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Beiträge: 29

Geschlecht: Männlich

1

07.11.2017, 15:46

altes Netbook - welches Linux

aloha zusammen!

... und da isser wieder - euer "Lieblings-DAU" aus Bääärlin!

Zum Problem: ... ich besitze noch ein altes Netbook von Belinea
( ... auch aus der Zeit in der Windows2000 noch aktuell war - keine Ahnung, welche Leistungsmerkmale die Maschine hat).
Es gibt einen eingebauten Speicher (wahrscheinlich 4GB) und einen USB2-Anschluß.
Der Rechner läßt sich vom USB-Stick booten und es lief einmal ein "abgespecktes Ubuntu" auf dem Rechner (bitte nicht näher nachfragen - ich hab´ keine Ahnung mehr!!!!)
Für unterwegs war die Kiste richtig gut - habe ich damals mit zu den Nachtschichten im Krankenhauslabor genommen - - kam richtig gut.
Leider habe ich mir irgendwann bei einer "Update-Aktion" das System zerschossen - - -> Update deshalb, weil die Laufzeit des Ubuntusystems mit Support vorbei war und das System immer genervt hat ----> "Wenn ich kein neues System bekomme, dann funktioniere ich nicht mehr!"
Daher verschwand der Rechner im Keller - bis jetzt ...
... wenn ich die Kiste zum laufen bekomme, könnte ich sie einem guten Bekannten geben, dessen "HP-Laptop" (8 Jahre alt) "die Grätsche" gemacht hat ...
FRAGE:
Welches "Linux" könnte ich versuchen - es sollte vom "Umfang" her klein sein, damit es nicht den gesamten Speicher belegt, es sollte stabil laufen, geringe Ansprüche an die Hardware stellen und zukunftssicher sein ...
- - - -> also die Eier legende Wollmilchsau sozusagen ...
... ach ja - es sollte sich vom USB-Stick installieren lassen.
... und da habe ich dann auch gleich die "nächste Baustelle" - - wie bekomme ich dieses Linux auf einen USB-Stick und kann davon installieren ...

LG! Helmut

pit234a

Fortgeschrittener

2

07.11.2017, 18:31

wenn er 4G an RAM hat, sollte er auch schon 64Bit sein. Das ist wichtig zu wissen, ebenfalls, ob er UEFI-Boot kann.

Welches System, das ist so eine Frage, auf die es keine befriedigende Antwort gibt.
Du schränkst ja schon mal auf GNU/Linux ein. Und machst weitere Einschränkungen, die quasi nur eine der größeren Distributionen zulassen. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass dann, wenn weniger installiert ist, mehr Leistung für die wesentlichen Sachen übrig bleibt. Jeder Systemdienst bremst und jede Grafik, besonders dann, wenn sie auch hochauflösend sein soll, macht träge. Alle Anwendungen erhalten immer höherwertige Grafik und machen sich deshalb für ältere PCs mit schwacher Leistung irgendwann von selbst uninteressant. Deshalb wäre für mich die Konsequenz, wenn ich einen solchen Laptop nutzen wollte, dass ich am ehesten ein System von Null aus aufbauen würde und nur das hinzunehmen, was ich dringend brauche und will. Alle unnötigen Systemdienste würde ich weglassen und mich nur auf das Nötigste beschränken und dazu ist es recht egal, welche Distribution man wählt. Sie sollte einen einfachen Zugang zu möglichst vielen fertigen Paketen haben.

Diese Antwort wirst du vielleicht nicht mögen und viele andere Nutzer werden vielleicht aus ihrer eigenen Erfahrung heraus ganz andere Tips geben. Frag zehn Anwender und du bekommst wenigstens 12 Tips.
Für jemanden, der sich keinen "Eigenbau" eines Systems zutraut, kommen einige der Distributionen eher nicht in Betracht, trotz der teilweise sehr guten Dokumentation. Sich in ein neues Betriebssystem und eine neue Distribution einzuarbeiten und eine solche Installation zu bewerkstelligen, ist immerhin auch für erfahrene Anwender in der Freien Welt eine größere Sache und erfordert Tage, vielleicht sogar Wochen der Arbeit am und mit dem System.
Deshalb übergehe ich alle möglichen Zwischenstufen von einem Arch-Linux oder Gentoo und empfehle gleich (was ich dir schon mal nahegelegt hatte): LUBUNTU http://lubuntu.net/ oder https://lubuntu.de.uptodown.com/ubuntu , oder bei Heise und sicher gibt es noch mehr Quellen.
Ich will nicht anfangen, LUBUNTU besser oder anders zu beschreiben, als es auf diesen Seiten eh schon gemacht wird. Vielleicht nur so viel: es nutzt LXDE und den kennst du schon von Knoppix, wenn du in der Deafult-Konfiguration gebootet hast. Nur die lästigen 3D-Effekte hat Knoppix zusätzlich eingebaut, die fehlen in LUBUNTU, könnten aber auch nachinstalliert werden (wozu die Grafik natürlich entsprechend unterstützt werden muss).
Lubuntu ist in einem Rutsch und äußerst flott installiert und bietet schon eine große Auswahl an Programmen und sinnvoller Konfiguration für einen Desktop-Nutzer. Man kann aber alles aus dem Ubuntu Sortiment hinzu installieren, analog zu deiner Installation von asunder im Knoppix etwa oder aus grafisch aufbereiteten Menüs heraus. Für Windows-Umsteiger und Anfänger halte ich es für optimal und besonders, weil es nicht viel Schnick-Schnack daher bringt, was am Anfang unnötig verwirren kann.
Noch ein Wort zur Version. Alle Welt will immer das Neueste und dafür gibt es auch gute Gründe. Gerade, weil auch du aber Langlebigkeit ansprichst, ist es aus meiner Sicht sinnvoll, nut sogenannte LTS-Versionen von UBUNTU (und auch von seinen Unterarten) zu nehmen. Manchmal ist es verlockend oder wegen bestimmter HW-Konstallationen sogar angesagt, eine neuere "Zwischenversion" zu nehmen. Die verfallen aber sehr rasch und wer nicht gelernt hat, sein System dann sauber zu upgraden, kann leicht Schiffbruch erleiden. LTS-Versionen werden lange unterstützt und das ist für mich so wichtig, dass ich das sogar oft die richtigen Versionen nenne und jene, die dazwischen veröffentlicht werden, als eher experimentell bezeichne.

https://wiki.ubuntuusers.de/Live-USB/
hier liest du am Besten, wie du einen Stick für die Installation damit aus dem ISO erstellen kannst.
Ich würde das mit dd machen, das hat sich bewährt und mit deinem Knoppix hast du ein System, mit dem das auch funktioniert. Lies aber wirklich erst die Hinweise dazu, man kann damit sein System auch zerstören und ich will hier nicht dafür verantwortlich sein.
https://wiki.ubuntuusers.de/dd/#Live-USB-Stick-erstellen
zeigt das auch nochmal.
Wenn du dich dafür oder ein anderes GNU/Linux entscheiden solltest, können wir das dann ja wieder aufgreifen, falls du dann Fragen hast.

Und dann noch was: du solltest nicht auf mich hören!
Mach dich selbst schlau und lies dich ein und frag dann wieder zu einzelnen Punkten, bei denen dir vielleicht etwas unklar ist. Das ist hart und etwas steiniger, als einfach nur zu machen, was andere einem raten, es ist aber wesentlich nachhaltiger. Du musst dich entscheiden und dazu ist es angesagt, wenigstens die Möglichkeiten zu kennen, die für einen in Frage kommen. Du solltest nicht auf den Rat von anderen Leuten so ohne weiteres vertrauen, so gut der auch gemeint ist und so schön der auch begründet wird.

klaus2008

Meister

Beiträge: 2 656

Geschlecht: Männlich

3

11.11.2017, 14:33

Hallo!

Vielleicht wäre antiX Linux eine Alternative zu Ubuntu.

Gruß
Klaus

Beiträge: 29

Geschlecht: Männlich

4

18.11.2017, 17:17

@ pit234a

D A N K E !!!

... ich werde darüber nachdenken, mich sachkundig zu machen!

(Kleiner "Seitenhieb":
Die aktuelle Linuxzeitschrift mit der "neuen" Knoppix-DVD habe ich heute auch in Händen gehabt - es hat mich große Überwindung gekostet, diese Zeitschrift zurück zu stellen ... )

... Ach ja - ich habe da noch eine "Beichte" abzulegen:

Ich habe das von mir installierte Knoppix 8.1 durch XUBUNTU 16.04 ersetzt !

Wie sagt der gebildetet Hesse so schön: "ES FUNZT RICHTIG GUT!!!!"

Soweit von mir - bleit mir nur noch euch allen zu DANKEN und euch ein tolles Wochenende zu wünschen!!

LG aus Bääärlin!!

Helmut

Beiträge: 29

Geschlecht: Männlich

5

18.11.2017, 17:22

... Ergänzung ...

@ all

DANKE für Eure Hilfe!!

... eine Ergänzung zu den technischen Daten des Netbooks:

Es ist definitiv eine 32bit-Maschine! Sie kann einen externen Bildschirm "versorgen" geht echt gut - hat allerdings einen "alten" Anschluß ...

... für meinen (guten) Bekannten, der sich aufgrund seiner beruflichen Situation nicht unbedingt einen neuen Rechner leisten kann, ist ein einfach zu handhabendes LINUX angesagt, da er noch mehr USER ist als ich und bis dato IMMER Windows-Betriebssysteme nutzte ...

LG! Helmut

pit234a

Fortgeschrittener

6

18.11.2017, 19:11

Vielen Dank für die Rückmeldung.
Das passiert leider viel zu selten und mich interessiert es wirklich, wie dann jemand sich entschieden hat und die Geschichte weiter ging.
Halt uns mal weiter auf dem Laufenden.
Bye.

Beiträge: 29

Geschlecht: Männlich

7

19.11.2017, 20:07

Ein Versprechen

@ all

Ja, ich werde euch auf dem Laufenden halten - ist ein Versprechen (und kein Versprecher).

LG! Helmut

Beiträge: 29

Geschlecht: Männlich

8

19.11.2017, 20:26

... Bemerkung ...

@ Klaus 2008

Danke für deinen Link zu antiX !

Das ist aber wohl eher etwas für Linux-Könner.

Ich bräuchte ein Linux für "Umsteiger von Windows", weil nichts anderes auf der Maschine läuft.
(Gekauft habe ich das Netbook mit einem EXTREM STARK ABGESPECKTEM Windows XP.)

Ich schaue mir mal "LUBUNTU" und / oder "XUBUNTU" an - ob die sich auf USB-Stick kopieren lassen, von dem ich dann installieren kann.

LG! Helmut

ubuntuli

Fortgeschrittener

Beiträge: 394

Geschlecht: Männlich

9

20.11.2017, 23:00

Hallo Helmut-aus-Berelin
1997 hatte ich mal Linux Susu probiert. War mir dann zu kompliziert weil ich noch keine Ahnung von Linux hatte. Zurück zu Windows. 2006 Probierte ich Knoppix neben Windows. 2010 hatte ich Ubuntu auf einer zweiten Festplatte. Knoppix neben Windows war sehr praktisch denn mit Knoppix konnte ich defekte Windows Dateien wieder reparieren wenn Windows abgestürzt ist. 2014 habe ich Windows endgültig gelöscht. Dann kam natürlich wieder Knoppix rauf. daneben Ubuntu.
Für einen Umsteiger von Windows zu Linux empfehle ich Knoppix. Später kannst Du LUBUNTU, XUBUNTU oder UBUNTU installieren.
Wie Du ?BUNTU parallel neben Knoppix installierst kann ich dir erklären.

pit234a

Fortgeschrittener

10

21.11.2017, 09:12

ich sagte irgendwo schon mal, dass es desto mehr Ansichten zu diesem Thema gibt, umso mehr Leute man dazu befragt.

Es ist ja nicht so, dass Knoppix, Ubuntu oder SuSE irgendwie eine finale Entwicklung seien.
Knoppix ist eine Präsentation und kann Nutzern ohne jegliche Erfahrung zeigen, was so gehen kann.
Ubuntu und viele andere Distributionen sind dann für Einsteiger, die sich auch etwas tiefer mit dem System befassen wollen. Ein Endanwender kann hier stehen bleiben und viele werden das auch, es kann aber auch die Basis für ein besseres Verständnis sein und in Systemen münden, wie etwa Arch-Linux, die dann doch nochmal wesentlich größere Freiheiten mit sich bringen oder schließlich sogar, wie die großen Vorbilder in der Szene das ja tun, Systeme vollkommen selbstständig und aus den Quellen zusammen stellen, ohne sich an die Schürze irgendeiner Distribution zu klammern.
Die Freie Welt ist wesentlich bunter, als UBUNTU. Es gibt da sehr viel mehr zu finden.

Zwei Systeme nebeneinander konnte ich noch nie so richtig nachvollziehen. Man kann sie ja nur alternativ nutzen und das ist gar nicht bequem. Wenn man ein zweites System unbedingt für irgendwas braucht, bieten sich dafür Virtuelle Maschinen an, die man innerhalb des laufenden Systems starten und benutzen kann.
Mit einem Knoppix vom Stick hat man immer sehr bequem ein alternatives System zur Hand, wenn man so etwas denn mal brauchen sollte und muss da nicht noch extra was installieren.

Oje. Wie soll sich da jemand zu Recht finden, wenn jeder einen eigenen Weg für sich gefunden hat und sich deshalb die Empfehlungen so gar nicht ähneln?
Das ist vielleicht eines der großen Probleme für einen Neuling in der Freien Welt überhaupt. Es gibt unüberschaubar viele Wege und es stehen sehr viele Möglichkeiten zur Wahl. Man muss erst die notwendige Kompetenz erlangen, um eine gute Wahl für sich treffen zu können. Das passiert nicht beim ersten Versuch. Man muss viel probieren und investieren, wenn man wirklich für sich selbst eine passende Lösung finden will. Man kann auch mit der ersten Distribution schon glücklich werden. Viele sind damit glücklich, in einem OS-X oder Windows gibt es diese Wahlmöglichkeiten ja gar nicht und viele benutzen es enthusiastisch.

ubuntuli

Fortgeschrittener

Beiträge: 394

Geschlecht: Männlich

11

21.11.2017, 19:19

Hallo pit234a.
Suse, Ubuntu und alle Nachfolger Versionen einschließlich Knoppix Basieren auf Linux. Bis 1979 gab es nur UNIX. Seit 1980 gibt es LINUX. Seit 2005 kenne ich UBUNTU 5,10. Seit 2006 KNOPPIX 6.1.
Knoppix war von Klaus Knopper nur als Demo gedacht. Seit 2006 kenne ich Knoppix 6.1 auf CD im Handel zu kaufen. Seit dieser Version gibt es die Möglichkeit Knoppix auf HDD zu Installieren.

Damals 2006 gab es keine USB Sticks mit Knoppix zu kaufen. Also musste ich Alternativen suchen. Ich habe auf Windows einen Partition Manager installiert und Laufwerk C:/ um etwa 14GB verkleinert. Auf den freien Speicher habe ich Knoppix installiert.

pit234a

Fortgeschrittener

12

21.11.2017, 23:24

@ubuntuli
ich meine zu verstehen, was du sagst, glaube aber gleichzeitig, dass das so nicht stimmt oder nicht gesagt werden sollte.
Es gibt ganz gute Artikel in Wikipedia, die du dir dazu mal durchlesen solltest. Geschichte von Unix und Linux und GNU und auch über den Namensstreit darum.
Weder Linux noch Unix sind wirklich eindeutig besetzte Begriffe und sie müssen jeweils erklärt werden.

Linux ist ein Kernel und der entstand Anfang der 90er und wurde schließlich von seinem Schöpfer unter die GPL gestellt, was im Grunde genommen irgendwie auch natürlich war, weil Linux Torvalds bereits Teile aus dem GNU-Projekt benutzt hatte (den C-Compiler und noch einige weitere). Das GNU-Projekt war von Richard Stallman so etwa ab Anfang der 80er gedacht und ab etwa 84 realisiert worden. Du solltest dir hierzu den Artikel in Wikipedia als Ausgangslektüre mal durchlesen. Die Gründung dieses Projektes ist die wichtigste Entscheidung für Freie Software überhaupt gewesen und wir alle haben dem so verdammt viel zu verdanken. Das GNU-Projekt hatte auch einen Kernel geplant, HURD, diesen aber nicht zu Beginn der Neunziger schon fertig. Um diese Zeit, ebenfalls seit etwa Ende der 80er, gab es einen zunehmend heftigen Rechtsstreit um BSD und UNIX. UNIX war ein Name, denn man bei AT&T für ein Betriebssystem benutzt hatte. Dieses wurde bei AT&T, bzw nun Bell, eigenständig weiter entwickelt und verkauft, gleichzeitig war aber auch eine Version an die Universität von Berkeley gekommen und dort weiter entwickelt und verbreitet worden, eben als BSD. Es war zu Anfang der 90er noch unklar, wie der Rechtsstreit enden würde und Stallman hatte großes Interesse daran, sein GNU, was ja ein Freier Ersatz für Unix sein wollte, fertig zu bekommen und zu verteilen.
Wenn man Unix in dem Sinne sagt, wie ich das bisher getan habe, dann meint man auch genau den Teil daraus, der GNU entspricht. Dabei hatten aber alle fertigen Unix-Systeme auch immer einen Kernel dabei, der aber nur selten einen eigenen Namen hatte oder zumindest gar nicht weiter erwähnt wurde. Ein Kernel ist sicher sehr wichtig für ein Betriebssystem, aber derart selbstverständlich, dass bis heute kaum jemand den Kernel von OS-X mit Namen nennen kann oder den eines Microsoft-Systems und auch bei vielen anderen Systemen, wie meinem FreeBSD gibt es einfach keinen eigenen Namen für den Kernel.
Als sich nun Linux zu GNU gesellte und so ein Ersatz-Unix für die 386er Plattform verfügbar war, da machte man sich zunächst nicht so viele Gedanken um den Namen des Systems. Linux passte ganz gut, es war der letzte Teil, der hinzugekommen war und es erinnerte irgendwie an Unix und es war ein griffiger Name. Linus Torvalds war eine gute Gallionsfigur und wurde oft direkt dem "Antagonisten" Bill Gates gegenüber gestellt. Stallmann blieb den meisten Interessierten zu radikal und in seinen Vorträgen zu akademisch.
Da ich selbst wenigstens drei oder vier Linux-Systeme mit busybox benutze, erkannte ich schon früh den Sinn darin, nicht einfach alles nur Linux zu nennen. Der Teil, also der Kernel Linux, ist wirklich der unwichtige Part. Der Unterschied liegt in GNU oder busybox, also dem eigentlichen unix-ähnlichen System darüber.
Mein FreeBSD zum Beispiel ist wieder vollkommen anders und enthält gar kein Linux und ein eigenes unix-artiges System, in das auch Teile von GNU eingeflossen sind. Auch OS-X oder DragonFlyBSD oder OpenBSD oder die anderen BSDs oder Solaris oder... enthalten gar kein Linux, aber unterschiedlich viel GNU oder Teile von BSD.
Unix ist eine Art Oberbegriff für alle diese Systeme und zwar meist alle ohne Linux drin, aber manchmal auch mit diesen gemeinsam. Gleichzeitig ist es ein Markenname für ein geschütztes Produkt und heute liegen die Rechte wohl bei der OpenGroup, doch im Laufe der Zeit hatten viele Firmen Rechte erworben, unter anderem auch Siemens und SCO und Microsoft.
Es ist sicher besser, nicht von Unix zu sprechen und auch nicht von Linux. Beides ist eigentlich immer etwas anderes, als was man damit meint.

Außer den busybox/Linux Systemen findet man fast immer nur GNU/Linux. Es gibt aber auch andere Paarungen. So findet man heute zB etwas, das nennt sich GNU/kFreeBSD und ist ein GNU, auf einem Kernel aus FreeBSD (der ja keinen eigenen Namen hat) oder auch ein GNU/HURD, denn der Kernel des GNU-Projektes ist inzwischen auch fertig gestellt worden und verfügbar. Ob diese Versionen aktiv entwickelt werden, beobachte ich nicht. Ihre Existenz hat für mich eher beispielhaften Charakter und zeigt, wie wichtig die kleinen Unterschiede im Namen sind. Denn, man sieht es dem System nicht an, welcher Kernel darin arbeitet. Man sieht nur GNU und das ist nun mal ziemlich gleich.

In GNU/Linux kann kombiniert werden. Man kann das gleiche GNU weiter benutzen, aber einen unterschiedlichen Kernel darunter setzen, zum Beispiel eine andere Version von Linux. In FreeBSD geht das nicht. FreeBSD kommt als System aus Kernel und Userland (der Unix-Schicht, dem Pendant zu GNU) und ist immer nur komplett und am Stück zu haben. Eine neue Version meint nicht nur eine neue Kernelversion, sondern immer komplett FreeBSD.
In der Linux-Welt nehmen nun die Distributoren irgendeinen Linux-Kernel und packen dort GNU dazu. Außerdem bauen sie sehr oft zusätzliche Module mit ein und erweitern so den Kernel, meist um irgendwelche HW besser unterstützen zu können. Es kann also sein, dass sich Distributionen tatsächlich schon ganz tief unten, im Linux, deutlich unterscheiden. Wir merken das nicht, außer, wir haben gerade eine bestimmte HW, die genau auf eine solche Erweiterung angewiesen ist. GNU ist quasi immer gleich und die zusätzlich benutzte Software wird ja nur gesammelt und nicht von einer Distribution selbst entwickelt.
Die zusätzliche SW ist auch bei FreeBSD und anderen Freien Systemen nicht anders. LibreOffice ist LibreOffice und wird von keiner Distribution entwickelt, sondern benutzt.

Das alles kann man auch selbst machen, also ohne die Hilfe einer Distribution, die erst alles zusammen stellt.
Mann Linux downloaden und kompilieren, die einzelnen Teile von GNU, zusätzliche SW und so weiter. Sein eigenes System zusammen bauen. Also, man kann das natürlich nur, wenn man das auch kann, ansonsten ist das natürlich nur ein könnte. Linus Torvalds macht das zB so und spricht sich oft öffentlich gegen Distributionen aus. Er fürchtet ein wenig, dass durch Distributionen zu viele Leute angelockt werden, die die Freiheit von Freier Software falsch verstehen und nicht würdigen können, die immer mehr wollen und immer größere Ansprüche stellen, aber sich nicht an der Entwicklung beteiligen. Das ist eigentlich eine Befürchtung von Stallman. Torvalds gebrauchte sie mal in einem Interview, aber ich glaube, dass er hauptsächlich sein eigenes System aus Quellen baut, weil er das kann und es einfacher für ihn ist, als nach einer passenden Distribution zu suchen. Nunja, aber was weiß ich denn schon, was andere Leute denken?

Knoppix ist nicht zum Installieren gedacht, auch, wenn diese Funktion zur Kopie des entpackten Systems vorhanden ist.
Ich erkläre mir das so, dass es einen Wunsch danach gab, um einfach ein Entwicklungssystem für ein neues, eigenes Knoppix zu erhalten. Also, was man oft auch als Remastering bezeichnet. Wieder ein neuer und mehrdeutiger Begriff. Das neue Knoppix 8.1 bringt eine neuartige Remastering-Funktion mit und lässt ein neues, gepacktes Knoppix aus einer laufenden (also individuell angepassten) Sitzung erstellen. Das ist super cool, aber probiert habe ich das noch nicht. Vor dieser Funktion musste man quasi ein entpacktes Knoppix haben, es irgendwo "installiert" haben und genau dafür ist die HD-Installation bestens geeignet. Sie übernimmt ja dabei ebenfalls die aktuellen Änderungen und Einstellungen aus einer laufenden Sitzung.
Man kann Knoppix "installieren". Ich habe das nicht erst hier probiert. Meine Tochter erklärte mir erst am Wochenende, dass ich sie schon mal solch ein System zur Übung auf einen PC hatte installieren lassen. Jahre her, ich hatte das vergessen, aber ein Neffe sagt, ich hätte ihm sogar einen derartig eingerichteten PC geschenkt, ein 286er. Also, als Knoppix noch eine CD war und deutlich weniger Pakete enthielt, als heute. Warum ich damals Knoppix genommen hatte, weiß ich natürlich nicht mehr. Wenn ich schon den Umstand an sich vollkommen vergessen hatte, ist das ja logisch. Vielleicht, weil ich mich nicht erst mit einer Linux-Distribution befassen wollte und die damals ja auch noch nicht Live funktionierten und so super einfach zu installieren waren, wie heute. Keine Ahnung.
Es kann unterschiedliche Gründe dafür geben.
Aber man kann das nicht ernsthaft empfehlen und als Arbeitssystem anbieten. Das wäre der falsche Weg, um sich in die Materie einzuarbeiten und den Umgang mit einem System zu erlernen.
Ich bin ziemlich sicher, dass ich verschiedene GNU/Linux (unter anderem auch ein SuSE) 2006 schon von USB-Stick hatte laufen lassen. Gerade Linux war da gut geeignet. Mein Fileserver ist etwa zehn Jahre alt und läuft mit FreeBSD vom Stick. Wann ich Knoppix zum ersten Mal auf einen USB-Stick gelegt hatte, kann ich nicht mehr sagen. Ich glaube, dass es vielleicht Knoppix5.x gewesen ist. Ich meine, dass es die Version war, die ich wohl am meisten benutzt hatte und jedenfalls lange Zeit auch als (Notfall)-CD immer in der Tasche hatte und ich meine, dass ich nicht mit dem bequemen Flash-Install begonnen hatte, sondern das irgendwie anders gemacht hatte. Doch, was nutzt es zu grübeln? Tut ja eh nicht viel zur Sache.

Du hast es anders gemacht und einen anderen Werdegang und der ist genauso berechtigt, wie mein eigener und dass du daraus andere Empfehlungen ableitest, wie ich, ist doch vollkommen normal und dass ich versuche, die Unterschiede jeweils deutlicher herauszuarbeiten, ist nun mal meine Art, die man mir nachsehen mag.

13

22.11.2017, 09:50

Hi,

sehr zum Leidwesen der Free Software Foundation und der meisten GNU-Entwickler
hat ein anderes Linux-basiertes System das GNU/Linux an Popularitaet weit
uebertroffen. Android hat einen Linux Kernel mit hauptsaechlich Java als
Userland Software. (Aber auf C als Programmiersprache koennen auch die nicht
verzichten.)

Im erwaehnten Spektrum der GNU/Linuxe von Windows-artigen Desktops ohne
Eigenleistung des Users bis zu den Do-It-Yourself Systemen, die alles vor
Ort aus Sourcecode bauen, gibt es noch zwei Sorten zu erwaehnen:

Debian als Basisdistribution von Binaerpaketen, ohne den Drang besonders
modisch oder auch nur auf dem letzten Stand der Entwicklung zu sein.
Es wird gerne als Grundlage fuer andere Distributionen benutzt, um
spezialisierte GNU/Linuxe herzustellen. Auch Knoppix holt sich die meisten
Programme aus Debian GNU/Linux.

Die andere Sorte sind die "Enterprise" GNU/Linuxe. Teilweise noch
konservativer als die "stable" Version von Debian. Mit der Moeglichkeit
viel Geld fuer Wartungsvertraege auszugeben und sich dadurch als IT Abteilung
in der Gesamtfirma respektabel zu halten. (Was nix koscht, isch nix.)


Have a nice day :)

Thomas

Beiträge: 29

Geschlecht: Männlich

14

22.11.2017, 10:20

coole Diskussion ...

@ all

Aloha aus BÄÄÄÄRLIN!

Danke an alle, die sich hier einbringen - ich finde das richtig cool!

- - > ein paar Bemerkungen meinerseits:

- zwei Systeme parallel auf dem Rechner hatte ich einmal mit Windows 2000 und dann bis vor kurzen auf meinen derzeitigen Laptop (hier habe ich bei der Installation nicht aufgepaßt und - schwubs - hatte ich zwei Betriebssysteme am Start. )
- aufgrund der beschränkten Größe der in meinem Laptop verbauten HDD (650GB) sind zwei Betriebssysteme ein Luxus, den ich mir nicht leisten möchte.
- Knoppix in jedweder Ausprägung ist und bleibt als "Rettungsanker" super (ich werde CD, DVD oder USB-Stick bevorzugen)
- für mein Netbook habe ich mich für "LUBUNTU" in der CD-Größe entschieden (der Download ist gelaufen)
- jetzt ist mein Problem : Wie bekomme ich das Betriebssystem auf den USB-Stick und kann dann das Betriebssystem von diesem auf das Netbook installieren.
- "UNETBOOTIN" wird das Programm meiner Wahl sein, mit dem ich diese Aufgabe angehe. Hier muß ich allerdings noch ein wenig lesen ...
- ich habe mich für "unetbootin" entschieden, da dieses Programm auch auf einem Linux-Rechner laufen soll (bei vielen dieser Programme habe ich immer nur gelesen "auf einen Windowsrechner installieren und dann den Stick erstellen ...").

- leider bin ich nicht unbedingt "Herr meiner Zeit" und muß mich sehr oft um andere Sachen des täglichen Lebens bemühen, daher dauert es bei mir mit der "Computerei" immer ein wenig länger ...

LG! Helmut

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