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1

26.09.2017, 11:33

Habe keinen Ton

Hallo zusammen,
habe das aktuelle Knoppix 7.7.1. installiert.
Soweit
klappt alles gut.
Nur der Ton ist nicht vorhanden.
So habe ich den
alsamixer aufgerufen.
Die Karte "HDA-Intel" habe ich auch gefunden.

Verschiedene Versuche mit dem Alsamixer ergaben keine Besserung.
Auch
ein Besuch der HDA site im Wiki von ubuntuusers brachte noch keine
Besserung, da ich da nicht ganz durchsteige.

Mein Rechner ist ein Notebook von Acer.
Vermutlich gibt es da
Probleme mit dem eingebauten Soundchip.
Ich komme da aber nun nicht
mehr weiter mit meinem kleinen EDV-Latinum.

Kann mir bitte jemand helfen. :rolleyes:

pit234a

Fortgeschrittener

2

26.09.2017, 14:36

habe das aktuelle Knoppix 7.7.1. installiert.

Warum? Wie? Wohin? Oder so ähnlich. Siehe dazu vielleicht auch meinen Beitrag "Wie Knoppix geht, Remastering und Installation" usb stick DUPLIKAT BACKUP clonen ??
Weil es unter dem Begriff "Installation" unterschiedliche Interpretationen bei Knoppix gibt, ist das wesentlich für eine Fehlersuche. Geht der Sound auch nicht, wenn Knoppix live läuft?

Die Karte "HDA-Intel" habe ich auch gefunden.

Nur in der Alsa-Mixer GUI? Oder hast du auch sonst danach gesucht?

Auch ein Besuch der HDA site im Wiki von ubuntuusers brachte noch keine Besserung, da ich da nicht ganz durchsteige.

Das ist ziemlich schlecht, weil dieses Wiki im Allgemeinen ziemlich gut ist. Meinst du diesen Beitrag? https://wiki.ubuntuusers.de/Soundkarten_konfigurieren/HDA/
Was davon hast du versucht? Soviel ich sehe, gibt es für Knoppix kein alsa-base und deshalb kann nicht alles aus dem Ubuntu-Wiki umgesetzt werden. Den Namen der erkannten Soundkarte kann man aber ablesen.

Kann mir bitte jemand helfen.

Das ist sehr fraglich.
Es kann sein, dass es Unterstützung für deinen SoundChip gibt. Knoppix findet das normalerweise gut heraus und konfiguriert sich selbst richtig. Wenn es das nicht schaffte, ist die Chance für einen Neuling im Land der Freien sehr gering, dies manuell besser machen zu können. Manchmal geht es einfach gar nicht und wer keine Erfahrung hat, kann nur schwer den Unterschied zwischen eigenen Fehlern und generellen Problemen erfassen. Das gilt ganz besonders für ein im Sinne eines von mir als Regulären Installation bezeichneten Knoppix. Es kann da was gemacht werden, bei Live-Versionen eher nicht. Aber dafür gibt es keinerlei eingebaute und mitgelieferte Automatismen und auch keine Dokumentation. Knoppix ist nicht dafür gemacht.
Der Weg ist steinig, steiniger als bei Ubuntu beschrieben.

3

26.09.2017, 23:55

Habe keinen Ton

Hallo pit234a,

Knoppix "auf Flash kopiert", also auf eine interne Festplatte kopiert, wen ich Deine Ausführungen richtig verstanden habe.
Also eine bootfähige Kopie von Knoppix auf die Festplatte mit Overlay als separate Partition ohne Verschlüsselung erzeugt.
Die Kopie liegt nun auf der Partition /dev/sda:
Als installationsmethode wurde FAT 32 mit zusätzlicher Overlay-Partition gewählt. Der Datenträger wurde vor Kopie neu partitioniert.. Die Größe der Partition ist 109.384 MB. Das sollte reichen.

Knoppix konnte ich dann auch von der Festplatte booten.
Dann versuchte ich die Soundkarte ausfindig zu machen und fand diese auch über den alsamixer-GUI. Ich habe auch nur dort gesucht. Wo könnte ich noch suchen?
Die Karte wird dort angezeigt. Die Ausleseprozedur um den chip-Codec-Typ herauszufinden klappte mit dem unter ubuntuusers angegebenen Befehlt nicht.
Da werde ich nochmals ausprobieren. Vielleicht habe ich da auch einen Eingabefehler gemacht. Das sollte doch der richtige Weg sein um die richtigen Einstellungen im Chip vornehmen zu können. Wo finde ich den die txt-Datei (ALSA-Configurationsdatei)? Oder die txt-Datei (HD-Audio-Models.txt) wie bei ubuntuusers angegeben?

Ich werde es auf alle fälle nochmal probieren die Soundkarte mit dem System zu verbinden, bzw. anzusprechen. Das sollte doch machbar sein.

Der Ton funktioiniert im übrigen auch nicht wenn Knoppix von der DVD aus gebootet wird.

Danke für die Hilfe. :)

pit234a

Fortgeschrittener

4

27.09.2017, 09:06

als Tip: wenn du direkt mit Knoppix unter Wegs bist, dann kannst du die Einträge vom Ubuntu-Wiki einfach mit der Maus markieren und dann in einem Terminal mittels mittlerer Mausklick eingeben. Das vermeidet Schreibfehler.
Manche Sachen gehen nicht direkt, weil es für Knoppix angepasst werden muss.

Ich bin da wirklich kein Guru und kenne mich mit Linux auch nicht aus. Mein System ist "Art-verwand" , aber es arbeitet vollkommen anders mit Geräten. Ich lese also auch nur das, was ich im Ubuntu-Wiki dazu sehe und ich zeige mal, wie die Ausgabe auf einem Laptop unter Knoppix aussieht:

Quellcode

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knoppix@Microknoppix:~$ cat /proc/asound/cards
 0 [PCH            ]: HDA-Intel - HDA Intel PCH
                      HDA Intel PCH at 0xf2d30000 irq 30
knoppix@Microknoppix:~$ head -n 1 /proc/asound/card0/codec*
==> /proc/asound/card0/codec#0 <==
Codec: Realtek ALC269VB

==> /proc/asound/card0/codec#3 <==
Codec: Intel PantherPoint HDMI
Diese beiden ersten Befehle sollten also auch bei dir ein Ergebnis zeigen.
Das Nachsehen in den beiden Text-Dateien wird nicht funktionieren, weil diese offenbar in Knoppix nicht vorhanden sind. Ich nehme an, dass sie Bestandteil des Paketes alsa-base sind, das im Ubuntu-Wiki zuerst mal installiert wird und das es aus den Paketquellen von Knoppix so mal nicht gibt.
Weiter unten im Ubuntu-Text sind aber Beispiele genannt. Wenn du Glück hast, ist bei dir eine Karte aus diesen Beispielen verbaut und du kannst dann diese Optionen direkt nehmen, anstatt aus den Texten zu lesen. Was den Codec angeht, muss dann vielleicht auch noch geraten werden.

Eine weitere Möglichkeit, etwas über die Soundkarte zu finden, ist der Befehl lspci. Du kannst einfach lspci eingeben, oder mit lspci -v eine ausgiebigere Information erhalten. Der Text wird dann etwas unübersichtlich. Ich zeige das mal mit einem einfachen Filter:

Quellcode

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knoppix@Microknoppix:~$ lspci -v | grep -A 6 Audio
00:1b.0 Audio device: Intel Corporation 7 Series/C210 Series Chipset Family High Definition Audio Controller (rev 04)
	Subsystem: Fujitsu Limited. 7 Series/C210 Series Chipset Family High Definition Audio Controller
	Flags: bus master, fast devsel, latency 0, IRQ 30
	Memory at f2d30000 (64-bit, non-prefetchable) [size=16K]
	Capabilities: <access denied>
	Kernel driver in use: snd_hda_intel
	Kernel modules: snd_hda_intel
grep filtert Zeilen, die den Begriff Audio enthalten und mit A 6 nehme ich die nächsten 6 Zeilen nach dem Begriff noch hinzu. Das wusste ich aber nicht, das habe ich erst in der kompletten Ausgabe gesehen. Du kannst also lspci -v aufrufen und nach etwas ähnlichem sehen.

Natürlich: meine Sound-Karte wird erkannt und Module geladen und so behandelt, dass es funktioniert.
Wenn bei dir gar keine erkannt wird, dann wirst du damit Pech haben und dann wird das Problem auch nicht zu lösen sein. Zusätzliche Module in ein Knoppix einbauen, dürfte recht kompliziert sein.
Die Chance, auf die wir hier im Augenblick zielen, ist ziemlich klein. Dass nämlich deine Karte durch eine recht einfache Manipulation im Treiber zur Funktion gebracht werden kann, wie auf der Ubuntu-Seite beschrieben. Es gibt aber wesentlich mehr Ursachen für nicht funktionierenden Sound.

Für mehr habe ich nun grad keine Zeit, aber später möchte ich da noch was zur Installation von Konoppix sagen.

pit234a

Fortgeschrittener

5

27.09.2017, 15:07

Knoppix installiert benutzen, eine Erklärung für Anfänger

Ich richte mich mal an jemanden, der die Freie Welt noch nicht kennen gelernt hat. Wahrscheinlich geht es ja den meisten Nutzern von PCs so ähnlich, dass sie irgendeinen PC kaufen und einschalten und sich dann in einem Microsoft Betriebssystem wiederfinden. Es kommt ihnen selbstverständlich vor, dass Computer eben so sein müssen und sie sind auch nur bereit, genau den Umgang mit diesem System zu erlernen und das meist auch gerade so weit, wie das unbedingt nötig ist. Das ist auch sehr vernünftig, denn es kann und soll nicht jeder den Umgang mit einem Betriebssystem zu seinem Hobby machen. Microsoft ist eines von vielen Unternehmen, die SoftWare produzieren. Diese SW ist geheim. Viele SW-Unternehmen verdienen damit Geld, dass sie die Benutzung ihrer SW unter Lizenz stellen und sich dafür bezahlen lassen. Einen Besitzanspruch an dieser SW erwirbt man mit dem Kauf nicht und die Nutzung ist auch recht eingeschränkt.
Im Gegenzug dazu entwickelt sich Freie SoftWare unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Kein Code ist geheim. Unter diversen Lizenzen hat jeder das Recht, die SW zu studieren und zu sehen, wie sie funktioniert. Dieses Modell hat seit es besteht sehr viele Anwender begeistert. Aber, diese Anwender waren auch zu Anfang jedenfalls selbst kundige Leute, die mit dem Programmcode umgehen konnten. Sie benutzten ihn nicht nur, sie steuerten auch Verbesserungen bei und halfen so zu einem ständigen Ausbau der verfügbaren Programme.
Nur, wo es so viel Eifer und keine eindämmende Macht gibt, da wächst auch schnell Unordnung und Neulinge können nicht mehr einfach durch blicken.
Es gab dabei keine Zielgruppe für eine gerichtete Entwicklung, man arbeitete an der SW, weil man es eben wollte und weil man selbst für gut fand und freute sich vielleicht, wenn andere das eigene Produkt ebenfalls gut fanden, da man aber nichts daran verdiente, war es letztlich auch nicht soo wichtig. Die Programme wurden nicht mit dem Ziel geschrieben, dass ein unbedarfter Endanwender sie einfach einsetzen konnte.
Microsoft hatte mit seinen Betriebssystemen und Programmen immer den unbedarften Endanwender im Blick. Es war die Mission, möglichst einfach daher zu kommen und dem Endanwender jede Entscheidung abzunehmen. Ich drücke das mal so aus: man wollte ein Betriebssystem für Doofe. Deshalb wird auch oft der Witz gemacht und Windoofs gesagt. Das ist indessen gar nicht negativ von mir gemeint. Ich habe auch keine Lust, erst Informatik und programmieren zu lernen, bevor ich an einem Rechner einen Brief schreiben oder meine Mails lesen kann. Ich selbst nenne mich noch immer unbedarfter Endanwender, auch wenn ich Freie Systeme schon sehr lange nutze.
Im Grunde sieht man, worauf es hinaus läuft.
Erst dadurch, dass einzelne Leute sich ein Herz für Dumme nahmen und ihnen fertig zusammengestellte Systeme in Distributionen veröffentlichten, wurde die Freie Welt für diese Unkundigen zugänglich.
Das geht so weit, dass ich mal behaupte, ein Ubuntu ist heute einfacher für einen Laien zu installieren und zu benutzen, als ein Microsoft Windows.
Ubuntu, oder auch andere, nutzen dabei nun die Quellen offener Programme und stellen diese zusammen. Sie bauen dann noch einige SW herum, damit ein Anwender ohne weitere Kompetenz damit gut klarkommen kann.
Diese Quellen stehen auch den Machern bei Microsoft zur Verfügung.
Es ist ziemlich verwegen, davon auszugehen, dass die Gemeinschaft freiwilliger Programmierer etwas schaffen kann, das besser und ausgereifter ist, als die Produkte einer Firma, die mit 80.000 Mitarbeitern (ca.) nichts anderes als SW herstellt und dabei auch die gleichen Quellen benutzen kann, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Genau dies ist ein Gerücht, das Menschen oft überhaupt zu offenen Systemen treibt. Sie lesen von stabileren Systemen und weniger Gefahr und so weiter. Dann probieren sie voller Erwartung einen Schritt in die Freie Welt und sind meist vollkommen unzufrieden. Die getestete Lösung entspricht nicht ihren Vorstellungen und damit taugt sie nichts.
Nun muss man sich vorstellen, dass in der freien Welt vielleicht 50.000 Programme täglich gepflegt werden. Manche weniger, aber andere sind in dauernder Bearbeitungen, es werden Fehler beseitigt und Sicherheitslücken geschlossen. Der Code ist in ständiger Veränderung.
Angenommen, man sucht nun ein bestimmtes Programm. Sagen, wir Programm zum Brennen von CDs. Offensichtlich ist sofort die Schwierigkeit, aus einer Fülle von Programmen etwas zu finden. Es gibt sicher mehr als eine Lösung. Die muss dann auch noch unter einer passenden Lizenz stehen und dann, wenn ich sie mit Aufwand eingebaut habe, muss sie mir auch noch gefallen. Eine harte Aufgabe und für jemanden, der ja noch nicht mal weiß, welche Programme es denn überhaupt gibt, eine große Aufgabe. Bei manchen Sachen ist es recht einfach, denn man kennt sie aus Windows. Dort werden viele Programme aus der Freien Welt benutzt, etwa LibreOffice, VLC, Firefox, Chrome, um nur wenige zu nennen. Diese kann man dann "leicht" finden und in seinem System einbauen. Aber ein Brennprogramm, Nero irgendwas, das findet sich eben nicht.

Kommen wir zu Knoppix.
Knoppix nimmt eine Distribution (Debian GNU/Linux) und baut Mechanismen drum herum, um daraus ein Live-System zu machen. Das ist alles, was es sein möchte.
Wer sich ein System in der Freien Welt zusammen stellen will, es sich installieren möchte, der muss ja erst lernen, welche Programme es gibt und welche ihm gefallen. Es ist nämlich sehr unergiebig, einfach alles zu installieren und dann nur zehn Prozent zu nutzen. Machbar ist das schon, aber nicht sehr effektiv. Genau das macht aber Knoppix.
Knoppix will zeigen, was in der Freien Welt so existiert und möglich ist. Es hat mehrere Desktop-Environments im Angebot.
Ein Desktop-Environment (DE) ist etwas, das ein Windows-Nutzer schon mal gar nicht kennt. Um das zu erklären, verdeutlicht man sich am Besten den Aufbau eines typischen Vertreters der Freien Systeme. Es gibt da einen Kernel, meist ist der Namen unbekannt, bei GNU/Linux ist das Linux. Dieser Kernel kümmert sich ganz tief unten um die HW und Dateisysteme. Grob gesagt. Darauf setzt dann eine Schicht mit Tools auf, bei GNU/Linux ist das GNU und das langt schon zum Arbeiten. Man kann auch noch einen X-Server hinzunehmen, wenn man Grafik haben will und weil viele Leute Programme in Fenstern sehen wollen einen Fenstermanager und das ist dann schon ziemlich komfortabel. Ein DE setzt auf dem X-Server auf, integriert einen Fenstermanager und diverse Themen, vereint Programme unter einem Hut und einem Look and Feel. Ich nenne nur wenige DEs: LXDE, GNOME, KDE, XFCE. Jedes sieht anders aus und bedient sich unterschiedlich. Diese Wahl hat man in der Freien Welt, in Windows nicht oder nur sehr sehr eingeschränkt.
Nun gibt es einen Texteditor in Gnome, der also wunderbar zu Gnome passt und einen für LXDE und einen für KDE und so weiter. Es gibt auch solche Texteditoren, die gar nicht für ein spezielles DE entwickelt wurden. Nun, wenn ich mit einem Texteditor arbeiten kann, dann kann ich es doch mit allen? Zumindest erlernen kann ich das. Ich brauche auch keinen speziellen Web-Browser innerhalb meines DEs, wenn ich eh Firefox nutzen möchte und das gilt auch für den Mail-Client und LibreOffice und so weiter. Ich brauche aber bestimmt nicht drei oder vier oder fünf und noch mehr dieser Programme, die alle das Gleiche machen und nur leicht unterschiedlich sind. In Knoppix habe ich alle. Nunja, nicht alle, aber eben eine ganze Reihe davon, eine Auswahl.
Also, normalerweise installiert ein Nutzer sich das, was er haben will. Er installiert nicht alles, was es gibt.
Jedes Programm ist eine zusätzliche Angriffsfläche, kann Fehler enthalten und macht Mühe, dauernd aktualisiert zu werden.
Ubuntu gibt es ja in unterschiedlichen Versionen. Ubuntu selbst ist der Oberbegriff und gleichzeitig der Name für eine bestimmte Version. Es gibt aber auch Kubuntu (mit KDE) oder Xubuntu (mit XFCE) oder Lubuntu (mit LXDE) und so weiter. Hier kann ein Nutzer einfach eine Version nehmen und installieren und hat die typische Umgebung des jeweiligen DEs und dessen Anwendungen parat. Es stehen ihm immer auch alle Anwendungen der anderen Versionen noch frei. Ubuntu hat vorgesorgt und bietet etwa zwischen 20.000 und 30.000 Pakete an. Also, fertig zum Einbau vorbereitete Programme aus dem Weltweit geschätzten Angebot von vielleicht 50.000.
Um dazu mal eine Zahl zu nennen. Ich brauche für mich auf meinem System (je nachdem) zwischen etwa 900 und 1.400 Programmen (auf dem System gerade gezählt, von dem ich nun schreibe: 999). Ein Standard-Ubuntu kommt so etwa mit 1.500 bis 1.800 (aus der Erinnerung). In meinem aktuellen Knoppix zähle ich gerade 15.678 und ich habe nicht all zuviel hinzu installiert. Grob gesagt ist das genau das unsinnige Verhältnis, von dem ich oben schon mal gesprochen habe: 90% des Installations-Volumens nutze ich in Knoppix gar nicht. Vermutlich auch kein anderer Anwender.
Knoppix zeigt eben diese vielen unterschiedlichen Möglichkeiten in einer Installation zusammengefasst.
Man kann sich so sehr viel schneller mal ansehen, wie LXDE so ist oder wie KDE sich bedient und man kann verschiedene Brennprogramme starten und ansehen und so weiter. Man braucht all das nicht zu suchen, zu installieren und zu konfigurieren, was normalerweise der Fall wäre. Man kann es sich einfach mal ansehen und testen und einen persönlichen Geschmack entwickeln.
Knoppix bietet noch ein paar Dinge mehr, aber hauptsächlich ist es eine Art Präsentation für Neulinge mit Linux, bzw in der Freien Welt. Die beste Präsentation, die man sich denken kann. jedenfalls in meinen Augen.

Knoppix sorgt sich aber nicht darum, dass all diese Pakete nun auch laufend aktualisiert werden. Enthält die installierte Version des Firefox einen Fehler, dann ist das nun mal so. Es gibt keinen Automatismus, der einen Update der installierten Programme herbeiführen würde und wenn man das manuell macht, ist die Chance sehr groß, dass man das System damit komplett zerstört. Alle Änderungen würden in die Overlay-Partition laufen und diese müsste schon bald sehr viel größer sein, als das installierte Knoppix.
Das ist also Quatsch. So etwas macht man nicht und Knoppix ist dafür wirklich nicht gedacht.
Ich hoffe, dass dies bis an die Stelle deutlich genug ist.
Es steht natürlich jedem Frei, abweichende Meinungen zu haben und entsprechend zu handeln. Wir sind ja eben in der Welt der Freien. Man sollte sich aber nach meiner Meinung zuvor schon ein wenig Gedanken machen und Kompetenz ist immer eine gute Grundlage für eine Entscheidung.
Ich möchte das nun nicht auf die Formel bringen: wer Knoppix installiert ist doof. Es gibt aber wirklich vernünftigere Entscheidungen. Es gibt aber auch Gründe, weshalb man vielleicht genau so mit einem Knoppix arbeiten möchte.


Zur Installation selbst. Ich habe in dem oben verlinkten Beitrag grundsätzlich dazu was geschrieben und dabei drei Begriffe benutzt, die es offiziell so ja nicht gibt. Ich wollte darauf hinweisen, dass man überhaupt unterscheiden muss.
Die Flash-Installation mit einem Overlay ist sicher die vernünftigste Geschichte überhaupt, wenn man mit den Nachteilen leben kann. Der Nachteil, dass die SW quasi festgeschrieben ist, wurde bereits beschrieben. Ein weiterer Nachteil ist das verwendete Dateisystem: FAT. Also, das ist nicht das Dateisystem von Knoppix! Die Images mit Knoppix liegen auf einer FAT-Partition und nehmen in der Größenordnung ca 4,5GB Platz ein. Der Rest ist vollkommen frei und unbenutzt und kann mit Daten gefüllt werden. Dabei ist ein FAT allerdings wirklich nicht zeitgemäß. FAT kann maximal 4GB am Stück speichern. Ein etwas längerer Film passt da nicht drauf. Es ist auch kein Dateisystem an sich und kennt keinerlei Reparaturmechanismen. Es ist außerdem verwundbar. Man kann es nutzen, wenn man das alles weiß und kennt und sich dessen bewusst ist. Es ist aber wirklich keine gute Wahl. Es geht auf einem USB-Stick als Austauschmedium. Dafür genau ist auch diese Art der Knoppix-Installation ursprünglich gedacht.
Ich selbst habe damit gekämpft, Knoppix in dieser Art auf ein NTFS zu legen und mit Hilfe hier aus dem Forum ist das auch gelungen. Mit leichten Einschränkungen, aber ich benutze es (gerade im Augenblick zB bin ich auf den Rechner mit diesem Knoppix eingeloggt und konnte deshalb auch die installierten Pakete zählen).
Oft wurde in der Vergangenheit von Sicherheitsexperten der Einsatz von Live-Systemen propagiert. Die Meinung ist, dass ein System nicht über eine laufende Sitzung hinaus kontaminiert werden kann. Beim nächsten reboot ist alles wieder gut. Aber, im Overlay kann sich auch ein Schädling erhalten!
Generell gilt meiner Ansicht nach, dass kein System auf der Welt per se sicher ist und die größte Gefahr geht nicht von Fehlern in Programmen aus, sondern vom Anwender.
Der Vorteil von OpenSource ist in diesem Fall, dass Fehler schnell erkannt und beseitigt werden. Sehr viel schneller und nachhaltiger, als in einem Microsoft (oder auch OS-X). Dieser Vorteil verfällt aber mit Knoppix vollständig, weil es ja keinen (funktionsfähigen) Aktualisierungs-Mechanismus eingebaut hat.


Daraus ziehe ich dann eben das Fazit, dass Knoppix nicht zur Installation geeignet ist. Es ist eine Präsentation und nachdem man an-geködert ist, kann man sich dann besser für etwas entscheiden, das man selbst auf seinem Rechner installieren möchte. Dabei kann man aus dem gleichen Angebot an Freier SW wählen, sollte sich aber gerne eine Distribution aussuchen, die nicht nur viele Pakete vorgefertigt anbietet, sondern auch einfache Verwaltungstools, wie automatische Updates anbietet. Eine gute Dokumentation und ein nettes Forum für kommende Fragen runden das ab. Für mich im deutschsprachigen Raum führend ist da Ubuntu (ich nutze es nicht selbst und bekomme auch kein Geld für diese Werbung).
Viele Nutzer testen Ubuntu und verwerfen es schnell wieder. Sie wissen eben meist gar nicht um die Freiheit der Wahl und dass es noch zahlreiche andere Programme und DEs gibt.
Das Testen und erste Schritte kann man sehr einfach mit einem Knoppix machen. Dabei würde ich allerdings (nicht nur würde, ich mache das immer sofort) einen Teil des Repräsentationsmodus sofort abschalten: Die 3D-Gimmiks sehen wirklich gut aus, aber sie hindern einen beim schnellen Arbeiten immens. So etwas würde ich mir auch niemals installieren.
Für mich selbst habe ich schon häufiger nachgedacht, auch Knoppix zu beschneiden und die 90% nicht benötigte SW über Bord zu werfen. Ich könnte mit einem 400M Image vermutlich gut leben und hätte damit ja fast 4G an zusätzlichem Speicher auf meinem Knoppix-Stick gewonnen. grundsätzlich ja, aber dafür müsste ich einige Stunden Zeit investieren und das ist mir der geringe Gewinn nicht Wert.
Ich nutze das konfigurierte (remasterte) Knoppix mit meinen Einstellungen von verschiedenen Rechnern und habe es schon alleine dafür auf einem USB-Stick. Das macht auch Sinn. Zumindest mit einigen Einschränkungen.
Ein Knoppix mittels Flash-Install auf eine FAT auf eine Festplatte im PC legen, das kann nur in sehr speziellen Fällen eine dauerhafte Lösung darstellen.

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