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06.09.2018, 18:12

Kann keine Dateien auf einen USB-Stick schreiben bzw. Kopieren

Hallo sehr geehrte Community,

ich habe am Sonntag versucht die Dateien der Festplatte vom Kumpel zu retten(die er vom Laptop ausgebaut hat (da sein Win 10 immer wieder eine Selbstreperatur startet und er nicht mehr an seine Daten ran kam) mit Hilfe eines USB-Festplatten Lesegerät.
Ohne Erfolg denn Windows XP 3 erkannte die Platte zwar, konnte sie jedoch nicht am Arbeitsplatz anzeigen.
Abends habe ich dann den PC ohne die Festplatte ordnungsgemäß heruntergefahren!

Nun zum Problem:

- Am Montag habe ich meinen Celeron PC (um den es auch geht) starten wollen und noch vor dem Benutzerbildschirm kann eine Windows-Meldung, dass Windows (XP) nicht richtig installiert sei und ich erneut den Setup ausführen soll (der PC startete dann immer neu, auch im Abgesicherten Modus)!
Durch die Belesung von Foren habe ich gelesen, dass eine win XP CD Reperatur helfen soll, jedoch habe ich seitdem immer einen Bluescreen und komme nicht an meine Daten ran!

- Unter der Live CD von Linux Knoppix 5.0 habe ich nun versucht die Dateien von meiner Festplatte (die Festplatte im Celeron-PC ist übrigens eine 750 GB große SATA-Festplatte, die in C (für Windows und installierte Programme und D (für meine eigenen Dateien) geteilt ist) auf einem 16 GB großen USB-Stick zu kopieren!
Leider erscheint (trotz rechtsklick auf "Festplatte [sdb1]" > Lese-/Schreibmodus ändern > (Fenster: Möchten Sie die Partition /dev/sdb1 (vfat) wirklich schreibbar machen? Ja [habe ich angeklickt]),.
Wenn ich nun versuche eine Datei oder einen Ordner von der Festplatte auf den Stick kopieren, erscheint die Meldung: " *Name der Datei* kann nicht geschrieben werden."

Was mache ich falsch?

Für jegliche Bemühungen bedanke ich mich im Voraus und wünsche allen einen schönen Tag!

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Robert Kachel« (06.09.2018, 18:34)


pit234a

Fortgeschrittener

2

06.09.2018, 19:22

Du startest also ein Knoppix von CD/DVD [-> /dev/sr0].
Dabei werden deine internen Platten/Partitionen erkannt und eingebunden? [-> /dev/sda1, /dev/sda2...]
Nun steckst du einen USB-Stick und der wird ebenfalls erkannt und eingebunden? [-> /dev/sdb1]
Linux zählt die Platten und Partitionen hoch. sda ist die erste erkannte Platte (für gewöhnlich die erste eingebaute, also am niedrigsten SATA-Port hängende Platte), dann sda1 für die erste Partition auf dieser Platte und so weiter.
Wenn keine anderen Platten verbaut sind, würde dann dein Stick die sdb bekommen.

Du bootest dein System von DVD und dann öffnest du ein Terminal und gibst darin den Befehl

Quellcode

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mount

der zeigt alles an, was eingebunden ist. Sieh dir das mal in Ruhe an, um zu lernen, wie die Ausgabe aufgebaut ist. Natürlich ist das recht unübersichtlich. Leider habe ich kein Knoppix, um das zu zeigen und zu prüfen, was ich nun sage.
Ich glaube, dass die eingebauten Partitionen bereits automatisch eingebunden werden, bin da aber nicht ganz sicher. Ich glaube weiter, dass sie im "nur-Lese-Modus" eingebunden werden, weil es die Philosophie von Knoppix ist, das installierte System nicht zu berühren.
Das siehst du nun ja in der Ausgabe des Befehls mount. Um das übersichtlicher zu machen, filterst du die Zeilen heraus, die den Begriff sd enthalten.

Quellcode

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mount | grep sd

Sieh dir die Ausgabe nochmal gewissenhaft an. Du siehst, welche Partition wo eingebunden ist (etwa /dev/sda1 auf /media/sda1) und weiterhin, welches Dateisystem das ist und welche Rechte und Optionen benutzt wurden. ein rw steht für lese und schreib-Recht, ein ro für nur Lese. ro genügt, um Daten von diesem Dateisystem zu kopieren und das möchtest du ja.
Wenn in deiner Ausgabe die Partitionen der eingebauten Platte nicht gelistet waren, dann öffne einen Dateimanager und klicke das Symbol für die gewünschte Partition an. Wenn das Dateisystem erkannt wird und eingebunden werden kann (wenn es also nicht beschädigt ist), dann wird es nun automatisch eingebunden und der Dateimanager öffnet den Einhängepunkt.
Sieh nun nochmal nach, wie sie eingebunden ist.
Passierte an der Stelle nichts, ist vermutlich das Dateisystem beschädigt und muss repariert werden.
Wenn da alles glatt ging. leg deinen USB-Stick ein. Der sollte automatisch eingebunden werden und ein neues Fenster mit Dateimanager öffnet auch hier direkt den Einhängepunkt.
Passiert das nicht, ist vielleicht das Dateisystem deines Sticks beschädigt.
Sieh nochmal mit mount nach, wie das Dateisystem des Sticks eingebunden wurde. Es sollte rw sein. Ist es ro, muss neu gemountet werden.
Du kannst nun einfach Dateien mittels Drag_n_Drop vom ersten Fenster des Dateimanagers in das zweite fallen lassen, um sie zu kopieren.
VFAT oder FAT32 kann nur Dateien mit maximal 4G kopieren. Allzuviel Platz hast du auf einem 16G Stick eh nicht.

Es macht keinen Sinn, deine System-Daten zu kopieren oder zu sichern. Ein zerstörtes System zu kopieren verschwendet nur Platz.

Statt dieser Prozedur solltest eigentlich viel einfacher das regelmäßige Backup deiner persönlichen Daten benutzen können. Platten sterben nun mal unerwartet.

Es gibt da noch mehr zu sagen und zu testen, aber mach bitte erst mal dies und berichte präzise, was passiert ist und was du jeweils gelesen hast (auch die weiteren Optionen, außer ro,rw beim mount sind interessant)

PS: du scheinst eine Vorliebe für alte Systeme zu haben? Knoppix5, WindowsXP...

edit: einen Rechtschreibfehler beseitigt

pit234a

Fortgeschrittener

3

06.09.2018, 20:08

doch noch Beispiele aus Knoppix

Einen Knoppix Stick, der letztens nicht mehr zu funktionieren schien, wollte ich nun reparieren und erstaunlicherweise funktionierte er nun doch wieder, so daß ich Beispiele liefern kann:

Nur Knoppix gebootet, das bei mir vom Stick läuft und auf einem NTFS liegt und zusätzliche eine Overlay-Partition in ext2fs hat:

Quellcode

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knoppix@Microknoppix:~$ mount | grep sd
/dev/sdb1 on /mnt-system type fuseblk (rw,relatime,user_id=0,group_id=0,allow_other,blksize=4096)
/dev/sdb2 on /KNOPPIX-DATA type ext2 (rw,relatime,errors=continue,user_xattr,acl)
gvfsd-fuse on /run/user/1000/gvfs type fuse.gvfsd-fuse (rw,nosuid,nodev,relatime,user_id=1000,group_id=1000


-/dev/sdb1 ist auf /mnt/system eingebunden, das ist bei mir NTFS und deshalb wird dazu eine zweite Zeile erzeugt, denn es ist über ein fuse-System eingebunden. Möglicherweise erzeugt Knoppix aber immer den Eintrag mit diesem gvfsd-fuse, weil es vielleicht ein Hintergrund-Dienst ist. Jedenfalls siehst du, dass in meinem Fall dieses Datei-System rw eingebunden ist.
-/dev/sdb2 ist die Overlay-Partition, das gehört zu meinem Knoppix und es ist ebenfalls rw eingebunden.

Es sind an der Stelle keine internen Platten/Partitionen eingebunden.
Meine internen Partitionen sind NTFS, aber zwei davon sind verschlüsselt und können deshalb nicht von Knoppix eingebunden werden. Die unverschlüsselte ist /dev/sda1 und die kann ich durch Anklicken des Symbols im Dateimanager öffnen und dann nachsehen:

Quellcode

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knoppix@Microknoppix:~$ mount | grep sd
/dev/sdb1 on /mnt-system type fuseblk (rw,relatime,user_id=0,group_id=0,allow_other,blksize=4096)
/dev/sdb2 on /KNOPPIX-DATA type ext2 (rw,relatime,errors=continue,user_xattr,acl)
gvfsd-fuse on /run/user/1000/gvfs type fuse.gvfsd-fuse (rw,nosuid,nodev,relatime,user_id=1000,group_id=1000)
/dev/sda1 on /media/sda1 type fuseblk (rw,nosuid,nodev,relatime,user_id=0,group_id=0,default_permissions,allow_other,blksize=4096)

es kam also /dev/sda1 hinzu und zwar rw!
Nun lege ich einen Stick ein, der zwei Partitionen hat:
es öffnet sich ein Fenster und fragt, was ich damit machen will. Vorgeschlagen wird, im Dateimanager zu öffnen und ich bestätige dies für die erste Partition. Ich habe nun ja schon die interne Platte [-> /dev/sdan] und den Stick mit Knoppix [-> /dev/sdbn] drin gehabt und erwarte daher, dass der neue Stick /dev/sdc wird und die erste Partition sdc1 und auf /media/sdc1 eingebunden wird:

Quellcode

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knoppix@Microknoppix:~$ mount | grep sd
/dev/sdb1 on /mnt-system type fuseblk (rw,relatime,user_id=0,group_id=0,allow_other,blksize=4096)
/dev/sdb2 on /KNOPPIX-DATA type ext2 (rw,relatime,errors=continue,user_xattr,acl)
gvfsd-fuse on /run/user/1000/gvfs type fuse.gvfsd-fuse (rw,nosuid,nodev,relatime,user_id=1000,group_id=1000)
/dev/sda1 on /media/sda1 type fuseblk (rw,nosuid,nodev,relatime,user_id=0,group_id=0,default_permissions,allow_other,blksize=4096)
/dev/sdc1 on /media/sdc1 type vfat (rw,nosuid,nodev,relatime,uid=1000,gid=1000,fmask=0000,dmask=0000,allow_utime=0022,codepage=850,iocharset=utf8,shortname=winnt,utf8,errors=remount-ro)

So ist es und wieder rw und diesmal vfat.

Für mich ziemlich merkwürdig, aber bei Linux möglicherweise so üblich, legt Knoppix in der Datei /etc/fstab dazu auch Einträge an, die einen was erkennen lassen. Ich gebe die Datei mal aus und du siehst und verstehst sie ganz von selbst:

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knoppix@Microknoppix:~$ cat /etc/fstab
# DEFAULT BASE FSTAB, UNCONFIGURED
proc       /proc         proc       noauto             0 0
sysfs      /sys          sysfs      noauto             0 0
# Added by KNOPPIX
/dev/sda3 /media/sda3 auto noauto,users,exec 0 0
# Added by KNOPPIX
/dev/sda1 /media/sda1 ntfs noauto,users,exec,umask=000,uid=knoppix,gid=knoppix 0 0
# Added by KNOPPIX
/dev/sda2 /media/sda2 auto noauto,users,exec 0 0
# Added by KNOPPIX
/dev/sdb2 /media/sdb2 ext2 noauto,users,exec 0 0
# Added by KNOPPIX
/dev/sdb1 /media/sdb1 ntfs noauto,users,exec,umask=000,uid=knoppix,gid=knoppix 0 0
# Added by KNOPPIX
/dev/sdc1 /media/sdc1 vfat noauto,users,exec,umask=000,shortname=winnt,uid=knoppix,gid=knoppix 0 0


Ferner gibt einem dmesg die Systemmeldungen aus und da kann auch wichtige Information stehen. in meinem Fall etwa:

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[ 1215.699908]  sdc: sdc1 sdc2
[ 1215.702698] sd 6:0:0:0: [sdc] Attached SCSI removable disk
[ 1217.537222] FAT-fs (sdc1): utf8 is not a recommended IO charset for FAT filesystems, filesystem will be case sensitive!
[ 1217.545040] FAT-fs (sdc1): Volume was not properly unmounted. Some data may be corrupt. Please run fsck.

Dies ist ein Hinweis auf ein defektes Dateisystem, das repariert werden muss. Allerdings wurde es trotzdem erfolgreich von Knoppix eingebunden.

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07.09.2018, 15:09

Antworten von pit234a, gestern, 19:22:

> Dabei werden deine internen Platten/Partitionen erkannt und eingebunden? [-> /dev/sda1, /dev/sda2...]
- Ja, die Platte sda1 (Laufwerk C) und sda5 (Laufwerk D) werden beim starten erkannt und ich kann durch Klick auf den Desktop, da die Platte ja dann eingebunden wird, zugreifen.


> Nun steckst du einen USB-Stick und der wird ebenfalls erkannt und eingebunden? [-> /dev/sdb1]
- Der Stick wird ebenfalls erkannt und eingebunden.


> Du bootest dein System von DVD und dann öffnest du ein Terminal und gibst darin den Befehl
Quellcode
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mount



- Das habe ich getan und es erscheint bei mir folgendes:

knoppix@1[knoppix]$ mount
/dev/root on/ type ext2 (rw)
/ramdisk on /ramdisk type tmpfs (rw,size=1224596k)
/UNIONFS on /UNIONFS type unionfs (rw,dirs=/ramdisk=rw:/KNOPPIX=ro,delete=whiteo
ut)
/dev/hdc on /cdrom type iso9660 (ro)
/dev/cloop on /KNOPPIX type iso9660 (ro)
/proc on /proc type proc (rw)
/proc/bus/usb on /proc/bus/usb type usbfs (rw,devmode=0666)
/dev/pts on /dev/pts type devpts (rw)
/dev/sda1 on /media/sda1 type fuse (ro,nosuid,nodev,default_permissions,allow_ot
her,user=knoppix)
/dev/sdb1 on /media/sdb1 type vfat (rw,nosuid,nodev,umask=000,shortname=winnt,ui
d=1000,gid=1000)
/dev/sda5 on /media/sda5 type fuse (ro,nosuid,nodev,default_permissions,allow_ot
her,user=knoppix)
knoppix@1[knoppix]$


sdb1 hat also rw, aber wenn ich auf dem Desktop mit der Maus auf "Festplatte [sdb1]" zeige steht dort: "Schreibbar: Nein".

Aber jetzt funktioniert es komischerweise mit dem Kopieren! Ich kann also endlich (nach 4 Tagen mit meiner Datenrettung beginnen!

Vielen Dank für alles und einen schönen Tag noch!

P. S.: Falls es doch unerwartet nicht mehr klappen sollte, melde ich mich nochmal!
P.S.2: Verzeihung für die Linien. Ich wusste nicht, wie ich sie nach dem Quellcode-Kasten wieder weg bekomme!

Thema erstmal vorläufig geschlossen!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Robert Kachel« (07.09.2018, 15:16)


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