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KnoppixOpa

Schüler

Beiträge: 73

Geschlecht: Männlich

1

15.12.2021, 17:41

Einfache Dokus zu Linux und allgemein

Ich habe gestern ein Buch wiedergefunden, das ich vor mehreren Jahren
gekauft hatte. In diesem sind Linux und andere Computer-Themen
(z.B. Festplatten-Partitionierung) mit einfachen Modellen beschrieben:
"Ich entdecke die Computerwelt:
Der einfache und sichere Weg für Kinder und ihre Begleiter"

von Stefanie Kemmner
https://www.amazon.de/dp/3833455020

Wer kennt weitere einfache Dokus zu Linux und Computern allgemein,
die man Anfängern und Umsteigern empfehlen kann?

Der Beitrag von »ubuntuli« (16.12.2021, 23:45) wurde vom Autor selbst gelöscht (19.12.2021, 11:51).

3

25.01.2022, 23:53

Linuxbibel "Linux-Praxis.de"

Über 20 Jahre verwende ich meine Linuxbibel "Linux-Praxis.de" (s. Foto) von Florian Kahlhammer (†).

Leider wurde das Original-Projekt verschlimmbessert. Die ehemalige Form gehört auch zu dem Erbe des Autors.
»Hottab« hat folgende Datei angehängt:
  • LinuxPraxis.jpg (71,4 kB - 5 mal heruntergeladen - zuletzt: Gestern, 19:29)

klaus2008

Meister

Beiträge: 2 825

Geschlecht: Männlich

4

26.01.2022, 00:59

Hallo1
Wer kennt weitere einfache Dokus zu Linux und Computern allgemein,
die man Anfängern und Umsteigern empfehlen kann?

  1. Echte (d. h. gedruckte) Medien oder auch elektronische Dokumente (z. B. PDF-Dateien oder Online-Tutorials)?
  2. Wo beginnt der "Umsteiger"? Viele Menschen haben heutzutage ein Android-Smartphone und halten sich nicht mehr für Computer-Anfänger.
  3. Meistens ist die erste Computernutzung zielgebunden (z. B. Bilder, Video- oder Musikdateien erzeugen, konvertieren oder bearbeiten). Nicht jeder will Programme selber schreiben.
  4. Wie alt ist die Zielgruppe?
  5. Soll auch die englische bzw. französische Fachsprache eingeschlossen sein?

Gruß
Klaus

Beiträge: 1 230

Geschlecht: Männlich

5

26.01.2022, 03:01

"Linux-Praxis.de"
diese Seite kannte ich seit 2010. Damals war ich Linux-Schüler. Diese Seite gibt es nicht mehr so wie Du sie kennst. Der Urheber Florian Kalhammer ist 2015 Verstorben.

6

26.01.2022, 14:46

Wer kennt weitere einfache Dokus zu Linux und Computern allgemein,
die man Anfängern und Umsteigern empfehlen kann?


als man damit angefangen hatte, Kraftfahrzeuge zu bauen, zu verkaufen und zu fahren, gehörte unbedingt eine gewisse mechanische Grundkenntnis dazu und niemand wäre ohne Werkzeugkasten losgefahren.
als ich meinen Führerschein machte, erklärte man uns noch, wie Ölwechsel gemacht wird.
Heute setzen sich Fahranfänger in ein Auto und bedienen es per Mobiltelefon, tauschen Daten während der Fahrt aus und im Bedarfsfall wird die Verbindung zur Werkstatt hergestellt.
Morgen setzen die Kids sich einfach in ein vollkommen autonomes Fahrzeug und lassen dieses machen.

Was ich damit sagen möchte: es gibt heute den Typus des Selber-Machers am PC nicht mehr.
Die Erwartungshaltung ist eine vollkommen andere.
Meinem Vater müsste ich beibringen, was eine Maus ist und was er damit zu tun hat, meinen Enkeln brauche ich einen Touchscreen nicht mehr zu erklären, die zeigen mir, wie das funktioniert.

Alle Dokus, seien sie auch noch so leicht zu lesen, taugen überhaupt nichts für Kinder von heute.
Ohnehin sehen die viel lieber törichte Videos, die nicht so langweilig sind und auch direkt zeigen, wie sie zum Erfolg kommen. Hintergrundwissen ist nicht gefragt und auch nicht sinnvoll.

Android ist ein gutes Beispiel, denn das werden die meisten jungen Leute eh schon kennen.
Es ist ein Linux.
Fragt irgendwer nach einfachen Dokus dafür?
Ich drehe den Spieß um: wenn man eine Doku braucht, ist das System nicht Einsteiger-Gerecht.

Ein anderes Lieblingsbeispiel: jeder, auch ab einem gewissen Alter jedes Kind, kann am Schalter das Licht einschalten. Dafür braucht es keine Grundlagen in Elektrotechnik, Mechanik, Physik oder gar Quantenphysik und doch sind alle diese Wissenschaften hier im Spiel und sehr spannend noch dazu.

Festplatten partitionieren?
Sich für ein Dateisystem entscheiden?
Ein DesktopEnvironment wählen?
Ja, die Frage, ob lieber X-Server oder Wayland oder gar, welcher Kernel, das interessiert heute keinen Anwender mehr.
Macht mal die Probe und fragt in eurem Umfeld, welche Dateisysteme da so benutzt werden. Besonders interessant wird die Frage bei einem Mac-User sein, aber auch die wenigsten Windows-Nutzer können darauf antworten oder mit der Frage überhaupt etwas anfangen.

Die Generation Face-Book ist doch gewöhnt daran, auch den fragwürdigsten Lizenzen vorbehaltlos zuzustimmen, weil es doch alle so machen und sieht darin auch keine Gefahr oder Belästigung.
Aus welchem Grund sollten die sich der Mühe aussetzen, meist veraltete Anleitungen zu studieren, um ein Betriebssystem kennen zu lernen?

OpenSource ist derzeit wohl eher ein Hobby alter Männer.

klaus2008

Meister

Beiträge: 2 825

Geschlecht: Männlich

7

Gestern, 09:33

Hallo!
Was ich damit sagen möchte: es gibt heute den Typus des Selber-Machers am PC nicht mehr.
[...]
OpenSource ist derzeit wohl eher ein Hobby alter Männer.

Wie erklärt sich unter diesen Aspekten der Erfolg SoC-Systeme wie dem Raspberry Pi? Die Zielgruppe ist in diesem Fall eher die junge Generation. Der heutige P(ersonal) C(omputer) ist nicht immer mit Erweiterungskarten auszurüsten, wie man esvom IBM-PC kannte. Dafür besitzen die meisten Systeme einen USB-Anschluss, der fast beliebige Erweiterungen zulässt.

Ich plädiere dafür, die Computer-Benutzer in Gruppen einzuteilen:
  1. "Computer-Konsumenten", welche die Computer als ein "Point-And-Click-Adventure" ansehen und sich vorkonfigurierte Systeme für einen speziellen Anwendungsfall wünschen. Man erinnere sich an den Slogan von Bill Gates: "Information at your fingertips".
  2. "Computer-Versteher", welche die Systemsoftware sinnvoll anpassen und auch mal ein "Programm" schreiben wollen. Stichwort: "Low-Code- und No-Code-Softwareentwicklung". Heutzutage kann man Computer auf einer hohen Abstraktionsebene programmieren, ohne sich intensiv mit Bits und Bytes beschäftigen zu müssen. Idealerweise beschreibt man dem Computer das Ziel einer Operation und lässt ihn eine passende Lösungsstrategie auswählen.
  3. "Computer-Enthusiasten", welche sich ernsthaft mit der Gesamtheit der Technikwunders auseinandersetzen wollen.

Grundsätzlich gilt, dass es noch keinem Jugendlichen geschadet hat, eine vernünftige Betriebsanleitung lesen und verstehen zu lernen. Schwierig wird es, wenn es keine kompetenten Erwachsenen im sozialen Umfeld gibt, die gelegentlich ein paar Stunden Zeit aufbringen können, um sich von den den Fortschritten ein Bild machen zu können. Das Internet ist kein Spielplatz und sollte auch nicht die erste Anlaufstelle junger Menschen sein, wenn es Probleme gibt.

jm2c

Gruß
Klaus

Beiträge: 1 230

Geschlecht: Männlich

8

Gestern, 19:36

Linuxbibel kenne ich aus Österreich.at
https://www.linux-bibel-oesterreich.at/

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ubuntuli« (Gestern, 19:47)


9

Gestern, 23:06

Benutzerkategorien

Hallo, fange mal rückwärts bei Klaus an.

Ja, allgemein kann man die Nutzer (rechen-)technischer oder elektronischer Geräte in 3 bzw. 4 Kategorien einteilen:

K0 Unwissende Laien, die den Kurzschlußstecker in die Steckdose stecken und sich über den Knall freuen :D
K1 Endanwender mit Bedienungsanleitung oder Benutzerkenntnissen - aber meist (e-)technische Embrios ?(
K2 Erfahrene Nutzer mit individuellen, besonderen System- und Gerätekenntnissen 8)
K3 Profis in verschiedenen Systemen und Sparten elektronischer Geräte :thumbup:

Das Schema ist kein Dogma (erst recht keine menschliche Bewertung mit den kleinen Späßen!), sondern hat fließende Übergänge und Spezialisierungsrichtungen.

Die Kinderbücher u. ä. sollten ein Wissen von K0 zu K1 vermitteln. Das setzt kindgemäße Didaktik voraus.

Seit 1999 habe ich das Buch "Das Einsteigerseminar - Von Windos zu Linux", Autor Erhardt Petter, erschienen im bhv-Verlag (Titelfoto), genutzt. Meiner Meinung nach bildet es den Nutzer von K1 zu etwas über K2. Mittlerweile nutze ich keine Bücher sondern Foren und Anwenderhandbücher im Internet für Linux-Fachwissen.

Die ersten Linux-Schritte waren mit tomsRtBt (Toms-Root-Boot, jetzt im Linux-Mausoleum) und muLinux. 2012 bis 2016 hatte ich mehrere Festplatten mit Knoppix 6 und 7 für relativ sicheres Internet. Bis 2019 nutzte ich danach Slax und Kaspersky Rescue Disk (KRD, Fork von Gento) vom USB-Stick oder CD. Gegenwärtig arbeite ich produktiv nur noch mit Linux (MX-, Debian, Slackware und Notall-CD Knoppix 7 nicht vergessen) installiert oder live auf mehr als 10 alten PCs aus 2006 (ehemals WinXP). Und es ist für mich 10-mal einfacher als ein 1000-klicki-bunt-bubble-System, genauso wie das selbst reparierbare Fahrrad für mich, mein HKS, meine Umwelt und die endlichen Ressourcen 1000 mal besser ist, als das gehackte autonome Kfz in der Werkstatt. :rolleyes:

10

Heute, 16:02

ich kann mich dem anschließen, dass man verschiedene Nutzer-Gruppen festlegen und entsprechend adressieren könnte und das diese Information deswegen notwendig ist, bevor man Empfehlungen geben kann.

Trotzdem möchte ich mal so sagen: wo gibt es denn eine einfache, kindgerechte Doku zum Einstieg in Windows?
Selbst, wenn es das gibt: wer benutzt denn so was?
Die unterschiedlichen Anwendergruppen nach Interesse und Wissensdurst gelten ja nicht nur für Nutzer von OpenSource-Systemen.

Wieso glauben denn Alle immer, dass für "Linux-Systeme" eine tiefere Erklärung notwendig ist, während Nutzer von Windows oder OS-X scheinbar alles wie von selbst kennen und können?

Ist es möglich, dass die Benutzer proprietärer Systeme eine höhere Akzeptanz eingebaut haben und einfach das, was diese Systeme bieten annehmen, aber das, was sie nicht können, auch nicht vermissen? Allgemein kann man ja nicht vermissen, was man gar nicht kennt.
Wenn ein Nutzer eines Windows einen EXT-FS formatierten Stick einlegt und den nicht lesen kann, wundert er sich nur kurz und folgt dann dem Vorschlag, das Medium zu formatieren und für den Gebrauch mit Windows einzurichten.
Wenn ein Nutzer eines "Linux-Systems" einen Stick in ExFAT einlegt und dieser nicht erkannt und eingebunden wird, dann schimpft er auf das untaugliche System und geht zurück zu seinem Windows, das dies alles viel besser kann. Und nun wollen wir diesem Nutzer aber zeigen, dass er durch Laden eines entsprechenden Moduls doch auch seinem Linux ein ExFAT beibringen kann und dazu erklären wir ihm dann auch gleich, wie ein solches System generell funktioniert und geraten in Schwärmerei, was man da alles so machen kann.
Und schrecken damit natürlich die meisten Nutzer ab, weil die ja nur einfach und ohne weiteres Wissen einen Stick benutzen möchten.

Meiner Meinung nach bieten die größeren Distributionen heute Endanwendergerechte Lösungen, die einem Anwender auf Anhieb mehr bieten, als ein einfaches Windows.
Statt großartig zu erklären, was die Hintergründe sind, sollte man die Nutzer dem System einfach aussetzen und verlangen, dass sie damit arbeiten.
Werde ich als Windows-Nutzer plötzlich gezwungen auf einem OS-X zu arbeiten, ist auch Vieles fremd und eigenartig, aber mangels Alternative werde ich mich durchbeißen und lernen, mit dem System zu arbeiten. Und zwar alleine auf der Oberfläche, ohne Shell und Konsole und ohne zu wissen, dass auch ein OS-X ein Unix-artiges System ist und ganz viel GNU nutzt.
Warum sollte das nicht auch auf einem ganz gewöhnlichen GNU/Linux so funktionieren?

Warum nicht?
Was man bei einer fertigen GNU/Linux-Distribution sieht, ist das Desktop-Environment, nicht das Linux, nicht das GNU.
Hier gibt es nun große Unterschiede.
Nehmen wir einen modernen Tiling-WM, dann ist das Arbeiten damit vollkommen unterschiedlich zu allen bisherigen Erfahrungen, die ein Nutzer womöglich gemacht hat.
Nehmen wir eine beschränkte Oberfläche, wie etwa Unity bei Ubuntu, wird sich ein Nutzer damit womöglich eher anfreunden können.
Effekte, die vielleicht hübsch aussehen, wie die drehenden Würfel bei der Knoppix 3D-Version, können aber auch verunsichern und sogar erschrecken, wenn sie unerwartet passieren und sich der eigenen Kontrolle entziehen.
Deshalb halte ich es für wichtiger, ein möglichst einfaches und klares DE zu wählen, ohne Effekte und Ablenkung und das einem neuen Nutzer zu präsentieren, als diesem direkt irgendwelche System-Hintergründe zu erklären.

Eine möglichst ausgereifte Distribution, mit möglichst großer Verbreitung im eigenen Sprachraum, ist vermutlich besser, als die schönste Linux-Doku.


Trotzdem:
https://www.selflinux.org/selflinux/
außer den Foren und Wikis die einzig mir bekannte Doku in Deutsch, die halbwegs aktuell gehalten wird.

Die meisten Bücher gibt es nur in Englisch und wenn kostenlos, dann veraltet.
Ich halte davon nichts, nenne aber trotzdem:
https://itsfoss.com/learn-linux-for-free/

zwei Reihen haben sich dabei hervorgetan
-for dummies
-in a nutshell
gibt es zu zahlreichen Themen und eben auch generell zu "Linux":
https://www.iiitd.edu.in/~amarjeet/Files…mmies%209th.pdf
https://bbooks.info/viewmore/linux-in-a-nutshell-6th-edition

Dabei könnte man jetzt natürlich sehr viel weiter ausholen und nahezu endlos Information und Quellen nennen.
Aber, was nutzt es denn, detailliert zu lesen, wie ein Linux 2.0 konfiguriert und anschließend kompiliert wird, wenn wir heute bei Linux 5.x stehen und beinahe gar nichts mehr von dem gilt, was einst richtig und sinnvoll war? Und wenn kaum jemand überhaupt auch nur den geringsten Bedarf daran hat, sich selbst einen Kernel zu kompilieren?
Ist es wirklich sinnvoll, jemandem zu erklären, was meinetwegen in einem Ubuntu 10 galt, wenn wir heute bei 20 sind?
Um es mal anders zu sagen: natürlich habe ich selbst auch beinahe alles vergessen, was ich jemals zu einem Linux 2.x gewusst habe, aber mit meinem Wissen von damals, kann ich mit einem neuen Ubuntu 20 kaum mehr anfangen, als wenn ich niemals zuvor ein Linux benutzt hätte.
Muss man wirklich erst vi lernen, um ein "Linux-System" benutzen zu können?
Muss man wissen, wie ein Netzwerk funktioniert, was TCP/IP bedeutet, was OSI ist?
Muss man sed und awk kennen oder die bash?
Muss man wissen, was eine Partition ist, was MBR und GPT bedeuten, welche Dateisysteme es gibt, welche Bootmethoden, welche Bootloader....?
Und wenn da jeweils ein JA als Antwort steht: was nutzen einen dann die Informationen von anno tuback?

Aber, wenn da tatsächlich ein JA steht: wer will denn das? Welcher Windows Nutzer muss denn all die Dinge lernen, bevor er sich an seinen PC setzen und das System nutzen kann?
Natürlich, es kann jemand sich entsprechend weiter bilden und kann jemand all die schönen Sachen verstehen lernen, um sein OpenSource-System vollständig zu administrieren und damit zu spielen. Viel besser, als mit einem Windows.
Aber Anfängern, Neulingen oder Umsteigern sollte man besser nicht damit kommen.
Lieber ein einfaches Lubuntu oder Xubuntu installieren und machen lassen.

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