen Versuch das zu ändern sudo apt-get update in ein lxterminal eingegeben. Außerdem zwei weitere Zeilen an die ich mich nicht genau erinnern kann. Ich glaube das waren sudo apt-get install pulseaudio und sudo apt-get install pavucontrol oder so ähnlich.
Der Start von meiner DVD funktioniert nach wie vor einwandfrei. Die diversen "cheatcodes", die ich mit F3 in den Bootoptionen gefunden habe hab ich schon ausprobiert. Leider ohne Erfolg.
Kann man das wieder in Ordnung bringen, oder sollte ich meine Dokumente sichern und mir was anderes auf meine hd installieren? Ubuntu? War bis vor 2 Wochen reiner Windows Nutzer und habe nur mal vor ein paar Jahren kurzzeitig mit einer Linux Distribution herumgespielt.
bitte lasst mich mitlachen, falls ich mich besonders dumm anstelle
schönen Abend
rudi

ubuntuli

Fortgeschrittener

Beiträge: 388

Geschlecht: Männlich

2

06.09.2017, 00:20

Hallo sheyrudi.
Das Hintergrund-Bild für den Desktop ist im Ordner /KNOPPIX/background.jpg

Du kannst Knoppix und Ubuntu auf 2 Partitionen HD installieren.
Dazu kann ich dir Tipps geben.
Ich habe Knoppix 7,6 und Ubuntu 14.04 auf HD.
Knoppix 7.7 hatte ich auf USB getestet, war für mich nicht zufriedenstellend.

3

06.09.2017, 02:05

Willkommen in der Freien Welt.

Wie du gleich sehen kannst, ist eines der ersten und wichtigsten Dinge, dass es fast immer und zu allem mehrere Möglichkeiten gibt. Es gibt nicht immer nur richtig oder falsch, sondern es gibt eine große Auswahl unterschiedlicher Lösungen und dementsprechend auch viele verschiedene Meinungen.

Grundsätzlich kann man zwei Ansätze unterscheiden.
Der Nutzer, der seine Freiheit genießt und möglichst viele Entscheidungen selbst treffen möchte und jenen Nutzer, der einfach nur irgendein System nutzen möchte und sich darüber freut, wenn möglichst viel bereits vor-eingerichtet ist und out of the Box läuft.
Für letzteren Typ ist Ubuntu eine sehr gute Wahl, wobei man hier erklären sollte, dass Ubuntu mehrdeutig ist. Zum Einen ist es der Name einer bestimmten Version und sodann ein Oberbegriff für viele Verschiedene "Unterversionen". Ein Prinzip für Ubuntu ist es gewesen, genau eine Anwendung für jede Aufgabe zu bieten und auf diese Weise relativ schlanke Systeme zu ermöglichen. Deshalb gibt es neben Ubuntu auch Kubuntu mit dem Desktop-Environment KDE oder Xubuntu mit XFCE oder Lubuntu mit LXDE und so weiter. Darüber informiert man sich am Besten im Netz bei Ubuntu selbst, um einen entsprechenden Überblick zu erhalten.
Wichtig ist vielleicht, dass man grundsätzlich auch jede Version erweitern oder Umbauen kann.
Alle genannten Versionen sind Endanwendergerecht und bieten etliche Automatismen, die einem das Leben im Land der Freien leichter machen, die einem aber auch die Freude nehmen, selbst Entscheidungen zu treffen.
Wer eher darauf steht, selbst zu wählen, steht natürlich vor der Hürde, dass eine gewisse Mindestkompetenz erforderlich ist. Zumindest sollte man grundsätzlich wissen, was man denn überhaupt wählen kann. Auch hier macht einem Ubuntu das Leben ziemlich leicht, man kann nämlich mit minimalem Wissen ein komplettes System nach seinem Geschmack zusammen stellen.
Deutlich schwieriger ist das bei vielen anderen Distributionen. Ich nenne mal Arch-Linux. Hier ist nur sehr wenig automatisiert und fest gelegt und entsprechend groß ist die Aufgabe für den Nutzer, sein System zusammen zu stellen und passend zu konfigurieren. Wer sich da heran traut, muss viel lesen und lernen.

Allen diesen Distributionen gemeinsam sind die vielen Programme mit offen zugänglichem, Freiem Code.
Ein Gimp oder LibreOffice ist unter Arch nicht anders (hat auch die gleichen Fehler), wie unter Ubuntu, Debian, Knoppix usw.
Deshalb ist es mir auch nie klar gewesen, weshalb man sich mit mehreren Systemen herum schlagen möchte und sie auch noch gleichzeitig installiert, was natürlich bedeutet, dass man sie nur abwechselnd nutzen kann.
Wenn man neugierig ist und sich etwas ansehen möchte, sind Virtuelle Maschinen eine gute Wahl. Man muss nicht gleich alles auf einen PC installieren.

Knoppix ist überhaupt kein System zum Installieren. Dafür ist es nicht gemacht.
Es ist ein Live-System und hat dafür einige sehr spezielle Techniken und Tricks. Diese braucht ein installiertes System nicht. Hauptsächlich ist es aber eingefroren. Das ist für einen Anfänger schwer zu verstehen und für mich nicht einfach zu erklären.
Der eben erwähnte offene Code in der Freien Welt wird ständig entwickelt. Wirklich ständig. Manchmal ändern sich die Quellen von Programmen sogar mehrfach täglich. Eine Distribution hat in der Regel fertige Pakete zur Installation vorbereitet, ein Anwender muss nicht mehr selbst aus dem Quellcode seine Programme kompilieren. Pakete funktionieren sehr viel schneller und einfacher, man muss allerdings dabei dann auch mit den vorgefassten Optionen leben. Fast alle Anwender leben heute mit Paketen.
Diese Pakete werden von den Distributionen also aus Quellen gebaut und zwar zu bestimmten Terminen. Also vielleicht einmal in der Woche oder einmal im Monat oder so. Beinahe jede Distribution hat heute Automatismen an Bord, die regelmäßig in den Paketdatenbanken nach vorhandenen Updates suchen und dann vorschlagen, die installierten Programme zu erneuern. Man kann das auch manuell erledigen. Dazu dient bei Debian so ein Befehl, wie du ihn genutzt hast. Debian nutzt dieses apt als Pakete-Werkzeug. Ubuntu ist ein Debian und Knoppix ist ein Debian.
Ubuntu hat eigene Paketdatenbanken, meist mit neueren Versionen, als bei Debian zu finden. Debian ist relativ zurückhaltend und will nur ausgiebig getestete Pakete auch veröffentlichen. Deshalb sind die fast immer veraltet. Knoppix nimmt die Debian-Pakete und ergänzt diese um einige Datenbanken mit neueren Versionen und mit eigenen Tools.
Nun wird zu einem Zeitpunkt, wenn eine Knoppix-DVD zusammengestellt wird, von den Entwicklern dieser Stand auf Vordermann gebracht und dann für die jeweilige Live-Version festgeschrieben.
Die "HD-Installation" eines Knoppix ist eigentlich keine echte Installation.
Es wird das laufende Live-System auf ein Medium kopiert und dabei bleiben fast alle Mechanismen erhalten, die nur für ein Live-System sinnvoll sind und es kommen keine Mechanismen hinzu, die ein installiertes System normalerweise für seine Wartung mitliefert.
Man hat da nun einen Zustand von Paketen, die mal gut zusammen gepasst hatten.
Man kann jetzt die üblichen Update-Kommandos ausführen, aber man läuft sehr schnell Gefahr, dass Pakete nicht mehr zusammen passen. Knoppix kümmert sich nämlich immer nur für eine neue Live-DVD darum, dass hier Einigkeit herrscht. Es betreibt keine Paket-Pflege, wie bei normalen Distributionen. Irgendwann ist deshalb ein HD-insatalliertes Knoppix nicht mehr aktuell, es kann nicht gewartet werden und kann sogar ein Sicherheitsrisiko werden. Die Entwicklung bei Debian geht weiter, ist aber nicht mit Knoppix synchron. Knoppix sitzt auf dem alten Debian-Zweig, mit dem es einst gebaut wurde und wenn Debian den Zweig nicht mehr unterstützt, kann man nicht einfach auf einen neueren Zweig wechseln (was man bei einem installierten Debian durchaus könnte, wenn man nicht auch zusätzliche Paketquellen aufgenommen hat, die nicht synchronisiert werden).
Knoppix ist einfach nicht für eine HD-Installation gemacht, es sollte so nicht benutzt werden und das wird einem auch auf der Knoppix-Seite erklärt.

Ich sage das nochmal. Es ist auch vollkommen egal, ob ein Programm jetzt auf einem Debian-System läuft, das dann Knoppix genannt wird oder auf einem anderen, das sich Ubuntu nennt oder Mint oder was auch immer.
Die Distributionen unterscheiden sich ein wenig in der Voreinstellung und in den mitgelieferten Werkzeugen zur System-Verwaltung und vielleicht in der Anzahl verfügbarer Pakete oder in den verfügbaren Versionen.
Ubuntu ist recht aktuell, hat einfache Werkzeuge und sehr viele Pakete zur Auswahl. Ich kann das einem Beginner wirklich nur wärmstens empfehlen und zwar vor allem auch wegen zwei weiteren, wichtigen Tatsachen. Es gibt eine sehr gute Dokumentation und ein emsiges Forum, wo einem gerne geholfen wird und beides in Deutsch.

Die Entstörung deiner Installation ist schwierig.
Vor allem auch, weil Knoppix eigene Mechanismen nutzt und beim Xserver nicht nur auf Standards setzt. Stell es dir so vor, dass man einem installierten System ja sagt, aus welchen Komponenten es besteht. Das wird konfiguriert. Knoppix hat kein festes System, es ist nie installiert und findet seine Konfiguration beim Booten immer von selbst und immer wieder von Neuem. Einige Mechanismen die in Knoppix genutzt werden blenden bewusst einige Neuerungen bei Debian aus. Debian setzt auf systemd und das geht mit Knoppix nicht gut. Alleine das ist ein Grund, weswegen vor allem Systemnahe Programme nicht erneuert oder zusätzlich installiert werden sollten. Es kann dabei einiges zu Bruch gehen. Und das ist nicht leicht zu finden und schon gar nicht einem Neuling plausibel zu beschreiben.
Es ist sicher einfacher, ein Ubuntu neu zu installieren. Sehr viel einfacher.

4

06.09.2017, 13:00

Vielen Dank lieber pit23a,
Knoppix habe ich eigentlich auch nur ausgewählt, da ich ein Live-System brauchte. Einerseits war ich von der Tatsache schockiert, dass ein Familienmitglied immer noch Vista verwendet und das auch noch einschließlich online-banking und suche hierfür eine sichere Lösung.
Andererseits hatte ich nur die allerwichtigsten Daten auf meiner alten, jetzt defekten hd gesichert und wollte nachschauen, ob ich darauf noch was brauchbares finde.
Die Installation von Knoppix auf der neuen hd meines Laptops war primär als Übergangslösung zu Lernzwecken gedacht. Ich wollte mich nicht noch mehr überfordern und versuchen den Umgang mit 2 verschiedenen Distributionen gleichzeitig zu erlernen.
Schätze es ist Zeit mich einzulesen, welche Ubuntu Version ich auf meiner Festplatte haben will.
Tolle, umfangreiche und verständliche Antwort.
Vielen Dank und einen schönen Tag
rudi

5

06.09.2017, 20:33

Rat zur Ubuntu Version

Um nicht falsch verstanden zu werden: ich selbst nutze kein Ubuntu und kenne mich auch nicht super gut damit aus, überhaupt nutze ich quasi kein Linux aktiv. Für mich selbst habe ich aber einige Wochen tiefer in Ubuntu hinein geblickt und versucht, ein wenig davon zu verstehen. Außerdem habe ich in den letzten Monaten mehrere Installationen für Bekannte durchgeführt, hauptsächlich, weil sie auf älteren Macs nicht mehr das dort gebrauchte System updaten wollten.
Wie Debian, nutzt auch Ubuntu systemd und das wird sich wohl auch in den meisten Linux-Distributionen durchsetzen und ist, nebenher gesagt, für mich einer der Gründe, weshalb Linux für mich immer unwahrscheinlicher als Betriebssystem wird. ich bin eher konservativ und bleibe sicher fest gefahren bei meinem FreeBSD, was hier allerdings nichts zur Sache tut.
Systemd ist derzeit noch in heftiger Entwicklung. Es steht zu erwarten, dass sehr viele Änderungen in laufenden Systemen sich alleine deshalb etablieren werden. Von experimentellen Versionen würde ich deshalb grundsätzlich abraten, wenn es nicht einen guten Grund dafür gibt, sich das antun zu wollen. Die letzte Version, die noch kaum von systemd berührt ist, war 14.xy und davon gibt es noch immer unterstützte Versionen. Ubuntu hat nämlich so genannte LTS-Versionen, die lange Zeit unterstützt werden. Ich glaube, alle zwei Jahre gibt es solche LTS-Versionen, aber das findest du ja leicht heraus. Ich rate unbedingt dazu, sich hier einzudecken. Man muss meist nicht immer die wirklich aktuellsten Dinge haben. Leicht abgehangen hat durchaus Vorteile. Und dauernd neu installieren, ist bei guten System auch gar nicht nötig. Die kann man pflegen und erhalten.
Meine letzten Erfahrungen waren mit einer Version 16.xy LTS auf zwei Mac-Books und die lief sehr gut und flott und konnte von der Funktionalität sehr gut überzeugen.

Der beste Anfang ist sicher dies: https://wiki.ubuntuusers.de/Startseite/


Have Fun...

6

06.09.2017, 20:34

Gleiches Problem beim Start vom USB-Stick. Der Versuch Knoppix über USB zu starten um im DVD-Laufwerk Platz zum Brennen zu schaffen liefert das gleiche Ergebnis, wie der Start von der Festplatte.
An der USB Installation hab ich aber nicht rumgepfuscht. Die hab ich um das sicher zu stellen gerade mittels DVD nochmal neu gemacht.
Gleiche Knoppix Version, gleiche Hardware. Letzte Woche liefs, jetzt läufts nichtmehr.

7

07.09.2017, 00:44

von DVD gehts, von USB-Stick nicht?

Wie hast du Knoppix auf den USB-Stick gebracht? Der übliche Weg ist aus einer laufenden Live-Sitzung mittels Knoppix-Menüpunkt "Flash-Install". Dabei kann man außerdem auch eine Overlay-Partition zusätzlich anlegen lassen, was recht komfortabel ist.
Bei dieser Art der Installation wird der Stick formatiert, das Knoppix-Image von der DVD unverändert auf den Stick gebracht (gepackt, in zwei Teilen) und dann eine neue Bootumgebung angelegt, die eben für USB-Sticks funktioniert (mittels Syslinux).
Dabei kann ich mir dann adhoc nicht vorstellen, dass sich ein Stick anders verhält, als eine DVD, weil alles identisch ist.

Es kann grundsätzlich natürlich immer sein, dass Knoppix mit deiner HW nicht hinkommt. Das kann sogar der Fall sein, wenn es letzte Woche noch ging, weil manche Settings ein wenig geraten werden. Aber ich denke, dass wir das zunächst mal ausschließen sollten. Zunächst ging es letzte Woche noch, aber dann geht es ja noch immer von der DVD.

Wählt man statt "Flash-Install" im Knoppix-Menü "HD-Install", dann wird das laufende Knoppix nicht als Image installiert, sondern es werden die ausgepackten Teile direkt aus dem System heraus kopiert. Jedoch bleibt dabei ein Teil der frühen HW-Erkennung und Knoppix-Konfiguration auf der Strecke. Ganz zu Anfang bootet Knoppix ein busybox und führt damit bereits einige Konfigurationen durch und der Teil wird komplett nicht mit kopiert. Ich weiß auf Anhieb nicht, welche Änderungen das evtl hinsichtlich des Xservers bewirkt, aber es kann sehr wohl einen Unterschied machen und deshalb sollte man die Installationsart zunächst mal klären.

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