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29.07.2017, 14:57

Anmerkungen zu Festplatteninstallation auf USB-Stick

Im Rahmen meiner Spielchen mit KNOPPIX versuchte ich auch eine Festplatteninstallation, wozu ich allerdings keine eingebaute Festplatte, sondern einen USB-Stick verwendete. Mich interessierte vor allem, was eine HD-Installation überhaupt macht. Einen konkreten Anwendungsfall für eine HD-Installation habe ich nicht, denke auch nicht, dass ich KNOPPIX dafür wählen würde. Warum ein System auf einen USB-Stick, darüber kann man sicher generell unterschiedlicher Ansicht sein. Früher nutzte ich das noch häufiger, inzwischen eher nur noch KNOPPIX als Live-Version mit Overlay-Partition.

KNOPPIX HD-Installation formatierte den Stick und legte eine kleine SWAP-Partition an und den Rest als ReiserFS. Das folgt den Designvorstellungen von Herrn Knopper und ich sehe keinen praktischen Sinn in diesem doch veralteten und exotischen Dateisystem. Auch ein SWAP auf einem langsamen USB-Gerät würde ich nicht wollen. Die Grundeinstellungen sind fest in einem Script verankert, KNOPPIX lässt einem hier zunächst keine Wahl.
Die Installation des Systems ist mehr oder weniger eine Kopie des vollständig gemounteten Systems. Es werden bei meinem KNOPPIX 771 drei Teile in einem UnionFS eingebunden: KNOPPIX, KNOPPIX1 und KNOPPIX_DATA, die Overlay Partition. Eine komplette Kopie des Dateibaumes bedeutet also dementsprechend, dass mein installiertes System später so funktioniert und alle Änderungen enthält, wie ich sie gerade eben auf dem Live-System benutzt habe.
Am Ende der Installation kommt eine Abfrage, ob nun Grub installiert werden soll und zwar in den MBR der ersten Platte. Das verneinte ich natürlich, mein USB-Stick war die zweite Platte im System. Damit ist solch ein Stick nicht bootfähig und braucht manuelle Korrektur.
Ich nutzte die Information aus dem Ubuntu-Wiki
https://wiki.ubuntuusers.de/GRUB/
https://wiki.ubuntuusers.de/menu.lst/
https://wiki.ubuntuusers.de/UUID/
https://wiki.ubuntuusers.de/GRUB/GRUB-Shell/
um manuell den GRUB auf dem Stick passend zu bearbeiten. Bei mir ist es so, dass ich den Stick mit Hilfe des Bootmenüs (edit: meines PCs) starte. Er ist dann in meinem PC das erste erkannte Gerät. Entsprechend bearbeitete ich die Einträge der menu.lst, die von KNOPPIX bereits vorbelegt waren. Außerdem hatte ich zusätzliche Einträge von grub-update generieren lassen, die aber allesamt nicht booten wollten. Der KNOPPIX-Eintrag zeigt nur auf einen 32 Bit-Kernel. Ich fügte weitere Eintzräge hinzu, um auch den vorhandenen 64Bit-Kernel starten zu können. Außerdem versuchte ich eine Zuordnung über die UUID des Dateisystems, aber das gelang mir nicht. Kein einziger getesteter Eintrag wollte Booten.
KNOPPIX setzt etliche Kernel-Optionen, von denen einige notwendig und andere verzichtbar sind. Ich habe nicht alles ausgetestet und es fehlt mir das Grundlagenwissen hierzu. Der vorbelegte Eintrag von Knoppix funktioniert so, wie er kommt.
Nach einem grub-install (in der Tat nahm ich diese Prozedur zahlreiche Male vor, um immer andere Kombinationen zu testen), wurde mein neuer Stick vorbereitet. Die /etc/fstab musste noch angepasst werden.
Danach bootete Knoppix wie erwartet und gewünscht und auch mit allen meinen letzten Änderungen (ich nutze zB Openbox als WM in LXDE).
Im folgenden nun die Vorgehensweise, wie sie für mich richtig war. Gebootet war mein Knoppix-Live, die ich also auf den Stick kopiert hatte. Der Stick war eingelegt und auf /sdb2 gemountet (sdb1 war die SWAP):

Quellcode

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root@Microknoppix:/home/knoppix# mount -o bind /dev /media/sdb2/dev
root@Microknoppix:/home/knoppix# mount -o bind /sys /media/sdb2/sys
root@Microknoppix:/home/knoppix# mount -t proc /proc /media/sdb2/proc
root@Microknoppix:/home/knoppix# chroot /media/sdb2 /bin/bash
root@Microknoppix:/# ls
bin   dev  home   	KNOPPIX  lib64   media  opt   root 	run   sys   	tmp  var
boot  etc  iamchroot  lib  	libx32  mnt	proc  rules.d  sbin  tftpboot  usr
Auf dem Stick hatte ich im Wurzelverzeichnis zuvor die Datei "iamchroot" angelegt, um als einfacher Anzeiger für einen erfolgreichen chroot zu dienen.
Mit fdisk -l prüfte ich nochmals die Geräte und blkid zeigte die UUID meiner gewünschten Partition.
Mit dieser Information bearbeitete ich nun die menu-lst:

Quellcode

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root@Microknoppix:/# nano /boot/grub/menu.lst
und die zeige ich nun mal:

Quellcode

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default 0
timeout 2
color cyan/yellow red/light-green

# key definitions for a keyboard layout better suited to german keyboards
# this cannot be complete, but does not need to be
# to unset just type "setkey" (without parameters) on the GRUB command line
setkey y z
setkey z y
setkey Y Z
setkey Z Y
setkey equal parenright
setkey parenright parenleft
setkey parenleft asterisk
setkey doublequote at
setkey plus bracketright
setkey minus slash
setkey slash ampersand
setkey ampersand caret
setkey underscore question
setkey question underscore
setkey semicolon less
setkey less backslash
setkey colon greater
setkey greater bar
setkey asterisk braceright


title KNOPPIX
root (hd0,1)
kernel /boot/vmlinuz root=/dev/sda2 rootwait lang=de apm=power-off nomce libata.force=noncq tz=localtime loglevel=1 lang=de apm=power-off initrd=minirt.gz nomce libata.force=noncq hpsa.hpsa_allow_any=1 loglevel=1 no3d rw
Man sieht, dass die Kernel-Optionen bei diesem Default-Eintrag von Knoppix teilweise doppelt eingetragen sind und es wird auf die, in der HD-Installation nicht mehr vorhandene initrd=minirt.gz verwiesen. Diesen Eintrag und die doppelten Optionen konnte ich entfernen und damit noch immer ein System erfolgreich booten. Entfernte ich zu viele Optionen, dann hing der Boot und brachte eine Panic.
Ich konnte aber auch zusätzliche Zeilen einfügen, wie etwa

Quellcode

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title KNOPPIX64
root (hd0,1)
kernel /boot/vmlinuz-4.7.9-64 root=/dev/sda2 rootwait lang=de apm=power-off nomce libata.force=noncq tz=localtime loglevel=1 lang=de apm=power-off initrd=minirt.gz nomce libata.force=noncq hpsa.hpsa_allow_any=1 loglevel=1 no3d rw
und damit den erwähnten 64Bit-Kernel booten.
Einträge der folgenden Art versagten bisher immer, wobei ich die Syntax gelegentlich änderte und unterschiedliche Optionen probiert hatte. Es gab dabei keine Fehlermeldung, der Bootvorgang hing einfach nur und lief nicht weiter.

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title KNOPPIX64UUID
root (hd0,1)
kernel /boot/vmlinuz-4.7.9-64 root='UUID=d55555d9-4575-4d77-81cf-ea4751298590' rootwait lang=de apm=power-off nomce libata.force=noncq tz=localtime loglevel=1 lang=de apm=power-off initrd=minirt.gz nomce libata.force=noncq hpsa.hpsa_allow_any=1 loglevel=1 no3d rw
Ich sehe nicht, was ich falsch gemacht habe. Laut Dokumentation sollte so ein Booten des richtigen Dateisystems möglich sein. ich habe aber auch keinen Update des in KNOPPIX mitgelieferten GRUB probiert und einfach das benutzt, was vorhanden war.
Zu guter Letzt muss GRUB neu installiert und die chroot verlassen werden:

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root@Microknoppix:/# grub-install /dev/sdb
Searching for GRUB installation directory ... found: /boot/grub
Installation finished. No error reported.
This is the contents of the device map /boot/grub/device.map.
Check if this is correct or not. If any of the lines is incorrect,
fix it and re-run the script `grub-install'.

(hd0)	/dev/sda
(hd1)	/dev/sdb

root@Microknoppix:/# exit
Dabei möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass nun mein Stick das zweite Gerät ist, KNOPPIX live vom ersten Gerät gebootet wurde. Später will ich den installierten Stick booten, wobei der Live-Stick nicht mehr vorhanden ist und auch sonst keine Festplatte oder ein anderer Datenträger die Reihenfolge zerstören könnte. Deshalb muss ich Grub nun zwar ins Gerät zwei (hd1 /dev/sdb) installieren, die Konfiguration wird aber so gesetzt, dass es später als Gerät 1 erkannt und behandelt wird. UUID wären hier natürlich grundsätzlich wünschenswert.

Bemerkenswert ist vielleicht noch der Umstand, dass die fstab automatisch falsch ausgefüllt war. Trotzdem wurde der Stick richtig gebootet und die SWAP auf dem Stick nicht eingebunden. Stattdessen bildet ein /dev/zram0 oder so ähnlich den SWAP. Dies ist ein Gerät im Speicher. Besonders in der 32Bit-Version, wo eh nicht der komplette verfügbare Speicher benutzt werden kann, ist das eine ziemlich lästige Sache, vom Prinzip her. In der Praxis ist dieser SWAP dynamisch und bei kurzen Einsatzzeiten wird er nicht wirklich jemals belegt werden. Nach Korrektur der fstab wird die vorhandene SWAP auf dem Stick eingebunden und zusätzlich genutzt. Ich habe mich nicht bemüht, ihn ausschließlich zu nutzen.

Das System lief von diesem Stick (ein USB3.1 Gerät) wesentlich langsamer, als das Live-System (auf einem USB2.0 Gerät). Bei dieser Art von USB-Stick hatte ich zuvor schon den Verdacht, dass sie mit installierten Systemen extrem langsam laufen und zwar unabhängig von Dateisystem und mount-Optionen. Die Geschwindigkeit war in der Tat so lahm, dass ich die Lust am Spielen schnell verlor. Alleine das Einloggen als Superuser, also die Reaktion auf den einfachen Befehl su, die dauerte mitunter bis zu einer Minute. Weil es nur ein Experiment war, tolerierte ich das, führte aber nicht alle Tests und Untersuchungen durch, die ich gerne machen wollte.

Derzeit will ich noch die Umstellung auf ein ext-Dateisystem (vermutlich ext2fs) probieren und dann werde ich das wohl beenden und den Stick wieder für andere Aufgaben benutzen.

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30.07.2017, 11:09

Umstellung auf ext2 funktioniert

Also, mit meinem langsamen Stick hat es etwas länger gedauert und meine Spielerei beinhaltet auch einen kompletten Fehlversuch, doch soeben bootet das installierte System vom USB-Stick mit einem ext2 Dateisystem.
Zunächst zu dem Fehlversuch: ext4. Ich hatte erst ext4 gewählt, weil es moderner ist und sicher die erste Wahl für eine wirkliche Festplatteninstallation wäre. Das gelingt nicht mit dem ausgelieferten Knoppix.
Um das Dateisystem zu ändern, habe ich die ReiserFS formatierte Partition mit Knoppix in einem GNU/Linux (Ubuntu) eingebunden und alle Daten dorthin in einen Ordner gesichert (rsync). Anschließend den Stick ausgehängt und mittels gpart die Partition bearbeitet, sprich, neu formatiert. Dann die neu formatierte Partition wieder eingebunden und alle Daten zurück gespielt.
Bei diesem Vorgehen wird so der Grub Bootloader nicht verändert. Ich probierte es trotzdem und erlebte (eigentlich wie erwartet), dass der Stick so nicht starten konnte.
Also wollte ich den Grub neu installieren und ging dabei wie zuvor beschrieben vor und chrootete in das System auf dem Stick. Erstaunt nahm ich zur Kenntnis, dass ich Grub nicht neu installieren konnte. Es gab Fehlermeldungen.
Ein Blick auf die vorhandenen Loader zeigte mir dann:

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pit@senyo ~:- > ls /media/da1s2/boot/grub | grep stage
e2fs_stage1_5
fat_stage1_5
jfs_stage1_5
minix_stage1_5
reiserfs_stage1_5
stage1
stage2
xfs_stage1_5
es gibt da also nicht nur keinen ntfs_stage1_5 (wie ich zuvor wegen eines anderen Beitrags schon nachgesehen hatte), sondern auch für ext nur den einen Eintrag für ein ext2fs.
Wenn ich versuchte mittels apt-get --reinstall grub neu zu installieren, erhielt ich entweder die Meldung, dass kein Grub gefunden werden konnte, oder, dass mein installierter Grub schon aktuell sei (ich erhielt beide Antworten abwechselnd bei unterschiedlichen Versuchen). Das kommt mir sehr merkwürdig vor. Ich habe aber auch nicht die Nerven, deshalb weiter nach zu forschen. Ich wollte ja sehen, ob es auch ohne ReiserFS geht und mir persönlich ist sogar ext2fs sympathischer, weil es auch in meinem Betriebssystem unterstützt wird (ext4 nur Lesend).
Ich bin sicher (was auch sonst), dass viele GNU/Linux Systeme in ext4 formatierten Dateisystemen liegen und von Grub gebootet werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass nur Grub2 ext4 kann, kenne mich damit aber auch nicht aus. Für eine Installation auf einem USB-Stick würde man ext4 ohnehin etwas zurecht tunen, wenn man das Konzept überhaupt ernsthaft umsetzen möchte. Es spricht aus meinen Augen nichts für ein solches Vorhaben.
Für mich ist es wichtig, weil ich in einem anderen Beitrag nass-forsch behauptete, Knoppix könne selbstverständlich auch auf anderen Dateisystemen laufen, als auf ReiserFS. Ich würde es auch nicht auf ReiserFS haben wollen, Knoppix hat aber eine starke Vorliebe dafür. Ich halte es nach wie vor für möglich, ein installiertes System auch auf ext4 um zurüsten (oder ein anderes modernes Dateisystem, das von Linux beherrscht wird), aber mit den ausgelieferten Mitteln, den Bordwerkzeugen von Knoppix direkt nach der Installation, da gibt es damit Probleme.
Ext2fs indessen gelingt problemlos, wie mein weiterer Test dann zeigte.
Also nochmal Partition um-formatiert, Daten zurück, chroot, Grub installiert und dann davon gebootet und es läuft.

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11.11.2017, 13:26

Festplatteninstallation auf SDXC möglich ?

Servus !

Ich hab da so einen schnuckeligen kleinen miniPC ( 120x120x25 mm ! ) der leider keine Festplatte sondern nur 32 GB eMMC SSD Speicher hat ... gottseidank hat er aber einen SDXC Speicherkartenanschluß ( max. 512 GB ! ) ... auf dem ich gerne auf einer SD-Karte KNOPPIX installieren würde.

Kann man Knoppix so konfigurieren das es von er SD-Karte wie von einem USB-Stick booten kann ?

Andernfalls werde ich wohl mal die FESTPLATTENINSTALLATION auf meiner 128 GB SDXC ausprobieren müssen ...

LG, MEX

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11.11.2017, 13:49

das ist alles viel komplizierter, als du dir jetzt vielleicht so vorstellst.
Lass mir mal ein wenig Zeit für meine Meinung dazu.

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11.11.2017, 14:40

mal wieder: installieren in der Knoppix-Welt

das muss vorab gesagt werden, es ist aber auch überall nachzulesen.
Mit Knoppix genügt es nicht, den Begriff "installation" zu benutzen, denn mit Knoppix werden damit ganz unterschiedliche Methoden beschrieben und zwar untereinander unterschiedlich und zu anderen Installationen unterschiedlich.

Man kann seit Knoppix 8.1 fünf unterschiedliche Installationsarten unterscheiden.

-Installation als Live-System auf DVD
-Installation als Live-System mittels Hybrid-Image und dd
-Installation als Live-System mittels "Flash-Install"
-ohne Overlay
-mit Overlay
-Installation als kopiertes System auf einem wieder-beschreibbaren Datenträger (nicht Live)

Man kann versuchen, anders zu ordnen.
Das Live-System (es ist exakt, wofür Knoppix gedacht ist), bleibt unveränderlich und ist daher gut geeignet auf nur-lese-Speichern zu liegen. Wenn beschreibbare Speicher verwendet werden, kann ein Overlay benutzt und damit Änderungen am System gespeichert werden. Es muss aus verschiedenen Gründen davon abgeraten werden, Knoppix als nicht-Live System zu benutzen und wie eine Installation auf einen Datenträger zu kopieren. Dieser Modus ist nur gut, wenn man selbst eigene Versionen eines Knoppix-Live-Systems remastern möchte. Er ist zu etwas anderem nicht gedacht.
Ein Live-System ist ein System, das generell nicht von internen Medien läuft. Im Falle von Knoppix ist es ein Präsentationssystem und keinesfalls ein wirkliches Arbeitssystem. Deshalb macht es auch sehr viel Sinn, Live zu laufen. Es macht nicht viel Sinn, ein Knoppix anders zu verwenden.
Knoppix bietet aber ausreichende Möglichkeiten, einen Boot von allen möglichen Medien zu realisieren und es braucht dazu nicht installiert zu werden, kann aber auch auf internen Meiden liegen.

Also, nochmal anders. Der Name "Flash-Install" ist nur irgendein Name. Er bedeutet nicht, dass dies nur auf Flashmedien funktioniert und ebenso bedeutet "HD-Installation" nicht, dass dies nur auf HDs geht und dass diese im PC verbaut sein müssen.
Alle Methoden (außer der DVD-Methode) gehen immer auf allen Medien. Es ist viel wichtiger, sich die Funktion klar zu machen und dann eine geeignete Methode zu wählen.
Es ist sehr viel ratsamer, ein Live-System auf einer internen Platte zu installieren, als ein komplettes Knoppix dort zu entpacken.
Die letzte Methode ist Gegenstand meines Beitrages hier gewesen, sie sollte für dich nicht in Frage kommen.

SD-Speicherkarten sind die einzigen Speicher, die ihre Struktur ohne eingebauten Kontroller direkt der Rechner-HW zur Verfügung stellen.
Das hat sowohl Vorteile, als auch Nachteile. Extra dafür wurde etwa das Dateisystem f2fs https://de.wikipedia.org/wiki/F2FS entwickelt. Ob das in Linux so eingeflossen ist, dass auch davon gebootet werden kann, weiß ich nicht. Ich will nur auf die probleme hinweisen, die man da bei solchen Installation vorab bedenken sollte.
Bei SSDs hat man in der Regel einen Kontroller dazwischen, der die SSD aus Sicht des Betriebssystems wie eine normale Platte abbildet. Hier ist also ein Dateisystem gut, das wenig schreibt.

Wenn du nun ein Live-Knoppix betreibst, wird nicht geschrieben!
Lediglich das Overlay ist eine Ausnahme, aber es wird in normalen Installationen nicht übermäßig genutzt und ebenfalls nur zur Bootzeit ausgelesen.
Das bedeutet, dass Knoppix im Live-Mode für dich erste Wahl ist und zwar sowohl auf einer externen SSD als auch auf der internen SSD.
Keinesfalls sinnvoll ist ein ausgepacktes Knoppix auf einem der beiden Medien!
Du musst dir überlegen, ob du Overlay nutzen möchtest und damit die Möglichkeit bleibt, zusätzliche Programme zu installieren. Du musst auch überlegen, wieviel Speicher generell du innerhalb des Rechners haben möchtest. Die Frage ist grundsätzlich, ob du lieber auf FAT speichern willst oder lieber auf der Overlay. FAT ist auf 4G Dateigröße beschränkt, was aber meistens ausreicht. Du wirst vermutlich eh nicht viel intern speichern wollen.
Denk nochmal darüber nach und auch darüber, was du genau möchtest.

Ich selbst würde kein Knoppix für solch einen Rechner nehmen, aber das ist eine andere Sache und ich kann auch verstehen, wieso du vielleicht lieber ein Knoppix nehmen willst.
Bedenke aber, dass in einem Live-System keine regelmäßigen Sicherheitsupdates möglich sind, wie das in anderen System üblich ist.
Ein Knoppix dort zu entpacken, ist aber falsch. Es ist generell und speziell für diesen Fall vollkommen ungeeignet. Wenn schon, dann nimmt man da ein minimales System und baut sich exakt das auf, was man braucht und wählt dazu ein passendes Dateisystem mit optimierten Einstellungen. Für solche Rechner gibt es kaum etwas von der Stange, das wirklich zu empfehlen ist.

Dein mögliches Vorgehen ist einfach:
downloade Knoppix-DVD 8.1 (oder eine andere Version). Brenne eine DVD (nach Überprüfung, das erwähne ich nun nicht immer wieder) und starte sie auf deinem regulären PC. Bring deine SD-Karte dort zum Lesen (in einem Lesegerät oder wie auch immer du das machst), wähle Flash-Install auf diese Karte und entscheide, ob mit Overlay oder nicht. Lass alles in der Vorzugslage. Boote diese Karte in deinem Mini-PC und entscheide, was geht und was nicht. Ich empfehle dringend, die Option no3d zu setzen. Die 3D-Effekte schlucken viel und bringen nichts. Das kann einfach direkt auf der Karte geschehen, du kannst bei Bedarf nochmal danach fragen oder als cheatcode direkt beim Booten setzen.
Nun entschiede, ob du dies nach intern legen willst. Dazu wählst du aus dem laufenden Knoppix nochmals Flash-Installation und nun lässt du das auf deine interne SSD legen. Wieder die Entscheidung nach Overlay und wie groß die sein soll. Knoppix Live braucht nur etwa 4,5G, du hast also reichlich Platz auf 32GB dafür und noch für eine große Overlay.

ubuntuli

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6

15.11.2017, 16:55

Hallo pit234a
1994 hatte ich meinen ersten Rechner. Damals begann ich mit Windows 3.11
1997 ist dieser ab gesoffen weil ein BOOT Virus drauf war der bei jedem Start Sektoren meiner Festplatte zerstört hatte.
2001 Windows XP mit neuer Festplatte.
2007 lernte ich Knoppix 6.1 kennen. Hatte schon Vorkenntnisse von Linux SUSE seit 1997, hat aber nichts mit dem zu tun was ich sagen möchte.

Aus der Geschichte von Knoppix weiß ich das Knoppix eigentlich nicht für die Installation auf HDD von Klaus Knopper vorgesehen war. Trotzdem ist es möglich wenn man Kenntnisse hat und die richtigen Vorbereitungen trifft.
Ich benutze z.Z. Knoppix 7.6 parallel da zu Ubuntu 14.04.
Es muss aus verschiedenen Gründen davon abgeraten werden, Knoppix als nicht-Live System zu benutzen

was spricht dagegen? Wenn es möglich ist Knoppix auf HDD oder /sdb (USB) zu installieren
schon bei Version 7.7.1 gibt es Startprobleme beim Kernel.

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »ubuntuli« (15.11.2017, 19:31)


7

15.11.2017, 19:15

...
Aus der Geschichte von Knoppix weiß ich das Knoppix eigentlich nicht für die Installation auf HDD von Klaus Knopper vorgesehen war.
Trotzdem ist es möglich wenn man Kenntnisse hat und die richtigen Vorbereitungen trifft.
Ich benutze z.Z. Knoppix 7.6 parallel da zu Ubuntu 14.04.
Es muss aus verschiedenen Gründen davon abgeraten werden, Knoppix als nicht-Live System zu benutzen

was spricht dagegen? Wenn es möglich ist Knoppix auf HDD oder /sdb (USB) zu installieren
Nur das es im Gegensatz zu anderen Varianten von Linux, die für die Installation auf HDD vorgesehen sind, nicht so einfach ist ein Knoppix auf dem aktuellen Stand zu halten !

Am Besten verwendest Du deshalb immer die aktuellste, FEHLERFREIE, Live-Version von Knoppix ... außer Du verwendest Knoppix auf einem Computer der sowieso keine Verbindung zum Internet hat 8)

ubuntuli

Fortgeschrittener

Beiträge: 385

Geschlecht: Männlich

8

15.11.2017, 19:53

Nur das es im Gegensatz zu anderen Varianten von Linux, die für die Installation auf HDD vorgesehen sind, nicht so einfach ist ein Knoppix auf dem aktuellen Stand zu halten

Man könnte einiges mit der Synaptic Paket Verwaltung machen aber ich rate allen davon ab die nicht viel Ahnung davon haben.
man muss wissen was man tut

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15.11.2017, 20:45

was spricht dagegen?


neben dem bereits erwähnten Aufwand, bis hin zur Unmöglichkeit, ein System so zu pflegen, dass es immer aktuell bleibt, aus meiner Sicht der übermäßig große Installationsumfang, der die Wartung natürlich auch erschwert und naturgemäß ein größeres Ziel für Attacken liefert.

Wenn ich ein System installiere, gehe ich für gewöhnlich so vor, dass ich mir das Grundsystem auf eine interne Platte lege. Das wäre irgendwas, das man GNU/Linux nennen könnte und das ein wenig gefärbt ist, durch die Distribution, bei der ich mich da bediene. Nehmen wir getrost einmal Debian, das ja auch die Grundlage von Knoppix ist.
Wenn ich das Grundsystem eingerichtet habe, Netzwerkeinstellungen vorgenommen sind, benötigte Dienste eingerichtet wurden, Nutzer angelegt und so weiter, dann installiere ich den X-Server und konfiguriere den, dann ein Soundsystem und stelle das ein und schließlich entscheide ich mich für einen Fenstermanager oder ein Desktop-Environment, wie im Falle von Knoppix per Default LXDE oder vielleicht lieber XFCE oder doch KDE oder was auch immer einem gefällt. Ich nehme eines davon und vielleicht für einen zweiten Nutzer ein zweites. Aber ich nehme doch nicht alle oder eine ganze Menge, für den Fall dass...
Auch den Xserver richte ich ja schon für meine eine vorhandene Grafik-Karte ein, installiere genau den benötigten Treiber und konfiguriere das. Ebenso den Sound.
Eine Installation ist exakt, oder so gut es geht, an meiner HW ausgerichtet und trifft meine Bedürfnisse und meinen Geschmack.
Ich installiere ein Brennprogramm, einen Internet-Browser und einen Mail-Agenten. Vielleicht nehme ich auch mal zwei Internet-Browser, aber nicht alle gefühlten 25, die ich nehmen könnte.
Das ist für mich die übliche Installation. Es läuft das, was ich will und zu brauchen glaube und nicht noch hunderte von Anwendungen, die ich nicht haben möchte. Ich weiß es nicht mehr genau, neulich habe ich die Pakete mal gezählt und in meinem Arbeitssystem sind es etwa 900 und mit einem Ubuntu brauchte ich vielleicht 1300 oder so und Knoppix kam mit mehreren tausend, ich glaube beinahe 5000. Das ist also etwa vier oder fünf mal mehr, als ich für mich installieren würde.

Wenn ich etwas haben will, das mich an Knoppix erinnert, dann nähme ich zu den Paketquellen bei Debian die Quellen hinzu, aus denen sich auch Knoppix bedient und erhalte dann auch aktuellere Versionen von Programmen. Aus diesen Quellen installiere ich mir dann eben LXDE als DE und Compiz (wenn ich unbedingt 3D haben möchte) als Fenstermanager. Also, ich würde das nicht machen, ich mag keine 3D-Effekte und nutze auch kaum LXDE, mir genügt OpenBox mit einem fbpanel. Aber mal als Beispiel. Ich nähme dann LibreOffice hinzu und Claws-Mail und Firefox und einige andere Programme und fertig ist. Persönlich brauche ich keinen grafischen Manager für Updates und kann das sehr gut mit den apt-Befehlen aus dem Terminal erledigen. Da hätte ich also gar keine Probleme, wenngleich das für einen Einsteiger nicht so einfach ist. Also, etwas, das wie Knoppix aussieht, hätte bei mir deutlich weniger Pakete, sprich SW installiert, als ein Knoppix mitbringt, es würde aber trotzdem so aussehen und sich anfühlen, wie Knoppix auf den ersten Blick erscheint.

Eine "ganz gewöhnliche" Distribution im GNU/Linux-Umfeld, ich nehme am liebsten Ubuntu, weil ich die am besten kenne, kommt nicht so daher, wie ich mir das für mich wünsche. Aber, sie folgt dem Prinzip. Es ist eine Zusammenstellung an SW, die einem Endanwender einfach und ohne viel zusätzliche Arbeit ein komplettes System einrichtet. Man installiert von einem Medium und erhält ein fertig konfiguriertes System in einem Rutsch. Dabei hilft viel Automagie und in der Systemadministration helfen zusätzliche Tools, sowohl beim Installieren von zusätzlicher Software, als auch bei der Verwaltung, den Updates und so weiter. Für Einsteiger empfiehlt sich das.
Wer hier eine Art Knoppix haben will, nimmt zum Beispiel Lubuntu, das schon mit LXDE daher kommt. Dann fehlt noch Compiz und vielleicht einige zusätzliche SW. Aber grundsätzlich ist eine solche Distribution schon komplett. Trotzdem kann nach Bedarf zusätzlich SW installiert werden. Wer es denn ganz toll treiben möchte, könnte auch alle SW hinzunehmen, die Knoppix heute so zeigt. Nur, das macht eben keinen Sinn.

Knoppix ist nun nicht dafür gemacht, installiert zu werden.
Es durchläuft bei jedem Systemstart immer wieder eine komplette HW-Erkennung, startet schließlich den X-Server etwas unüblich (ohne feste Konfiguration) und ist einfach nicht dafür gemacht, auf einem einzigen Rechner alleine zu funktionieren. Und das ist auch super so und echt großartig. Es ist aber außerdem eine Präsentation und zeigt, was in Linux so geht und deshalb hat es extrem viele Programme an Bord, die man normalerweise niemals alle so zusammen installieren würde. Sie liegen in einem Knoppix für gewöhnlich brach, oder wer nutzt schon jedes mal ein neues DE beim Systemstart?
Wer Knoppix auspackt und auf eine HD legt, hat also zum einen kein "richtig installiertes" System, zum Anderen unglaublich viel Software unnötig mit an Bord und dann noch keine gute Grundlage, dieses System lange aktuell zu halten. Ich nehme nur mal die Entwicklung mit systemd, die in Knoppix bisher ja einigermaßen ausgeblendet werden.
Ich sage es mal plakativ: mit der "Installation" von Knoppix zerstört man es. Man nutzt quasi alle guten Dinge daran nicht mehr und statt dessen bekommt man ein System, das schlechter als ein wirklich installiertes System ist und womöglich nicht mal korrekt funktioniert.

Man kann das alles trotzdem machen und nicht nur aus Neugierde. Es kann schon gute Gründe geben und es ist auch nicht besonders schwierig.
Aber es ist nicht dafür gedacht und nicht so gemacht und ich finde, es kommt den Bedürfnissen der meisten Nutzer eher entgegen, sich ein wenig mehr mit irgendeiner Distribution zu befassen und diese richtig zu installieren und zu pflegen, anstatt auf die erste hübsche Präsentation an zuspringen und diese zu installieren, weil es gerade so schön ist und einfach geht. Wer mehr über ein System lernt, hat mehr davon, als sich gleich auf etwas Bequemes zu schwingen und dann bei den ersten Problemen nicht mehr weiter zu wissen und alles wieder aufzugeben.
Deshalb warne ich bei jeder Gelegenheit davor, nicht, weil es überaus gefährlich wäre oder so was.

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