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10.03.2014, 20:52

Datenrettung mit ddrescue / Fortsetzung trotz log-file gescheitert

Hallo zusammen,

ich habe mich als Linux-Laie mit Hilfe der Knoppix 7.2 Live-CD und des Threads Datenrettung mit ddrescue an die Rettung einer defekten 320GB Festplatte (sda) auf eine neue, leere 1TB-Platte (sdb) mit einem USB-Stick (sdc) gewagt. Vielen Dank schon mal für all das geballte Fachwissen in dem Artikel!!!

Bisher lief's eigentlich ganz gut. Ich habe zuerst
sudo ddrescue -f -n /dev/sda /dev/sdb /media/sdc/rettung.log
durchlaufen lassen. Dann habe ich
sudo ddrescue -d -f -r3 /dev/sda /dev/sdb /media/sdc/rettung.log gestartet. Die Log-Datei wurde einwandfrei gelesen und ddrescue hat dort weitergemacht, wo es mit dem ersten Durchgang aufgehört hatte. Der erste der 3 Retries (-r3) lief gut und nach bis dahin insgesamt 3 Tagen waren 320067MB rescued bei einer verbleibenden errsize von 5232KB auf 8018 errors.

Am Anfang von Retry 2 habe ich das Ganze abgebrochen und den Computer für 1 Woche heruntergefahren, weil ich verreist bin. Nach meiner Rückkehr wollte ich das Ganze nun fortsetzen. Habe also das Live-System wieder gestartet (die HDDs waren von der Boot-Order komplett ausgenommen, sollte also beim Start keine Leseversuche gegeben haben). Habe mit fdisk -l sichergestellt, ob die sd?-Buchstaben noch dieselben sind und habe dann wieder
sudo ddrescue -d -f -r3 /dev/sda /dev/sdb /media/sdc/rettung.log
gestartet. Obwohl rettung.log am selben Ort noch vorhanden war, fing ddrescue nun bei 0 an alles zu kopieren, statt nur noch die fehlerhaften Stellen abzugrasen. Da es schon nach ein paar Gigabyte 365kB Daten in 5 errors gefunden hatte (beim letzten Mal kamen die Errors erst viel später), hab ichs erstmal wieder abgebrochen. Wenn ich ddrescue jetzt neu aufrufe, setzt es mit dem Logfile ganz normal fort, das hab ich noch getestet, dann aber vorerst wieder unterbrochen.

Nun meine Fragen:
1. Warum hat ddrescue nicht dort weitergemacht, wo es vor 1 Woche laut dem unveränderten Logfile aufgehört hatte? (Da ich von dem alten Logfile keine weitere Sicherungskopie habe und es jetzt mit dem neuen Stand der Dinge überschrieben ist, ist die Frage wohl für andere interessanter als für mich...)

2. Kann ich die gesicherten Daten von letzter Woche nun vergessen, nachdem ddrescue von vorn begonnen hat? (hat ddrescue sie überschrieben oder ergänzt bzw. gar nicht verändert?)

3. Sollte ich sudo ddrescue -d -f -r3 /dev/sda /dev/sdb /media/sdc/rettung.log überhaupt wieder aufrufen und fortsetzen, oder mich lieber mit dem zufriedengeben, was von der Aktion letzte Woche hoffentlich noch übrig ist?

Sprich: Wie würdet Ihr weitermachen?

Danke im Voraus für Eure Antworten. Ich lasse mich auch gern auf einen bestehenden Thread verweisen, hab aber bisher keinen gefunden, in dem das Fortsetzen trotz eines bestehenden Logfiles nicht geklappt hat...

Viele Grüße
Goofy

klaus2008

Meister

Beiträge: 2 700

Geschlecht: Männlich

2

10.03.2014, 22:09

Zitat

Wie würdet Ihr weitermachen?

Ob die Daten sinnlos überschrieben wurden, könnte man beispielsweise durch einen sektorweisen Vergleich der beiden Festplatten herauszufinden versuchen.
Andererseits könnte man sich auch zunächst mit dem jetzigen Ergebnis zufrieden geben und ausprobieren, ob die geretteten Daten sinnvoll sind. Das würde bedeuten, dass man versucht, das Laufwerk nur lesend einzubinden, und anschließend die Dateien stichprobenweise auf Fehler untersucht.
Man könnte auch bei allem Risiko die neue Festplatte an Stelle der alten einbauen und ausprobieren, ob irgendetwas in Unordnung geraten ist.

Jedenfalls sollte man sich immer daran erinnern, dass man bei einer defekte Festplatte nur eine begrenzte Anzahl von Leseversuchen haben wird.

Welche Art Fehler besitzt eigentlich die alte Festplatte?

3

13.03.2014, 01:07

Hallo Klaus,

vielen Dank für Deine Hilfe!!!!

Da mein Versuch ddrescue fortzusetzen ja schon gezeigt hat, dass die Daten auf der alten Platte nicht "frischer" werden, habe ich mich zufrieden gegeben, habe von beiden gesicherten Partitionen auf der neuen Platte zur Sicherheit noch ein weiteres Abbild erstellt und habe dann von jeder eine "Arbeitspartition" einzubinden versucht, um nach den Daten zu schauen. Die Kopie der Windows-Partition sah gut aus, die Kopie der Datenpartition wollte sich nicht einbinden lassen. Testdisk konnte das filesystem dieser Partition auch nicht öffnen, auch mit deep search hab ich für diese Partition keine brauchbaren boot sectoren mehr gefunden, mit der ich die alte Verzeichnisstruktur und die dateien hätte anzeigen lassen können. Photorec hat allerdings noch so viel wiedergefunden, dass ich die Daten-Partition noch nicht aufgeben wollte. Ich habe also erstmal versucht von der Windows-Partition zu booten, was nach einigem Hin und Her ganz gut ging. Aus Windows habe ich dann mit GetDataBack for NTFS fast alle Dateien und Verzeichnisse aus der "nicht lesbaren" Partition herauskopieren können. Nun sicher ich alles doppelt und dreifach um dann noch die Partitionierung der neuen Festplatte anpassen und Windows neu installieren zu können (so ganz rund läuft's noch nicht wieder...). Ich bin gespannt, ob ich irgendwann noch auf beschädigte Dateien stoße - irgendwo müssen die von ddrescue nicht mehr behobenen Errors ja geblieben sein... Aber bisher hab ich unter den wiederhergestellten Dateien nur intakte gefunden und freu mich an jeder einzelnen. :D

Noch zum Problem mit der alten Festplatte: Ich hatte sie ausgebaut um sie über USB an einem anderen Computer benutzen zu können. Der hat sich leider aufgehängt, während er gerade mit der Platte arbeitete, woraufhin die Platte komische Geräusche machte. Als ich sie wieder in meinen Laptop eingebaut hab und von ihr booten wollte, kam beim Windows-Start ein schwarzer Screen mit irgendeinem "i/o error". Bei einem späteren Start kam noch eine Warnung vom S.M.A.R.T. Meinen Googlerecherchen zufolge alles Indizien für einen bevorstehenden Festplattentod und ein Fall für ddrescue. Welche Fehlermeldungen es genau waren, kann ich aber leider nicht mehr sagen...

Danke nochmal!
Beste Grüße,
Goofy

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