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14.05.2021, 18:57

Nochmal neu und anders: Knoppix auf NTFS mit Overlay-Datei

Die anderen Beiträge wo es um ähnliche Themen geht, will ich nicht suchen und hier zitieren.
Stattdessen beschreibe ich nochmal die Ausgangslage.
Knoppix ist bei mir ein "nice to have", aber keinesfalls ein Muss und nicht mein System der Wahl, um damit wirklich zu arbeiten. Auf zahlreichen Sticks habe ich es aber liegen, um es im Bedarfsfall auch mal booten zu können. Hauptsächlich sind meine Sticks aber Datenträger, womit ich Daten von einem PC zum nächsten transportiere.
Weil immer mehr Dateien größer als 4GB sind, ist mein Wunsch sicherlich verständlich, Knoppix gleichzeitig mit einem NTFS haben zu wollen.
Das Problem dabei ist, dass EFI-PCs eine EFI-Partition in FAT brauchen.
Mit Knoppix auf einer NTFS-Partition und einer zusätzlichen Overlay-Partition gibt es bei manchen (Windows-) Systemen schon Probleme.
Deshalb habe ich bisher zwei unterschiedliche Lösungen:
-einmal Knoppix (fast normal) auf FAT32 liegen für EFI-Systeme
-Knoppix auf NTFS liegen und mit Grub4DOS von hier starten, was nur auf Legacy-Systemen geht

Was ich nun probierte:
-Knoppix mit einer EFI-Partition in FAT32 starten, aber auf NTFS gelegt und hier eine Overlay-Datei eingerichtet.

Theoretisch könnte dieser Stick vielleicht sogar bei Legacy-Systemen funktionieren, das habe ich aber bisher nicht hinbekommen, womöglich, weil ich den entsprechenden Stick mittels GPT-Schema partitioniert habe.

Also, auf dem Stick habe ich eine 100MB efi in FAT32 angelegt und den Rest in NTFS Formatiert.
Dann habe ich das KNOPPIX_9.1-DVD.iso "entpackt" oder gemounted und von der DVD also die Verzeichnisse /boot und /efi in die neue EFI Partition kopiert. Dabei ist in der Quelle /boot/syslinux ein Link nach /boot/isolinux der sich nicht kopieren ließ (also nicht einfach) und ich brauche das auch nicht und habe die kopierte isolinux im Ziel nach syslinux umbenannt.
Damit ist die EFI-Partition vollständig eingerichtet.
Auf die NTFS-Partition habe ich dann von der DVD das Verzeichnis Knoppix komplett kopiert.

Ein Versuch damit zeigte bereits Erfolg auf einem EFI-PC.
Knoppix startete komplett, wie erhofft, allerdings noch ohne Overlay.

Seltsamerweise sah ich in /KNOPPIX eine ungültige knoppix-data.inf, die ich zunächst mal entfernte.
Dann erstellte ich eine Overlay-Datei, nach dem Vorbild des Flash-Install scripts und zwar in dem laufenden Knoppix, das ich soeben ohne Overlay vom Stick auf einem EFI-PC gebootet hatte:

Quellcode

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root@Microknoppix:/home/knoppix# dd if=/dev/zero of=/mnt-system/KNOPPIX/knoppix-data.img bs=1M count=8096
8096+0 Datensätze ein
8096+0 Datensätze aus
8489271296 Bytes (8,5 GB, 7,9 GiB) kopiert, 149,661 s, 56,7 MB/s
root@Microknoppix:/home/knoppix# mke2fs -F -m 0 /mnt-system/KNOPPIX/knoppix-data.img
mke2fs 1.45.7 (28-Jan-2021)
warning: Unable to get device geometry for /mnt-system/KNOPPIX/knoppix-data.img
Creating filesystem with 2072576 4k blocks and 518144 inodes
Filesystem UUID: 45fe16b3-4fa8-45c4-a8c9-6fb7cee0b517
Superblock backups stored on blocks: 
	32768, 98304, 163840, 229376, 294912, 819200, 884736, 1605632

Allocating group tables: done                            
Writing inode tables: done                            
Writing superblocks and filesystem accounting information: done 

ACHTUNG: das Flash-Install script begrenzt die Overlay-Datei auf maximal 4GB, weil es das Medium in FAT32 formatiert und deshalb nicht mehr geht. Weil ich nun auf einem NTFS arbeite, gilt die Beschränkung des Dateisystems nicht und obwohl ich nicht wirklich sehe, was ich mit einer derart großen Overlay machen will, wollte ich das wissen und habe hier also eine etwa 8G große Datei erstellt und anschließend formatiert.

OK, eine derart große Overlay-Datei kann indessen wirklich viel Sinn machen, wenn man etwa nur die KNOPPIX_9.1 CD, also nur den Teil /KNOPPIX/KNOPPIX und nicht auch /KNOPPIX/KNOPPIX1 benutzt. Denn auf der CD fehlen vielleicht doch die ein oder andere Anwendung, die man dann gerne nachinstallieren möchte. Wenn ich mich schon für die DVD entschieden habe und sie auch nutzen will, brauche ich zwar 4G mehr Platz auf dem Stick, könnte aber meine Overlay dann auch entsprechend kleiner halten.
Nunja, insgesamt belege ich etwa 10% des Sticks und ich könnte die Overlay-Datei jederzeit neu erstellen und so die Größe anpassen. Eine Eigenschaft, die mir spontan besser gefällt, als mit einer Overlay-Partition zu arbeiten.
Ich nutze nie eine Verschlüsselung für die Overlay! was bestimmte Gründe hat. Es macht mir das Leben sehr viel einfacher.
So kann ich auch die Overlay-Datei sehr einfach in einem anderen System einbinden und auslesen oder vielleicht sogar ändern, wenn die Rechte entsprechend angepasst werden. Das ist mir wichtig.

Nach einem Neustart vom Stick, wird die neu angelegte Overlay automatisch eingebunden:

Quellcode

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knoppix@Microknoppix:~$ mount | grep -i knoppix
/dev/cloop0 on /KNOPPIX type iso9660 (ro,relatime,nojoliet,check=s,map=n,blocksize=2048)
/dev/cloop1 on /KNOPPIX1 type iso9660 (ro,relatime,nojoliet,check=s,map=n,blocksize=2048)
/dev/loop0 on /KNOPPIX-DATA type ext2 (rw,relatime,errors=continue,user_xattr,acl)
gvfsd-fuse on /home/knoppix/.cache/gvfs type fuse.gvfsd-fuse (rw,nosuid,nodev,relatime,user_id=1000,group_id=1000)
knoppix@Microknoppix:~$ df -h | grep -i knoppix
/dev/cloop      1,9G    1,9G     0  100% /KNOPPIX
/dev/cloop1     9,7G    9,7G     0  100% /KNOPPIX1
/dev/loop0      7,8G     22M  7,8G    1% /KNOPPIX-DATA


Soweit, so gut.
In einem Win10 wird der Stick als NTFS-Stick vollkommen problemlos eingebunden und die EFI-Partition artig ignoriert.
Womöglich liegt das am Attribut "hidden", das ich bei der Erstellung gesetzt hatte.
In einem Ubuntu wird die NTFS-Partition automatisch eingebunden und die EFI-Partition nur auf Wunsch.
Alle EFI-PCs, inklusive der diversen I-MAC und MAC-Books in meinem Haushalt booten erfolgreich von diesem Stick.

Der eine Legacy-PC erkennt den Stick nicht als Bootable-Medium.
Um das zu ändern habe ich sowohl versucht, den MBR (PMBR) mittels syslinux neu zu schreiben, also auch mit Grub4DOS. Obwohl beide Programme Erfolg vermelden und Grub4DOS sogar explizit die Option --gpt kennt, ändert sich das Verhalten bislang nicht.
Entweder mache ich was falsch und/oder habe nicht richtig verstanden, wie die beiden Bootloader funktionieren.
Eigentlich hatte ich erwartet, dass ein Booten mittels Syslinux von der EFI-Partition ja genauso gelingen müsste, wie der EFI-Boot auch gelingt.
Dass Grub4DOS nicht geht, hatte ich schon eher erwartet, weil das NTFS ja auf Partition zwei liegt und das möglicherweise nicht mit diesem einfachen Bootloader geht. Vielleicht muss ich aber nochmal nachlesen.
Zusätzlich auch noch Legacy-PCs booten zu können, wäre schon Hammer!

Also nochmal, was bringt mir die neue Methode?
Ich kann nun (bisher) EFI-PCs mit einem Knoppix vom Stick booten und darauf aber ein NTFS für den Austausch von Daten nutzen.
Das gelang mir bisher nur mit Legacy-Boot direkt vom NTFS und einer zusätzlichen Overlay-Partition. Diese Sticks kann ich mit meinem neuen Wissen um die Overlay-Datei nun ebenfalls umbauen und auf eine zusätzliche Partition komplett verzichten.
Aber ich brauche bisher immer noch unterschiedliche Sticks für die unterschiedlichen Systeme, wenn ich NTFS als Hauptdateisystem für den Transport von Daten haben möchte.

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15.05.2021, 16:41

nächster Versuch

Seltsamerweise sah ich in /KNOPPIX eine ungültige knoppix-data.inf, die ich zunächst mal entfernte.

diese finde ich auf der DVD direkt schon so drauf und habe sie also nun vorsorglich gelöscht, damit sie bei meinen weiteren Versuchen nicht im Wege ist

obwohl ich nicht wirklich sehe, was ich mit einer derart großen Overlay machen will

Das führt mich zu meinem Versuch nach diesem, denn wenn ich bei vorherigen Knoppix-Versionen stets mit einer Overlay-Partition < 2G ausgekommen bin, sollte mir eine Overlay-Datei < 4G auch genügen und die neue Idee ist dann, eine ESP mit etwa 8,5G für Knoppix plus Overlay zu benutzen und den Rest als NTFS Speicher

Eigentlich hatte ich erwartet, dass ein Booten mittels Syslinux von der EFI-Partition ja genauso gelingen müsste, wie der EFI-Boot auch gelingt.

Ja, was soll ich sagen?
ich spiele ja damit herum und betreibe keine ernsthaften Arbeiten. Vielleicht habe ich was falsch gemacht, jedenfalls funktioniert eine msdos-Partitionstabelle auf Anhieb wie gewünscht.
Eine kleine EFI-Partition mit 100MB für /efi und /boot aus der Knoppix DVD, alles von isolinux nach syslinux umbenannt, mit syslinux /dev/sdx1 den Bootloader entsprechend geschrieben und /KNOPPIX auf die anschließende NTFS gelegt und darin eine overlay, also knoppix-data.img angelegt, wie vorhin schon gezeigt.
Bootet auf EFI und LEGACY, auch auf MAC-Books.
Der Vorteil: da die overlay-Datei auf NTFS liegt, kann man sie größer als 4G anlegen.
Die kleine EFI-SP wird wirklich nicht automatisch eingebunden. Bei meinem einzigen Windows-PC blieb sie vollkommen unsichtbar. Wenn das mit einer größeren ESP ebenso geht, wäre das wohl mein neuer Weg, weil ich eben nicht die große Overlay brauche.

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15.05.2021, 17:59

nächster Versuch danach

Das führt mich zu meinem Versuch nach diesem,


Wie erwartet gelingt es natürlich spielend leicht, eine große ESP zu setzen und Knoppix darin komplett unter zu bringen.
Es ist ja nichts anderes, als auch beim Flash-Install Script passiert. Bei einem Platz von ca 8.5G kann man Knoppix_9.1_DVD plus nahezu 4G Overlay-Datei nutzen. Das System bootet, ebenfalls wie erwartet, sowohl von EFI als von Legacy.
Im Gegensatz zu Gestern vermag ich aber nicht, die ESP für Windows versteckt zu halten. Dabei muss ich einen Mitbewohner bitten, das zu testen, weil ich derzeit keinen Zugang zu einem Windows-PC habe.

Obwohl das so gut gelingt, gefällt mir der Ansatz in der Praxis plötzlich nicht mehr so gut.
Um meine Daten zu speichern und diese getrennt vom Knoppix zu halten, hatte ich die in der Vergangenheit in einen Ordner gelegt, wie etwa ALLEDATEN oder so.
Dagegen spricht nun nichts. Aber, mein gewünschter Speicherplatz ist nun auf der zweiten Partition auf dem Stick, dem NTFS-System und das wird nicht automatisch eingebunden. Kein wirkliches Problem.

Ich muss darüber nochmal nachdenken.
Aber es zeigt sich eine weitere Möglichkeit, wie man mit Knoppix kreativ umgehen kann.

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15.05.2021, 19:02

und Schluss für heute

Ich muss darüber nochmal nachdenken.


warum beschreibe ich meine Gedanken und Versuche überhaupt hier? Ich könnt das auch im stillen Kämmerlein für mich alleine machen.
Einmal ist es eine Art "public cloud", wenn man etwas in einem Forum beschreibt (zumindest so lange, bis das Forum abgestellt oder verkauft wird) und zum Anderen könnten auch tatsächlich mal andere Leute an meinen Spielereien interessiert sein.
Entsprechende Beiträge gab es hier ja bereits, die es nahelegen, dass nicht jeder Knoppix immer gleich nutzen will.

Was ich glaube, mit meinen Spielereien herausgefunden zu haben:
-wenn ein Stick in GPT-Format partitioniert wird, dann kann er nicht mehr von Legacy-PCs gebootet werden! Mir steht nur ein PC zur Verfügung, um das zu testen.
-wenn ein Stick in msdos-Format partitioniert wurde, kann die EFI-SP nicht erfolgreich verborgen werden (auf WIN-10 PCs)

Wie auch immer man sich dreht und wendet, es gibt derzeit keine alleine glücklich-mach Methode für mich. Auch in Zukunft werde ich mehrere Sticks brauchen, aber, weil es immer weniger PCs < WIN10 und ohne EFI-Boot gibt, werde ich mehr und mehr auf das Booten von EFI verlagern und Legacy-Boot-Sticks nur noch für Ausnahmen bereit halten.
Denke ich zumindest.

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16.05.2021, 16:16

Interessant

Hallo Pit234a ,
Deine Beitrag finde ich sehr interessant, auch wenn ich jetzt auf Anhieb noch nicht alles verstanden habe.

Ich hatte auch schon versucht mit GPT formatierte Sticks zum booten auf EFI und MSDos-Bios (Legacy) zu booten.
Nach meinem Verständnis bauchte man dazu eine weiter Partition mit Label DosBoot(??) jeden falls wenn mit Grub2 gearbeitet wird (was ich wollte). Das booten hat dann auch prinzipiell geklappt. Ein Weiterkommen ist dann aber an meinen Fähigkeiten mit Grub2 gescheitert.

Gruss Klaus

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16.05.2021, 19:57

Ein Weiterkommen ist dann aber an meinen Fähigkeiten mit Grub2 gescheitert.


dito.
das wäre eigentlich auch mein Wunschkandidat gewesen und ich habe damit vor einiger Zeit viel Zeit zugebracht.
Es liest sich prinzipiell sehr einfach und es gibt gute Beispiele, aber mir fehlen da offenbar einige Gehirnwindungen.

"Leider" habe ich eigentlich gar keine eigenen Windows-PCs zum Testen und alle privaten PCs booten problemlos EFI (oder im Falle der Macs nur und ausschließlich).
Ich vermute, dass alleine die Aussage: "wir haben ein GPT-Schema" bereits das Booten in einem Legacy verhindert, denn, ich habe schließlich den MBR, also den relevanten Teil des PMBR manuell beschrieben und der sollte damit die Information von Syslinux drin haben und zumindest als Bootable erkannt werden (egal, ob es dann geht oder nicht). Aber an meinem einzigen Testrechner erscheint niemals ein GPT-Stick (bisher) im Boot-Asuwahlmenü.
Bei diesem Rechner fehlt mir außerdem die Berechtigung, selbst ins BIOS zu schauen. Es könnten dort tatsächlich auch zusätzliche Restriktionen gesetzt sein.

Derzeit mache ich mir einen Stick mit einem Knoppix 9.1 fertig.
Ich nutze nicht immer die neuesten Versionen, wollte es aber auf diesem Stick eben zum ersten Mal einsetzen.
Meine Entscheidung ist auf eine kleine EFI-SP und anschließendes NTFS mit KNOPPIX gefallen und in GPT partitioniert, was mir nur den einen Vorteil bringt, dass die EFI-SP auf "hidden" gesetzt werden kann und bei dem einem Win10-Rechner deshalb vollkommen ignoriert wurde.
Damit kann ich nur EFI-Booten, aber das ist derzeit OK für mich.

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16.05.2021, 20:52

Booten

Hallo Pit234a

Das mit dem Booten war ja schon immer so eine heikle Sache aber mit EFI ist es nicht einfacher geworden.

GPT-Formatierung hatte für mich zwei Seiten.
1) sehr Große Platten - Externe sind meißt schon so vor formatiert.
2) "lineare" Partitionierung also um gehen der Extend.

So wollte ich früher mal "viele" BS auf eine Platten zum testen und vergleichen legen. Mein Unwissen bei Grub hat mir das durch kreutzt.
Platten da meine Lieblingsrechner nicht am USB (1.1) booten.

Erst seit einem Jahr hab ich einen EFI-Rechner. Den boote ich nur über USB-Stick. Da kann man sich dann für jedes BS einen eigenen leisten.

Lange Zeit hatte ich da Probleme beim Wechsel. In vielleicht 5% der Fälle ging das schief und kein USB-Stick wurde mehr erkannt. Nach vielen Spielereien (ich kann das - im Sinne hab zugriff,nicht beherrsche es) im Bios klappt es jetzt doch schon einige Zeit sehr gut.

Ausser Win-Boot und Grub (1.1 u 2) kenne ich keine Bootloader (ausser Namen).

Bei Grub 2 muss es eine Partition mit Kennung: ef02; Markierung: bios_grub (in gparted) geben damit meine PC-Bios Rechner damit booten.
Ich weiss nicht wie das funktioniert aber auf den MBR wird dabei anscheinend nicht zugegriffen. Das kann ja aber eigentlich nicht am Grub liegen.

Mit Boot-Auswahlmenue meinst Du das im Bios zum Auswählen des Boot-Devices? Das umgehe ich da nicht nur einen Boot-Device besitzt (USB) und dann sofort das Grub-Menue erhalte.
Aber so weit scheinst Du gar nicht zu kommen.

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17.05.2021, 08:21

Mit Boot-Auswahlmenue meinst Du das im Bios zum Auswählen des Boot-Devices?


ja. Da ich an die BIOS-Settings selbst nicht ran komme, ist dies der einzige Weg, ein anderes System zu booten.

GPT:
es ist ja nun wirklich nicht neu und hat in meinen Augen viele Vorteile und deshalb nutze ich es "eigentlich" nur noch. Es geht mir halt von der Hand und mit msdos-Partitionstabellen muss ich immer erst noch nachdenken. Und zwar insbesondere wegen der freien Plätze, die ich vor und nach den Partitionen gerne einbaue. Natürlich steht dem auch bei einem msdos-Format nichts im Wege, aber, wie gesagt, mir geht es halt in GPT von der Hand, ich finde es einfacher.

EFI:
ja, wenn alle sich nur einig wären, würde das vermutlich einfacher sein.
Wenn man nur ein System zu booten hat, ist es auch sicher einfacher. Es braucht nur den Loader des Systems. Der Rest passiert quasi wie von Zauberhand.
Wenn man mehrere Systeme hat, wird das schon komplizierter. Eigentlich sollte auch das einfach sein und ein Bootmenü automatisch (BIOS-getriggert) erscheinen und die Loader der verschiedenen Systeme zur Auswahl bringen. Aber genau hier kommen dann unterschiedliche Vorstellungen unterschiedlicher Hersteller ins Spiel und der Bastelkram fängt an.

Bootloader:
kennen gelernt habe ich eigentlich nur den Bootloader des Betriebssystems meiner Wahl. Den finde ich nach wie vor genial, weil er komplett in den MBR hineinpasst und das Booten unterschiedlicher Systeme ermöglicht. Aber ganz so einfach ist das dann auch wieder nicht, wenn Betriebssysteme quasi nicht von selbst booten und immer auch einen extra Mechanismus benötigen.
Bei Linux ist das so und dort hatte ich ein wenig Erfahrung mit LILO gemacht. Das wurde dann von grub abgelöst und damit hatte ich auch häufiger zu tun, aber nicht mehr mit grub2.
Sehr einfache Bootloader sind jene, die Knoppix benutzt. ISOLINUX ist quasi identisch zu SYSLINUX, nur das eines für DVD/CD und das andere für FAT gemacht ist. Es gibt auch weitere solcher einfacher bootloader für andere Dateisysteme, immer spezialisiert auf den Start eines Linux. Grub4DOS zähle ich auch dazu, der auch auf NTFS funktioniert.
GRUB und GRUB2 sind hingegen universeller und können auch den Start anderer Systeme in sich vereinen (OK, das können begrenzt auch die oben genannten, aber eher nebenher).
Das Problem ist, dass diese Loader alle nicht in den MBR passen. Das bedeutet, dass im MBR nur ein Zeiger abgelegt wird, der dann die eigentlichen loader aufruft. Und, bei EFI-Boot wird gar nicht in den MBR geschaut. Das bedeutet, dass diese Loader dann direkt in der EFI-SystemPartition platziert werden müssen, zumindest der passende Aufruf.

Gut, das will ich nicht ausufern lassen.
Nur zurück zu Knoppix. Es ist ja glücklicherweise der Fall, dass ein System alleine gebootet werden soll (nicht mehrere Systeme) und es ist bereits für EFI vorbereitet. Damit ist es sehr einfach, Knoppix von EFI-Systemen booten zu lassen, bzw einen Stick so einzurichten, dass ein Knoppix davon gebootet wird.
EFI Systeme schauen auf die EFI-SP, finden darin den Bootloader von Knoppix, der verweist auf die syslinux.conf (bzw die 64-Version) und bootet die Einträge, die dort hinterlegt sind. Dabei scannt Knoppix die Partitionen auf dem gleichen Medium auf das Vorhandensein von KNOPPIX und baut dieses dann zusammen. Knoppix benutzt einen ziemlich großen Kernel, hat also viele Module bereits mit eingebunden und kann deshalb NTFS ebenfalls benutzen und scannen und KNOPPIX darauf finden und zusammen bauen. Das ist immer so, egal, ob von FAT oder NTFS, NTFS geht eben auch (extfs usw würde sicher ebenfalls gehen).
Also, mit EFI sehr einfach.
Ohne EFI, im LEGACY-Mode, muss die Information aber im MBR stehen, was denn nun gestartet werden soll.
Beim GPT-Schema spielt der MBR gar keine Rolle und es wird allenfalls ein PMBR gesetzt, der dafür sorgt, dass von einem System ohne EFI das Medium nicht als leer erkannt wird. Technisch gesehen sind MBR und PMBR gleich, es sind die ersten 512Byte auf dem Medium.
Syslinux oder grub4dos schreiben einen solchen Eintrag in den MBR, der dann das Booten eines Systems erlauben soll.
Und das tut es bei meinem Testrechner eben nicht.
Also, wenn der Eintrag im MBR nicht funktioniert, weil ich dahinter etwas falsch gemacht habe: OK.
Aber bei mir ist es so, dass das Medium gar nicht als bootfähig erkannt wird. Es wird mir nicht zum Booten vorgeschlagen und zwar, sobald es in GPT-Schema vorliegt. Also, selbst mit dem manuell erzeugten MBR, kopiert von einem anderen Medium, wird es mir nicht zum Booten angeboten.
Deshalb vermute ich, dass alleine schon das GPT-Schema genügt, um ein Booten von Legacy zu verhindern. Zumindest bei meinem Gerät sieht das so aus.

Das ist ziemlich doof und ungerecht und auch nicht zu verstehen, was diese Einschränkung soll.
Aber ich kann es ja auch nicht ändern.
Lediglich meine Versuche noch verbessern, mit anderen MBRs probieren, auch verifizieren, dass die tatsächlich geschrieben wurden und ich da nicht vielleicht einen Fehler machte usw. Falls ich dazu irgendwann Lust verspüre.

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18.05.2021, 15:53

einen Nachsatz.
Mein Stick mit dem KNOPPIX 9.1 DVD-Version auf einem NTFS und gebootet von einer kleinen EFI-SystemPartition ist beinahe fertig.
Es ist deutlich und bei Weitem das schnellste Knoppix, das ich im Betrieb habe, also gelegentlich mal nutze.
Auf einem Stick des gleichen Fabrikats habe ich auch Knoppix 8.6.1 sowohl einmal "normal" auf FAT liegen und einmal auf NTFS und boote mit grub4dos.
Beide haben eine Overlay-Partition in ext2fs.

Der sichtbare Unterschied ist also:
Overlay-Datei <-> Overlay-Partition
Installations- und Bootmethode
Knoppix 91 <-> Knoppix 861

eines davon oder ein wenig von allen mag dazu führen, dass der neue Stick derart deutlich schneller bootet.
Nicht ganz abwegig erscheint mir der Gedanke, dass auch das Partitionslayout eine Rolle spielen mag, weil ich immer die 100MB freien Platz vor und nach jeder Partition lasse. Besser wäre noch, ein komplettes Allignement der NTFS-Partition und nicht einfach nur 100MB danach frei zu lassen. Das werde ich wohl auch nachbessern. Demnächst.

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