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31

22.09.2017, 23:16

Schon mal danke auch für dies Tipps. Werde mein Glück ganz sicher nochmal versuchen und hier nochmal über alles berichten. Habe allerdings frühestens morgen erst wieder Zugang zu einem PC in den ich die Platte aus dem NAS einbauen und daran arbeiten kann. Aber die 100% Datenrettung habe ich noch nicht aufgegeben.
Wenn alles klappt gibt es hier vielleicht noch einen Beitrag, falls es nicht funktionieren sollte, könnten es noch mehr werden


Geschafft!!! 100% wieder hergestellt bzw auf NTFS-Platte kopiert. Einzelheiten folgen...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »FastDriver« (24.09.2017, 18:45)


32

19.10.2017, 00:07

Problem: Windows kann Netzwerkspeicher
Conceptronic CH3SNAS, mit EINER 1GB Festplatte bestückt, nicht mehr
finden.


Gehäuse geprüft >> lässt sich
nicht einschalten.

Kontroll-LED blinkte beim einschalten
nur ganz kurz (anstatt konstant zu leuchten oder bei Zugriff zu
blinken) und die üblichen Laufgeräusche waren auch nicht zu hören.


Erster Verdacht: Netzteil kaputt.

Spannung am Stecker gemessen >>
keine Abweichung zu den Sollwerten

Der Support des Herstellers meinte,
dass ich evtl. das falsche Netzteil verwende. Komisch, weil es das
originale vom Hersteller war und 8 Jahre problemlos funktioniert hat.
Jedenfalls kam dann noch der Hinweis, dass die Spannung unter Last
möglicherweise instabil werden könnte.



Netzteil aufgeschraubt > Spannung
bei Versuch den NAS einzuschalten gemessen >> keinerlei
Schwankungen festzustellen.

Support empfiehlt mir den Kontakt zu
einem professionellen Datenretter. Da ich aber meine Daten ungern aus der Hand geben
wollte, die Kosten nicht abzuschätzen waren und ich generell nicht
dazu neige kampflos aufzugeben, habe ich beim Computerhändler um die
Ecke Rat gesucht. Der stellte mir leihweise ein externes
Festplattengehäuse LC-Power LC-35U3 zur Verfügung und gab mir den
Tipp, eine Linux-Live-CD zu erstellen falls Windows nichts finden kann. Er hielt es für eher unwahrscheinlich dass WIN das Dateisystem einer NAS-Platte verarbeiten kann.


Platte aus NAS ausgebaut > in
USB-Gehäuse eingesetzt > per USB mit Laptop verbunden >>
(normale) Laufgeräusche der Platte aber Windows findet nichts

Also blieb mir nur noch ein Ausflug in
die, mir völligst unbekannte, frei Welt.


Linux-Live-CD erstellt > im Bios
DVD-Laufwerk als 1st Boot Device gesetzt > Knoppix gestartet >
Dateimanager geöffnet >> Platte wird nicht auch hier nicht
gefunden, nur lokale Datenträger werden angezeigt.

Nachdem ich einige Stunden damit
verbracht hatte in den verschiedensten Foren vergeblich nach
vergleichbaren Fällen mit entsprechenden Lösungswegen zu suchen,
erstellte ich als letzten Hoffnungsschimmer diesen Beitrag, erhielt
Anweisungen/Ratschläge und machte wie folgt weiter:


Terminal geöffnet >

Quellcode

1
dmesg | grep sd
> sda1 bis sda4 gefunden

Wie ich hier gelernt habe entspricht
das also der eingebauten Festplatte (sda) mit Partition 1 bis 4.
Externes USB-Gehäuse (wäre dann vermutlich sdb gewesen) wird also
nicht erkannt. Um Vergleichswerte zu bekommen habe ich eine weitere,
unter Windows funktionierende USB-Platte angeschlossen und das Ganze
wiederholt. Also...


Terminal geöffnet >

Quellcode

1
dmesg | grep sd
> sda1 bis sda4 und sdb1 gefunden

Diese Platte wird also angezeigt
(sdb1). Das konnte also bedeuten, dass die Platte aus dem NAS völlig
hinüber ist oder dass mir irgendein Hardwarekonflikt einen Strich
durch die Rechnung machte.

Um dies zu klären musste ich mir einen
PC leihen (besitze selbst nur Laptops) um die Platte direkt dort
einbauen zu können. Damit ich die Bios-Einstellungen nicht erst
verändern muss und von vorne herein Datenverlust auf der im PC
verbauten HDD ausschließen kann, habe ich die Stecker der
Systemfestplatte einfach abgezogen und an die vermeintlich
beschädigte NAS-Platte gesteckt. Knoppix bootet ja ohnehin von DVD.


Knoppix gestartet > Dateimanager
geöffnet > Platte wurde gefunden und ich konnte problemlos darauf
zugreifen.

Also hat bei ursprünglich verwendeten
Hardwarekonstellation irgendwas nicht das gemacht was es sollte. Ich
denke dass es daran lag, dass ich die Platte nur über USB mit dem
Laptop verbinden konnte und das externe Gehäuse das Dateisystem
vielleicht nicht vernünftig an das System weitergeben konnte
(sind allerdings nur Vermutungen!)

Kurzer Hand schloss ich also eine verfügbare
2GB USB-Platte an und begann damit die NAS-Platte zu kopieren. Wie
ich es von Windows gewohnt bin markierte ich im Dateimanager alle
Ordner, nutzte die Funktion „kopieren nach...“ und gab als Ziel
die USB-Platte an. Der Vorgang startete und nach einigen Minuten
erschienen die ersten Fehlermeldungen dieser Art:

„P1000939.jpg: Fehler beim Öffnen
der Datei >>media/sda2/Fotos/2012/2012-1-15/P1000939.jpg<<:
Keine Berechtigung“

Die Meldung erschien bei insgesamt ca
800 Dateien, was immer noch verschwindend gering gewesen wäre wenn
man bedenkt dass alles unbrauchbar hätte sein können.

Die Zugriffsrechte waren also
beschränkt und ich musste dies ändern um die Dateien kopieren zu
können.

Um das bewerkstelligen zu können
brauchte ich wieder etwas Hilfe aus dem Forum und habe
zwischenzeitlich die USB-Platte mit den bereits kopierten Dateien an
meinen Windows-Laptop angeschlossen um das Ergebnis zu prüfen. Dabei
stellte ich fest, dass Windows die Platte nicht finden konnte. Die
Erklärung dafür war ein Flüchtigkeitsfehler meinerseits: Die
verwendete Platte war für externe Backups meiner neuen Synologie
DS216j gedacht und eingerichtet. Dementsprechend wurde sie auch über
die DS formatiert und zwar (wie ich später sehen konnte) im Format
ext4, womit Windows ja bekanntlich nichts anfangen kann.

Zurück zu den Zugriffsrechten die ich
dann folgendermaßen geändert habe:


Quellcode

1
2
3
su

# chmod -R 777 /media/sda1



Jetzt der nächste Versuch zu kopieren,
und zwar auf eine nagelneue USB-Platte die mit NTFS formatiert war.
Da ich aber nicht am eigenen PC arbeiten konnte, immer nur
stundenweise Zugang zum geliehenen Rechner hatte und der Zeitfaktor
für eine komplette Kopie schlecht abzuschätzen war, machte ich dies
über den Dateimanager Ordner für Ordner mit der Funktion „kopieren
nach“ um den Kopiervorgang zwischendurch aussetzen zu können ohne
in abzubrechen zu müssen.

Als ersten Versuch (mit den geänderten
Zugriffsrechten) kopierte ich einen relativ kleinen Ordner bei dem
aber bzgl. Berechtigung die meisten Probleme aufgetreten waren. Diesmal ging
alles ohne Fehlermeldung und die Gegenprobe mit Windows verlief auch
positiv. Deshalb markierte ich im Dateimanager einige weitere Ordner,
die zum Teil erheblich größer waren als der getestete, und schickte
sie via „kopieren nach...“ in Richtung USB-Platte.

Der Vorgang startete, ging anfangs
recht zügig voran und wurde aber immer langsamer. Ich ließ es
trotzdem weiter laufen und vermutete, dass es an den in den Ordnern
vorhandenen Videodateien liegen könnte. Nach ca 4 Stunden bekam ich
wieder Fehlermeldungen die ca 40 JPG-Dateien betrafen. Diesmal
„Eingabe-/Ausgabefehler“. Nach 5 Stunden habe ich abgebrochen
weil kaum noch Fortschritte zu bemerken waren.


Ich prüfte die Kabelverbindungen
zwischen Festplatte und Mainboard und startete Knoppix und den
Kopiervorgang über den Dateimanager erneut.

Wieder ging es anfangs recht schnell
und wurde immer langsamer. Ich ließ es trotzdem weiter laufen.


Nach 5 Stunden war der Fortschritt bei
12% verbleibende Zeit 50 Stunden. 2 Stunden später: 34% und 16
Stunden. Weitere 3 Stunden später war das kopieren abgeschlossen,
die o.g. Fehlermeldungen wurden erneut angezeigt. Unter Knoppix
konnte ich die Dateien jedoch finden und auch öffnen.

Nachdem ich erneut dieses Forum bemüht
hatte entschloss ich mich dazu den kompletten Kopiervorgang nochmal
über ein Terminal zu machen weil der Verdacht aufkam, dass beim
kopieren über den Dateimanager irgendwo kleine Vorschaubilder
erstellt werden, was natürlich enorm bremst und evtl. (meine
Vermutung) auch zu den Fehlermeldungen geführt haben könnte. Dazu
formatierte ich die USB-Platte erneut mit NTFS und hatte
dementsprechend wieder einen völlig leeren Datenträger zur
Verfügung, den ich auch gleich im System einbinden ließ (angezeigt
als sdb1).


Die Empfehlung zum kopieren sprach für
den Befehl rsync. Da im Forum auch ein Beispiel dazu aufgeführt war
versuchte ich es also auch damit und passte Quelle und Ziel an meine
Gegebenheiten an:


Quellcode

1
rsync -auv /media/sda2/ /media/sdb1



Wie bereits erwähnt wollte ich damit den kompletten Inhalt von sda2 nach sdb1 kopiren.
Kopieren gestartet und ohne jegliche Fehler erfolgreich beendet. Wie
lange es letztendlich gedauert hat kann ich leider nicht sagen weil
ich den PC über Nacht laufen ließ. Nach meinen Schätzungen könnte
es maximal 8 Stunden gedauert haben.

Die langsame Übertragung und die
Fehlermeldungen scheinen also tatsächlich von der zuerst verwendeten
Kopiermethode über den Dateimanager verursacht worden sein. Der
letzte Schritt, also die Daten nochmals komplett zu kopieren, hätte
vermutlich nicht sein müssen da ja das meiste schon kopiert war. Ich wollte jedoch sicher sein, dass
alles da ist und ich keine Dateien vergessen bzw. übersehen habe.

Mein Problem war bzw ist gelöst, der
neue NAS mit 2x 2GB als RAID1 und 2GB externe USB-Platte als
zusätzliches Backup eingerichtet und für meine Frau bin ich ein
Held.

33

19.10.2017, 00:17

:)

Super.
Schön, solch positive Meldungen lesen zu können.

34

19.10.2017, 00:26

Auch wenn das jetzt nicht unbedingt in dieses Forum gehört weil es nicht zu dem eigentlichen Problem gehört, möge man mir nachsehen dass es mir ein persönliches Anliegen ist noch etwas loszuwerden:
Für mich ist der Held hier pit234a (das habe ich auch meiner Frau gesagt!)
Ohne Deine Unterstützung hätte ich keine Chance gehabt auch nur ein bisschen was zu retten! Auch wenn es im Nachhinein eigentlich keine wirkliche Mega-Aufgabe war, ist man ohne entsprechende Erfahrung und Kenntnisse einfach machtlos.
Für mich wird es wohl bei diesem "Ausflug" in die freie Welt bleiben. Obwohl ich ein paar wenige Aktionen durchführen konnte und die Möglichkeiten mit freien Systemen sehr interessant finde, bin ich doch eher der Otto-Normal-User der am Laptop seine Mails checkt, im Internet surft, Bilder bearbeitet und archiviert, Office-Dateien erstellt und von Berufs wegen ab und zu Materialbuchungen im Warenwirtschaftsprogramm vornimmt. Darüber hinaus könnte leider kaum die Zeit aufwenden die ich bräuchte um mich zurechtzufinden. Meine bisherigen Erfahrungen außerhalb von Windows beschränken sich auf ein paar selbst geschriebene Rechenprogrämmchen in Basic auf dem C64 und den Informatikunterricht, welcher in den frühen 90ern noch in den kleinsten Kinderschuhen steckte und die Lehrer selbst kaum wußten was sie überhaupt unterrichten sollen.
Jedenfalls hast Du von Anfang an meine Erwartungen gebremst und mich doch recht sicher zum gewünschten Ziel geführt. Ein herzliches DANKESCHÖN dafür!!! Du hast auf jeden Fall einiges gut bei mir!
Ich habe zwar keinerlei Vergleichsmöglichkeiten, aber ich kann mir kaum vorstellen dass ich für mein Problem einen besseren Guide hätte finden können. Auch weil Du immer recht kurzfristig geantwortet und die einzelnen Schritte gut und verständlich beschrieben hast. Das war wirklich sehr viel wert!

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »FastDriver« (19.10.2017, 01:12)


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