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1

25.08.2019, 19:05

Knoppix 8.2 USB Stick auf 8.6 updaten, wie gehe ich vor?

Ich habe einen Windows-Rechner, für den ich den Knoppix-Stick als Notfallhelfer bereithalten möchte (ich hatte gerade erst einen Blue screen Fehler, da hat er mir schon gute Dienste geleistet). Jetzt habe ich gesehen, dass eine neue Version 8.6 von Knoppix draußen ist, und würde gerne aktualisieren, die 8.6 .iso habe ich schon. Wie gehe ich weiter vor? Bedauerlicherweise habe ich vergessen, wie ich den 8.2 Stick erstellt habe. Ich meine, ich hätte damals eine Anleitung dazu gehabt, kann die aber nicht mehr finden. Könnte mich jemand in die richtige Richtung stupsen?
Entschuldigt die Noob-Frage!

pit234a

Fortgeschrittener

2

25.08.2019, 20:23

eigentlich gibt es gar keine Möglichkeit, tatsächlich Updates zu machen.

Nun funktioniert Knoppix so, dass es aus mehreren Teilen besteht. Abhängig davon, wie du den 8.2-Stick erstellt hattest, liegen da nun auf einem FAT32 Dateisystem die Startdateien und im MBR dieser Partition der entsprechende Aufruf der Startdatei. Wenn sich hier nichts im Vergleich zur neueren Version geändert hat (was man natürlich selten vorher weiß), kann man das halt übernehmen und einfach die beiden Image-Dateien KNOPPIX und KNOPPIX1 austauschen.
Dann sollte das schon mal booten, aber, evtl nicht funktionieren.
Es gibt auch noch KNOPPIX-DATA, die Overlay-Partition, in einem Reiserfs (standard bis 8.2, mit 8.6 weiß ich es nicht. Reiserfs ist eigentlich tot und ich verstehe nicht wirklich, warum die Macher von Knoppix so lange daran festgehalten haben). Diese Partition kann verschlüsselt sein und dann kannst du nichts anderes machen, als dein 8.2 starten und auf einem extra Medium dein Heimatverzeichnis sichern.
Ist sie nicht verschlüsselt, könntest du probieren, nun alles in der Partition zu löschen, was nicht dein Heimatverzeichnis ist. Alle zusätzlich installierten und gelöschten Programme verschwinden dann. Dann kann aber dein neues System evtl booten und alle deine Einstellungen übernehmen. Allerdings ist das absolut kein offizieller Weg, offiziell gibt es keinen Weg für einen Update und auch das eben beschriebene Vorgehen ist kein Update.

Also, eigentlich kann man nur neu machen.
Zuvor sein Heimatverzeichnis sichern, dann das neue Knoppix von DVD starten und mittels Flash-Install installieren, dabei eine Overlay-Partition anlegen lassen usw. Dann das neue System von Stick starten und die gesicherten Daten zurück-spielen, sie enthalten alle persönlichen Einstellungen (die aber mitunter nicht mehr mit neuen Versionen von Programmen funktionieren). Dann neu starten und alle Programme wieder löschen oder neu installieren, die man eben haben wollte. Am Ende evtl einen Remaster machen und sein System neu festschreiben, wenn das gewünscht wird und mit der nächsten neuen Version wieder alles neu machen.

Knoppix ist ein Live-System. Punkt. Es ist als Demo gedacht und nicht wirklich fürs Arbeiten gemacht. Deshalb gibt es keine brauchbaren Update-Strategien. Ich habe nun persönlich noch 7.7.1 im Einsatz (als Notsystem, nicht zum täglichen arbeiten) und überlege gerade, ob ich wirklich schon auf 8.6 gehen soll, weil das ja doch viel Arbeit bedeutet und mir eigentlich nichts bringt.

3

25.08.2019, 22:46

Zitat


Es ist als Demo gedacht und nicht wirklich fürs Arbeiten gemacht.

Ahso! Als Demo für was?

Zitat


die gesicherten Daten zurück-spielen, sie enthalten alle persönlichen Einstellungen

Das braucht's nicht, ich habe keine persönlichen Einstellungen vorgenommen. Ich dachte, das sei gar nicht möglich, bis ich heute etwas tiefer in die Materie eingedrungen bin.

Zitat


dann das neue Knoppix von DVD starten

Ich hatte es befürchtet. Das heißt, ich muss erst mal rausfinden, wie ich auf meinem Rechner aus einer .iso-Datei eine DVD brennen kann. Die Notwendigkeit hatte ich noch nicht.

Zitat


... mittels Flash-Install installieren, dabei eine Overlay-Partition anlegen lassen usw. ... alle Programme wieder löschen oder neu installieren, die man eben haben wollte. Am Ende evtl einen Remaster machen und sein System neu festschreiben, wenn das gewünscht wird und mit der nächsten neuen Version wieder alles neu machen. ...
ob ich wirklich schon auf 8.6 gehen soll, weil das ja doch viel Arbeit bedeutet und mir eigentlich nichts bringt.
Diese Schritte sind für mich nicht selbstverständlich, ich müsste mir das alles erst mal zusammensuchen, was man dabei beachten muss. Für mich bedeutet es also vermutlich noch mehr Aufwand als für Dich (oder viele andere hier). Damit wird zur zentralen Frage, was es bringt. Gibt's das irgendwo nachzulesen? Ich habe eine Seite gefunden, auf der die Vorzüge von Knoppix zusammengefasst sind, aber nirgends die Unterschiede zwischen der neuesten Version und der davor.

Beiträge: 681

Geschlecht: Männlich

4

25.08.2019, 23:23

Hallo.
Wie Pit234a schon schreibt ist Knoppix ein Live-System.
Knoppix ist nicht dafür vorgesehen Updates zu Installieren.
Ich hatte die V6.7 auf eine reiserfs mit linux-swap auf sdb USB und Bootloader auf sdb installiert.
Den benutze ich bis heute.

Bei allen folgenden Versionen kann der Bootloader nur noch auf sda geschrieben werden. Das bedeutet das dieser USB nur auf dem Rechner starten kann wo Knoppix installiert wurde und das der Rechner nicht mehr ohne diesen Stick booten kann.

Die 8.1 habe ich flash auf einen neuen Stick installiert. Das reicht mir völlig. Ich empfehle dir einen neuen Stick für die 8.6

5

25.08.2019, 23:45

Hm. Und wenn ich den alten Stick neu formatiere? MBR irgendwie überschreiben? Eigentlich ist ja doch kein großer Unterschied zwischen einem neuen Stick und einem Stick, den ich gewillt bin komplett zu überschreiben. Oder bin ich da auf dem falschen Dampfer?

P.S. Was ist ein(e) reiserfs? Und was zeichnet "Live-Systeme" aus? ("Anfänger" trifft es wohl bei mir)

klaus2008

Meister

Beiträge: 2 719

Geschlecht: Männlich

6

26.08.2019, 01:18

Hallo!

Auf der Seite KNOPPIX 8.6.0 Public Release gibt es einen Abschnitt "Partitions-Layouts".
Dort wird beschrieben, wie man mit einem Tool wie etcher oder rufus unter Windows eine Kopie der Knoppix-ISO direkt auf einen USB-Stick schreiben kann.
Das Ergebnis ist dann aber wie eine DVD "read only", sollte jedoch für einen ersten Bootvorgang genügen, falls der Rechner kein DVD-Laufwerk besitzt.
Das laufende Knoppix-Sysem kann dann mit flash-knoppix die übliche Installation auf einem weiteren Flash-Speicher durchführen.

Natürlich könnte man einen alten USB-Stick mit dem neuen Knoppix überschreiben. Zuvor sollt man aber folgendes bedenken:
  • Die neue Knoppix-Version könnte Fehler aufweisen, die eine sinnvolle Verwendung mit dem Zielsystem verhindern (z. B. fehlende Unterstützung für alte Hardware wie beispielsweise bestimmte Festplattencontroller oder Grafikkarten). Dann wünscht man sich vermutlich die alte Version zurück.
  • USB-Sticks haben nur eine begrenzte Lebensdauer: Kontakte könnten beschädigt werden, Speicherzellen zu oft beschrieben worden sein. Es gab vor einiger Zeit mal eine Meldung (wo auch immer...), dass einige USB-Sticks Flash-Speicher aus alten Mobiltelefonen enthalten sollen. Wie lange die dann noch nutzbar sind, kann vermutlich keiner vorhersagen.
  • Neue USB-Sticks mit 16 GB kosten unter 10 Euro im Laden.

Ein Live-System ist für mich ein System, welches ich beispielsweise von einer DVD boote und mir eine übliche Arbeitsumgebung anbietet (z. B. mit Open Office, Chrome-Webbrowser, Dateimanager). Da das System von einem Nur-Lese-Speicher gebootet wird, kann ich den Rechner neu booten und erhalte wieder dieselber Arbeitsumgebung. Benutzerdateien müssen auf anderen (Wechsel-)Datenträgern mit Schreibzugriff gespeichert werden. Es ist möglich, dass eine Live-System Aktualisierungen aus dem Internet herunterladen und im laufenden Betrieb installieren kann, jedoch sind diese Anpassungen beim Neustart wieder verschwunden.
Manche Live-Systeme bieten die Möglichkeit der Installation mit zusätzlichem Persitenzspeicher an. Dann wird üblicherweise ein USB-Stick eingesetzt, der neben der Systemsoftware noch eine Datei mit den Anpassungen enthält. Beim Systemstart überlagern diese Anpassungen die ursprünglichen Daten ("Overlay").

Das reiserfs ist ein spezielles Linux-Dateisystem. "reiser" ist die Bezeichnung, welche der Entwickler wählte, "fs" ist die Abkürzung für "filesystem". Unter Linux sind andere Dateisysteme häufiger anzutreffen: ext[2,3,4]fs, iso9660, vfat.

Gruß
Klaus

7

26.08.2019, 01:22

Lieber Klaus,
Vielen lieben Dank für Deine Mühe!

Grüße

uaid

pit234a

Fortgeschrittener

8

26.08.2019, 11:45

Ahso! Als Demo für was?


Die anderen Punkte wurden schon beantwortet, hierauf möchte ich gerne noch eingehen.
Wir bewegen uns in der Welt der Freien-Software und diese ist auch dadurch gekennzeichnet, dass es keine Vorgaben für bestimmte Entwicklungen gibt. Anders, als etwa bei MacOS, das mit einer Standard-Oberfläche daherkommt und Standard-Tastatur-Kombinationen unterstützt, kann sich der Anwender in der Freien Welt aus einer Vielzahl von Angeboten und Möglichkeiten bedienen. Es gibt Desktop-Umgebungen, die eher am Erscheinungsbild eines MacOS ausgerichtet sind, andere erinnern vielleicht an eine Version von Windows, andere ahmen den alten CDE-Style von SUN nach und es gibt ganz experimentelle Modelle, die vollkommen neue Wege entwickeln.
Ein Anwender, der sich ein System installiert, trifft seine Entscheidung für eine bestimmte Auswahl an Software(SW). Er installiert zB ein Office-Programm, ein Programm zum Brennen von CDs und so weiter und nur eine Desktop-Umgebung, wie etwa LXDE, KDE, XFCE oder wie sie auch immer heißen. Ok, vielleicht würde jemand aus speziellen Gründen auch mal zwei oder drei Brennprogramme installieren, doch ich glaube, dass mein Punkt deutlich ist.
Knoppix enthält seit einiger Zeit mehrere Desktop-Umgebungen und viele unterschiedliche Programme.
Es kann daher einem Neuling helfen, eine Entscheidung zu finden. Man kann sich all das ansehen, ohne ein System installieren zu müssen. Man kann Spielen und Testen und sehen, welche Auswahl an SW einem liegt.
Und Knoppix möchte dabei einem Anwender auch offenbar Lust auf Linux-Systeme machen, weshalb es mit solchen Gimmiks daherkommt, wie explodierenden Fenstern oder anderen 3D-Effekten, die ja das ernsthafte Arbeiten nicht gerade erleichtern. Es bietet auch eine Auswahl an SW, die Sehgeschädigten Nutzern entgegenkommen soll.
Deshalb nenne ich Knoppix immer wieder gerne ein Demo-System.
Zum ernsthaften Arbeiten würde man sich eher kein System auf einen USB-Stick installieren, klaus2008 hat schon einige Gründe dafür genannt. Wenn man sich doch dafür entscheidet, würde man nur die Auswahl an SW nehmen, die man auch tatsächlich haben möchte.
Nun, Knoppix bietet mehr SW, als ein Durchschnittsanwender sinnvoll nutzen wird, aber mehr bedeutet ja nicht, dass es dadurch unbrauchbar wird. Gerade durch die Möglichkeit, zusätzliche Daten zu speichern, also auch Programme zu installieren oder zu deinstallieren und diesen Zustand dank der Overlay-Partition über den Neustart zu erhalten, kann man es tatsächlich einfach so umgestalten, dass man damit auch ernsthaft arbeiten kann. Besonders, weil viele Programme bereits enthalten sind, die bei der Analyse eines Systems helfen können, ist es ein sehr interessantes Werkzeug, das man eigentlich immer in der Hosentasche stecken haben sollte.

Vielleicht noch einen Satz zu den neuen Versionen.
Knoppix wird erzeugt aus einem Debian-GNU/Linux. Das ist eine bestimmte Distribution, in der also Linux, GNU und viele weitere Programme angeboten werden. Alle diese Programme werden in der Freien Welt offen und ständig weiter entwickelt. Deshalb muss jeder Nutzer regelmäßige Updates durchführen, alleine schon aus Gründen der Sicherheit, aber auch, weil es eben weiter geht und neue Möglichkeiten hinzukommen. Also Klaus Knopper etwa, wird sein Debian-GNU/Linux auch aktuell halten. Von Zeit zu Zeit veröffentlicht er dann ein daraus abgeleitetes Knoppix. Knoppix selbst bietet keine Mechanismen zum Update, es ist ja ein Live-System. Damit ist jedes Knoppix immer schnell "veraltet". Für ein Live-System, das eine Demo sein will und das sehr gut als Not-System eingesetzt werden kann, ist das durchaus erträglich. Als Arbeits-System würde ich so etwas nicht haben wollen.
Ab und zu ist es aber eben angesagt, auch mal wieder eine neue Knoppix Version zu benutzen. Ganz einfach, damit man wieder ein wenig aktueller wird.

Und was die Sache mit den Sticks angeht: nachdem ich davon gehört hatte, dass da gebrauchte Chips eingebaut werden, untersuchte ich einen neuen, frisch ausgepackten Stick mal Spaßeshalber mit einer forensischen SW und fand tatsächlich eine ganze Menge Bilder, so kleine Symbole und Icons. So viele, das ich müde davon wurde und irgendwann nicht mehr weiter hingesehen habe. Es ist aber schon eine gruselige Vorstellung, dass da Bilder anderer Leute gefunden wurden, wie in dem Bericht behauptet worden war.

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