01.12.2021, 01:47 UTC+1

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Knoppix Forum | www.KnoppixForum.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

30.06.2021, 11:25

Touchpad wird in Knoppix9.2 nicht erkannt

Hallo zusammen,
ich habe einen Lenovo Ideapad Flex5 mit einem AMD Ryzen4000 und Radeon (Renoir) Graphik.

Das Modell gibt es mit einem Touchpad von Synaptics / MSFT und von Elan. Die HW-ID meines Touchpads ist: 06CB:CE2D.
Knoppix mit Kernel 5.10.10 erkennt das Touchpad nicht und unter Compiz/LXDE spinnt die Graphik, mit KDE-Desktop geht die Graphik aber erstmal. Dennoch ist der Rechner leider kaum bedienbar, es sei denn man hat immer eine Maus dabei, was aber für mobiles Arbeiten z.b. im Bus total kontraproduktiv wäre.

Das auf demselben Rechner installierte Ubuntu 20.04 mit Kernel 5.7.19 erkennt das Pad hingegen problemlos und bindet es über das
Kernelmodul i2c_hid ein. Knoppix aber findet nicht einmal die Hardware (ID) mittels hwinfo (s.u. unter 2.) und
daher klappt auch die Einbindung nicht bzw. i2c_hid sieht vermutlich was anderes.

In diesem autoritativen Thread https://bugs.launchpad.net/archlinux/+so…ux/+bug/1887190
zu diesem Touchpad unter Linux wird unter #189 das Problem auf ein fehlerhaftes Kernelmodul pinctrl-amd.ko. zurückgeführt
was unter Ubuntu wohl mittlerweile gepatched wurde und seit Kernel 5.11 auch im Kernel-Upstream sein soll.

Ich sehe momentan nur noch zwei Wege und beide wären echt arbeitsintensiv:
1. Einen neuen Kernel oder neue Module kompilieren das übersteigt etwas meine Knoppix-Fähigkeiten,
weil ich nicht weiss, was ich da alles enablen und konfigurieren soll.
2. Die Knoppix-Hardware-Erkennung hat einen Bug und man müsste das Problem da finden und lösen.

(u.U: geht das ja auch über Xorg oder vielleicht gibt es einen Kernelparameter fürs Boten)

Daher bitte ich die Knoppix-Kenner um Hilfe bzw. Vorgehenstipps wie man das Problem lösen könnte.

Danke und Gruß

Beeker/Seeker (Probleme mit dem alten Konto)

P.S.: Hier die Details 1. Ausgabe inxi -M
Machine: Type: Convertible System: LENOVO product: 81X2 v: IdeaPad Flex 5 14ARE05
serial: <superuser/root required>
Mobo: LENOVO model: LNVNB161216 v: SDK0J40700 WIN
serial: <superuser/root required> UEFI: LENOVO v: EECN20WW date: 04/08/2020

2. Ausgabe: hwinfo | grep -i touchpad:
N: Name="MSFT0001:00 06CB:CE2D Touchpad"
bus = 24, name = MSFT0001:00 06CB:CE2D Touchpad
E: NAME="MSFT0001:00 06CB:CE2D Touchpad"
E: ID_INPUT_TOUCHPAD=1
E: ID_INPUT_TOUCHPAD=1
E: ID_INPUT_TOUCHPAD=1
Model: "MSFT0001:00 06CB:CE2D Touchpad"
Device: 0xce2d "MSFT0001:00 06CB:CE2D Touchpad"

2. ist die Info unter Ubuntu, Knoppix gibt hier nichts aus.P.P.S.: Das englische Forum unter knoppix.net ist fast nie erreichbar, es sieht so aus als wäre das ständig down.
Wenn das aber ein DNS-Problem ist wie und wo stelle ich den richtigen DNS unter Knoppix ein und welches ist der richtige DNS?

Dieser Beitrag wurde bereits 9 mal editiert, zuletzt von »seeker« (01.07.2021, 09:34)


Beiträge: 1 144

Geschlecht: Männlich

2

30.06.2021, 23:39

Hallo. Dieses Tapping Problem kenne ich seit 2010 bei ainem Aspire bei Knoppix 6.1 bis 6.7 ich glaube bei den 7.* auch noch.
Probiere im Terminal einmalig

Quellcode

1
2
3
$ su
# synclient "TapButton1=1" "TapButton2=3" "TapButton3=2"
#

Das müsste bei jedem Start neu eingegeben werden.
Wenn das funktioniert kannst das dauerhaft einstellen mit der Datei 15x11-synaptics

Quellcode

1
2
3
$ su
# gksudo leafpad /etc/X11/Xsession.d/15x11-synaptics
synclient "TapButton1=1" "TapButton2=3" "TapButton3=2"

Enter
Bitte nicht $ und # eintippen das hat bei einem Ubuntuforum mal jemand bei einem anderen Befehl gemacht und sich gewundert das nichts passiert.

Bei einer Flash auf USB geht das auf jeden Fall bei einer Flash-Remaster bin ich mir nicht Sicher, müsste aber auch gehen.
Sorry Fehler vom Amt. Richtig ist:

Quellcode

1
2
3
#
synclient "TapButton1=1" "TapButton2=3" "TapButton3=2"
#

und Speichern ich weiß nicht mehr genau wie o.G. Enter ist Falsch das brauchst Du 2 Mal. die # über und unter dem Befehl müssen geschrieben werden.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »ubuntuli« (01.07.2021, 00:46)


Beiträge: 1 144

Geschlecht: Männlich

3

01.07.2021, 00:22

Beeker finde ich 10 Beiträge. Was passiert wenn Du dich Einloggen möchtest? Hast Du dein Passwort geändert? Kannst Du dir per E-Mail ein neues PW schikken lassen?

4

01.07.2021, 08:35

Wenn das aber ein DNS-Problem ist wie und wo stelle ich den richtigen DNS unter Knoppix ein und welches ist der richtige DNS?


Das liegt eher weniger am DNS.
Es ist nunmal so, dass Knoppix ein sehr sehr kleines Projekt ist und die Foren werden von Leuten betrieben, die vielleicht mal der Welt was gutes tun wollten, vielleicht aber auch nur eine Werbung absetzen wollen. Keine Ahnung. Das ist eher wahrscheinlich, dass die Foren über kurz oder lang einfach untergehen.

DNS bekommst du normalerweise vom DHCP-Server deines Netzes. Knoppix ist per Default ja so eingestellt, dass es Adressen bezieht und nicht voreingestellte Adressen benutzt. Anders gesagt: wenn du häufig das Netz wechselst, bekommst du womöglich häufig wechselnde DNS.
Die werden in der /etc/resolv.conf eingetragen.
Inwieweit es bei Knoppix einfach geht, hier einen zusätzlichen Eintrag dauerhaft zu setzen, habe ich nicht probiert. Das wäre eine Möglichkeit, etwa auf einen der google DNS-Server (8.8.8.8) zu setzen.


was das Problem mit dem Touch angeht, weiß ich selbst nicht, ob ich da Energie rein stecken würde. Also nicht mal, wenn ich selbst betroffen wäre.
Knoppix benutzt ein Linux mit sehr vielen Optionen direkt hinein kompiliert. Zusätzlich können Module geladen werden und afaik ist Linux hier nicht so genau und akzeptiert auch solche Module, die nicht zum eigentlichen Kernel passen. Aber wie man dabei vorgeht, ein bereits vorhandenes Modul durch ein neues zu ersetzen, weiß ich nicht und müsste da viel lesen und probieren. Da muss man sich immer fragen: ist es das Wert?
Für mich ist die Antwort: nein.
Ich warte einfach die nächste Knoppix-Version mal ab und sehe, ob es dann geht. Und so lange kann ich vielleicht was anderes benutzen und du hast da ja offenbar auch ein Ubuntu im Einsatz.

EDIT: kopiert durch kompiliert ersetzt

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »pit234a« (01.07.2021, 18:24)


5

02.07.2021, 07:50

Hallo ubuntuli,
Ich kann mich jetzt wieder anmelden da ich einen alten Email-Account reaktivieren konnte.

danke für Deine schnelle Hilfe. Ich bin immer wieder begeistert wie prompt und schnell hier jeder Beitrag kommentiert wird, da kenne ich ganz andere Foren.

Wenn ich das hier eingebe:
synclient "TapButton1=1" "TapButton2=3" "TapButton3=2"


kommt "No synaptics driver loaded" was die Vemutung bestätigt das der Kernel das Touchpad gar nicht erst erkennt und es für Xorg daher wohl nicht existiert. Das liegt lt. dem Ubuntu-Thread an einer falschen Belegungsmatrix der Pins im AMD-pinctrl-Kernelmodul bei Kerneln <5.11, das Touchpad ist über den I2C-Bus angebunden und da wird irgendwas anderes durch verdeckt, also eine fiese Kombination aus ET und IT, mir raucht bereits der Kopf (-:

Ich werde mir jetzt mal das Ubuntu-Kernel-Modul herausfischen und schauen ob ich das dem Knoppix unterjubeln kann. Wenn das nicht klappt werde ich doch mal nach debian Anleitung einen Kernel 5.11 kompilieren, irgendwann muss man das mal lernen um auf den nächsten Level aufzusteigen, sagen jedenfalls die Jungs bei Gentoo.

Ich berichte Euch dann mal das Ergebnis,

Gruß
Beeker

6

02.07.2021, 09:57

sagen jedenfalls die Jungs bei Gentoo.


ja, die nun wieder...
Vor einigen Jahren glaubte ich das auch immer noch, dass ich unbedingt einen eigenen Kernel brauche und besonders in FreeBSD ist das auch lange Zeit noch gut begründbar gewesen, weil nämlich nicht so viele zur Laufzeit ladbare Module vorhanden waren.
Das hat sich geändert und außer, dass man vielleicht ein wenig Platz sparen könnte, gibt es eigentlich keinen Grund mehr, einen eigenen Kernel zu wollen.

Außer natürlich man benutzt Linux ;)
Das Problem bei Knoppix ist aber, dass es zur Bootzeit zunächst busybox mit Linux benutzt. Dabei hat busybox keinen eigenen Kernel, es nutzt den vorhandenen Linux(64) und nun ist es natürlich ziemlich lästig, wenn während der HW-Erkennung erst noch Module geladen werden müssen und dann evtl wieder entladen und vom späteren GNU/Linux wieder geladen und so weiter. zB NTFS-Unterstützung. Das ist in Knoppix seinem Linux fest ein kompiliert und das ist sicher nicht unbedingt üblich. Es hat aber den Vorteil, dass dann zur Bootzeit auch NTFS-Systeme bereits durchsucht und eingebunden werden können und somit Knoppix auch auf einem NTFS liegen darf.

Jedenfalls hatten wir auch erst letztens hier einen Fall, wo in Knoppix verwendetes busybox veraltet war und deshalb keine NVME-Geräte gefunden wurden. Dies nur als kleinen Hinweis darauf, wie verzahnt das hier abgeht.

Als ich zuletzt mit Linux-Kerneln spielte (vor etlichen Jahren) gab es da keine Versionskontrolle, wie sie in FreeBSD üblich ist. Also in FreeBSD kann ich nicht ein Modul von FreeBSD-11 in FreeBSD-12 einbauen. Deshalb sollte es gelingen, zusätzliche Module in Knoppix einzubauen und ich meine mich auch zu erinnern, dass automatisch das Modul-Verzeichnis durchlaufen wird und alles geladen, was dort drin steht.
Aber, ich fürchte, dass es hier Konflikte geben kann, wenn das entsprechende Modul in einer anderen Version bereits fest kompiliert geladen wird.
Aber, das wirst du dann ja sehen...

Was du auch machen können solltest...
Den kompletten Ubuntu-Linux als Knoppix-Linux nehmen. Knoppix kontrolliert(e) hier nicht, ob der angebotene Kernel passt. Es benutzt einfach den, der den passenden Namen hat und am richtigen Ort gefunden wird. Wenn nicht in Knoppix-Linux etwas fest eingeschaltet ist, was du unbedingt brauchst (Verschlüssellung, NTFS ...), sollte das auch gehen.
Es ist zumindest einfach zu testen, einfacher und schneller, als selbst einen Kernel zu basteln.

7

02.07.2021, 10:25

wurde überhaupt ein i2c_hid geladen?

manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht....

lädt Knoppix überhaupt das Modul?
Was sagt denn lsmod | grep hid ?

Und benutzt du überhaupt Win10 auf diesem PC? Evtl wäre es noch eine Alternative, das BIOS-Setting zu ändern und auf dieses Protokoll komplett zu verzichten?

Beiträge: 1 144

Geschlecht: Männlich

8

02.07.2021, 14:35

kommt "No synaptics driver loaded" was die Vemutung bestätigt das der Kernel das Touchpad gar nicht erst erkennt

lässt mich Vermuten das dein Knoppix nicht auf diesem Rechner Erstellt wurde.
Öffne mal die Datei /etc/X11/xorg.conf mit Leafpad. Findest Du dort einen oder mehrere Einträge mit InputDevice?
Ich finde bei mir keine Einträge weil mein Knoppix 8.6.1 sdb3/ und 9.1 Flash-Remaster auf einem i686 Installiert/Erstellt wurden.

Beiträge: 1 144

Geschlecht: Männlich

9

02.07.2021, 17:16

Wenn ich jetzt den Knoppix 9.1 USB auf einem UEFI Laptop Starten würde könnte mir das gleiche Passieren wie dir.

10

02.07.2021, 18:00

Wenn ich jetzt den Knoppix 9.1 USB auf einem UEFI Laptop Starten würde könnte mir das gleiche Passieren wie dir.


Das habe ich nun nicht verstanden, aber ich bezweifele, dass dies so ist.
Ob (U)EFI oder nicht, spielt für den weiteren Verlauf von Knoppix genau überhaupt gar keine Rolle.

Und dann: Knoppix funktioniert doch auch mit X, vollkommen ohne jede Overlay. Das heißt: die dort verwendete xorg.conf kann keine allzu große Rolle spielen, was Unterschiede in der HW angeht. Und das scheint mir auch so, wenn ich sie mir mal ansehe.
Desweiteren ist eine xorg.conf heute oft nicht mehr das Maß aller Dinge und wird von vielen Distributionen gar nicht mehr benutzt.
Stattdessen werden kleine Konfigurationsdateien genommen, die etwa auch in /etc/X11/xorg.conf.d liegen könnten, wenn ich mich recht erinnere, aber bei Knoppix unter /usr/share/X11/xorg.conf.d zu finden sind. Dort sind spezielle Konfigurationen hinterlegt, etwa auch für Input-Geräte, wie ein synaptic touchpad.
Also all diese Dateien sind IMMER in Knoppix vorhanden und könnten dann durch eigene ergänzt oder nach persönlichem Geschmack angepasst werden, wenn eine Overlay existiert.

Im allgemeinen sollten diese Dateien eben nicht angepasst werden.
Denn dann funktioniert unter Umständen ein Knoppix (mit eben dieser Overlay) nur noch auf einem einzigen PC und das ist genau nicht, was man mit einem Live-System normalerweise haben möchte. Das soll ja immer und überall funktionieren.
Naja, und das tut es bei mir auch für gewöhnlich und zwar recht egal, ob auf einem 32Bit oder 64Bit, auf Legacy oder (U)EFI.
Die wesentlichen Teile liegen nämlich in den unveränderlichen Bereichen von Knoppix und sind immer da.


BTW: dabei könnte ich mir vorstellen, dass tatsächlich mehr auf der DVD vorhanden ist, als auf der CD.
Also auch HW-Unterstützung.
Für sehr wahrscheinlich halte ich das zwar nicht, aber es könnte ein weiterer Grund sein, lieber doch die DVD zu nutzen.

Beiträge: 1 144

Geschlecht: Männlich

11

02.07.2021, 23:44

Das habe ich nun nicht verstanden, aber ich bezweifele, dass dies so ist.

ich könnte es beweisen wenn ich den HP-Laptop noch hätte

12

03.07.2021, 12:01

ich könnte es beweisen wenn ich den HP-Laptop noch hätte


Vielleicht stellen wir uns etwas unterschiedliches unter den Begriffen vor.
Beweisen: was?
Also, ich habe hier etwa fünf USB-Sticks, zwei mit Knoppix 861 und drei mit 91.
Sie sind teilweise unterschiedlich gefertigt und an unterschiedlichen PCs, aber alle sind Knoppix und Live.
Und ich habe hier fünf verschiedene Laptops und drei weitere PCs, darunter einige Mac-Books und IMacs und egal, ob EFI oder Legacy, ich kann alle Sticks auf allen PCs booten und habe damit keine Probleme, zumindest nicht hinsichtlich der Grafik.
Ist das ein Beweis? wofür?

Also, wenn man Knoppix von einem Datenträger auf einen anderen legt, verändert man daran gar nichts. Was angepasst wird, ist ein klein wenig Bootmagie und zwar von ISOlinux auf der CD/DVD nach SYSlinux auf einem beschreibbaren Datenträger. Das ist aber alles!
Ansonsten bleiben die Knoppix-Teile unverändert und richten sich nicht nach der HW aus, die zum Erstellen der Sticks benutzt wurde.
Dazu braucht man auch nichts zu beweisen, Knoppix funktioniert genau so.

deshalb verstehe ich nicht, was du meinst.

Beiträge: 1 144

Geschlecht: Männlich

13

03.07.2021, 17:14

Tapping-Funktion Knoppix 6.2

Lies dir bitte diesen Beitrag von dieselwiesel durch. Dort erklärt klaus2008 genau die Tapping-Funktion.
Das war bis Knoppix 7.7.1 bei meinem Acer Aspire 5742G gültig.
http://www.knoppixforum.de/knoppix-forum…x+6.2#post26942
Wenn ich eine Knoppix Flash gestertet hatte die auf meinem i686 geschrieben wurde hatte ich kein Tapping.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ubuntuli« (03.07.2021, 17:39)


14

03.07.2021, 18:45

Lies dir bitte diesen Beitrag von dieselwiesel durch. Dort erklärt klaus2008 genau die Tapping-Funktion.


ultra genau habe ich nicht nachgelesen.
Warum nicht?
Weil das 10 Jahre her ist und damals hatten wir noch HAL und noch kein UDEV in Linux.
Und weil das hauptsächlich um eine HD-Install Version ging. Das ist zwar grundsätzlich die gleiche Technologie, also Linux erkennt HW und lädt die passenden Treiber und dann wir die HW in irgendwelchen config-Dateien eingerichtet.
Aber, HD-Install ist tot!!!!
Knoppix verliert dabei alle guten Eigenschaften und es ist auch bei neueren Versionen gar nicht mehr vorgesehen.
Der Hauptunterschied ist indessen nicht so sehr, ob ich HD-Install oder Flash-Install mache, denn in Flash-Install kann ich auch alle Änderungen in einer Overlay realisieren,, der Hauptunterschied ist, dass man in diesem Thread die Live-Eigenschaft von Knoppix bewusst aufgibt und es für eine ganz spezielle HW einrichtet.
So eingerichtet taugt dann Knoppix nicht mehr als Live-System, um auf anderen PCs noch gestartet zu werden!

Ich weiß nicht, wie ich das verdeutlichen soll, es fällt mir kein gutes Beispiel ein, aber das liegt ja an mir.
Lass mich mal anders anfangen.
Was will ich in Knoppix personalisieren?
Zum Beispiel die Arbeitsumgebung, meine Drucker, meine Links, meine Mailbox usw.
Aber NICHT die Auflösung meines Monitors, die Netzwerk-IP, die benutzte Soundkarte, das benutzte Touchpad usw. Also nichts, das mit HW zu tun hat, möchte ich personalisieren, denn beim nächsten Einsatz auf einem neuen PC sind die Verhältnisse ja womöglich vollkommen anders und ganz neu.
Also, es kann spezielle Situationen geben, in denen ich etwa ein Knoppix doch immer vom gleichen PC aus benutze, die dazu führen, dass ich bestimmte Sachen hier festlegen möchte. zB habe ich ein Knoppix in einer VM auf einem PC und das starte ich ja immer nur innerhalb dieses PCs und da habe ich die Bildschirm-Auflösung und die IP festgelegt. Und zwar innerhalb der vorhandenen Overlay.
Würde ich dieses Knoppix auf einen Stick legen wollen, dann würde ich natürlich nicht diese Overlay und die gemachten Anpassungen mitnehmen wollen!
Würde ich das trotzdem mitnehmen, müsste ich mich nicht wundern, wenn anschließend dieser Stick auf keiner anderen HW mehr vernünftig funktioniert.

Oder umgekehrt: wenn ich derartige Personalisierungen in einem Knoppix vornehme, ist es ganz bewusst nicht gewollt, dass diese in einen neuen Stick automatisch übernommen werden. Das muss man ganz bewusst anfordern und das ist auch erst seit ganz neuen Versionen überhaupt möglich, Stichwort Remastering.

Aber niemals hat das etwas mit dem System zu tun, auf dem ich den Knoppix-Stick erstelle.
Also, ich mache da ja viel, was nicht so vorgesehen ist, aber die Grundlagen innerhalb Knoppix kann und will ich auch nicht aushebeln.
Nutzt man Knoppix "Bestimmungsgemäß" und ohne Sondermaßnahmen, dann entsteht immer ein Stick, der sowohl EFI als Legacy als 32Bit-CPU als 64Bit-Cpu kann und nicht für eine bestimmte HW festgelegt wurde.

15

04.07.2021, 19:49

Was du auch machen können solltest...
Den kompletten Ubuntu-Linux als Knoppix-Linux nehmen. Knoppix kontrolliert(e) hier nicht, ob der angebotene Kernel passt. Es benutzt einfach den, der den passenden Namen hat und am richtigen Ort gefunden wird. Wenn nicht in Knoppix-Linux etwas fest eingeschaltet ist, was du unbedingt brauchst (Verschlüssellung, NTFS ...), sollte das auch gehen.


Und weil ich selbst neugierig war und noch einen Knoppix-Stick rumliegen hatte....
Das erste Modul, das mit einem Ubuntu-Kernel vermisst wird, ist cloop.ko
Also, das war ein Ubuntu 20.04 und die benutzen da, soweit ich das sehen konnte, ein loop.co und nicht cloop.co und dann hatte ich auch keine Lust, nochmals Ubuntu zu starten und zu sehen, ob das Modul irgendwo liegt. Wahrscheinlich nicht. Solche Dinge kompiliert man besser direkt in den Kernel und dann, wenn cloop.ko fehlt, gelingt der Zusammenbau von Knoppix ja nicht.
Also, keine Versionskontrolle, aber spezielle Module, die das übernehmen fremder Kernel schwierig machen können.

Indessen habe ich gelesen, dass ältere Linuxe das beschriebene Problem nicht hatten.
Insofern wäre dann ein älterer Linux aus einem älteren Knoppix vielleicht auch eine vorübergehende Lösung. Ich habe hier gerade ein 861 laufen und das hat Linux 5.3.5 im Einsatz.
Könnte man einfach mal probieren.
Also, umgekehrt funktioniert das jedenfalls, wie ich eben probiert habe: auf besagtes 861 habe ich den Knoppix-Linux aus einem 91 kopiert und das bootet dann problemlos mit dem neuen Kernel, 5.10.10

16

04.07.2021, 21:45

GELÖST: Touchpad läuft (-:

Ui, da habe ich ja einen langen Thread losgetreten (-:

Hier daher nun zum Abkühlen meine Lösung des Problems wie versprochen in ausführlich mit einigen Kurzkommentaren zu Euren Ideen und Vorschlägen. Ich sitze jetzt mit einem Flens auf der Veranda, tippe das hier mit dem nun laufenden Touchpad unter Knoppix und es ist ein cooles Gefühl, sich einreden zu können, wieder einen Grad aufgestiegen zu sein.

Das folgende habe ich nun über Knoppix/Debian gelernt:
--> Einen anderen als den debian/Knoppix-Standardkernel 5.10.10-64 (z.b. einen 5.1X.YY von Ubuntu) einbauen ist super-wacklig und geht stark in Richtung Frankendebian, es gefährdet auf Dauer alle weiteren Tool-Installationen. Habe ich also nach zwei Experimenten mit selbst kompiliertem Debian-Kernel gelassen, knoppix hing sich jedesmal beim Booten auf und der Stick musste neu beschrieben werden.

--> Besser ist es, einfach die betreffenden Kernelmodule (sind ja eigentlich nur Treiber) z.b. gegen neuere Module von Ubuntu oder Arch auszutauschen. Dabei wird zwar der Kernel "tainted" aber damit kann ich leben er wird ja eh nicht neu kompiliert sondern später sowieso durch ein Knoppix-Update komplett ausgetauscht.

-- Das schuldige Kenelmodul war wie oben vermutet "pinctrl_amd.ko" in alter Version, was aber bei Knoppix gar nicht dabei ist. Dieses Modul bedient den an den AMD-Chip angebundenen I2C-Bus. Das Modul hatte aber bis vor kurzem einen "Fehler", ein GPIO-PIN war falsch konfiguriert (wie Bastlern vom Raspberry bekannt, Lesen statt Schreiben) sodass neuere Touchpads nicht erkannt wurden. Erst seit ca. einem halben Jahr gibt es ein gepatchtes Modul (also quasi einen richtig funktionierenden I2C-Treiber für Touchpads bei AMD-Architektur).
Dieses Modul existiert in Knoppix nicht, für den I2C-Bus gibt es nur Intel-Module. Dadurch hat i2c_hid keinen "Kunden" und wird auch gar nicht nachgeladen, ein lsmod| grep -i i2c hat bei dem Laptop nichts ergeben.

ALSO ist die Lösung:
1. Quellcode für pinctrl_amd.c aus dem 10.10er-Kernel-Source herunterladen oder aus dem Ubuntu-Link oben #189 (https://bugs.launchpad.net/ubuntu/+sourc…90/comments/189) herunterladen.
2. Mit make kompilieren, klappte sofort, nur make install gabs nicht als Target.
Daher noch:
3a. Das neue Modul amd_pinctrl.ko nach /lib/modules/5.10.10-64 kopieren und
3b. Mit "depmod -a" dem Kernel bekanntmachen.

Nach einem Reboot lief dann das Touchpad dennoch nur bei jedem dritten Start. JETZT wird aber auch i2c_hid.ko aktiviert.
Das war also nur die halbe Miete, denn auch das Kernelmodul i2c-hid.ko war falsch eingestellt,
es muss im polling-Mode betrieben werden. Schuld ist (wie sollte es anders sein) Microsoft, die eine Spezifikation für "hochpräzise" Touchpads (MSFT-Modelle) erzwungen haben, wobei diese aber gar nicht hochpräzise sind sondern nur konform mit dem Windows-Treibern laufen sollen und daher erwarten neuere Touchpads diesen polling-Mode.
4. Es fehlte also nur noch der Kernelparameter (Cheat-Code): i2c-hid.polling_mode=1, den ich in syslinux.cfg nacheingestellt habe.

Und seitdem läuft das alles wie geschmiert. Das Tappen lief auch sofort, konnte man direkt unter KDE einrichten. Zur Sicherheit habe ich in der .bashrc oder was ihr sonst so für Eure Shell als dotfile benutzt nochmals das i2c-hid-Modul raus und mit dem Parameter polling-mode=1 wieder reingeladen, ist aber wahrscheinlich unnötig.

Hört sich nach ganz viel Recherche an und ist auch ein fieses Ding aber eigentlich steht alles in einem einzigen Riesenthread (mit 417 Kommentaren), den man nur mal zu Ende lesen musste. Ich habe dabei ganz viel interessantes über Hardwaredetektion im Kernel gelernt also war die Zeit gar nicht so vertan wie es klingt. Meine neue Waffe ist: "watch -n0 cat /proc/interrupts" damit kann man mit seinem Rechner herumspielen und sieht sofort, was der Kernel an Interrupts mitbekommt, welche Module also aktiv sind.

Ich hoffe, meine Lösung hilft allen, die diese neuartigen MSFT Touchpads in ihren neuen Kisten bekommen werden.
Und @Klaus, ich habe immer noch nicht verstanden, warum es keinen AMD-Zweig in den pinctrl-Kernelmodulen unter debian oder Knoppix gibt.

Zum Schluss nochmal Danke für die vielen Denkhilfen.

Dieser Beitrag wurde bereits 17 mal editiert, zuletzt von »beeker« (05.07.2021, 10:43)


Beiträge: 1 144

Geschlecht: Männlich

17

05.07.2021, 13:17

Nach erfolgreicher Namensänderung seit meiner letzten Aktivität 11.2015 bin ich seit Gestern wieder im debianforum.de
Klaus Knopper benutzt Debian Module.
Vielleicht findest Du was im Wiki unter AMD, AMD64
https://wiki.debian.org/DebianDevelopment
Vielleicht kannst Du deine Lösung dort als Beitrag im Wiki Schreiben.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »ubuntuli« (05.07.2021, 16:42)


18

05.07.2021, 17:33

"Vielleicht kannst Du deine Lösung dort als Beitrag im Wiki Schreiben."
Danke für den Tipp, aber mir reichen da eher wenige Foren, Arch/Gentoo-Forum ist einfach unschlagbar vom KnowHow und ubuntuusers.de ist im Kontrast sehr angenehm deutsch und dieses knoppixforum hier macht auch viel Spass weil ein genialer Entwickler immer wieder Linux so ausreizt das Windows nur Staub sieht und viel ausführliche Hilfe ganz schnell kommt, schau Dir nur mal diesen Thread an (-:
Debianforum ist sicher auch interessant aber meine Lösungen können da grundfalsch sein, allein weil systemd unter debian überall reingrätscht, erst recht in der boot-Phase und bei der Aktivierung von Kernelmodulen. Ich habe das echt hassen gelernt, mit keiner Linux-Komponente habe ich soviel Zeit verloren wie mit systemd.
Knoppix ist für mich eigentlich eine perfekte Lösung für meine Einsatzfälle (ganz viel unterschiedliche Rechner-Hardware bei meinen Schulungen und Freunden, Daten und Tools immer dabei, Sicherheitsniveau frei wählbar, extrem flexibler Einsatz, eigentlich das perfekte Schweizer Taschenmesser), es entsteht zwar aus debian aber das wohl nur der SW-Vielfalt geschuldet, debian selber ist mir eher suspekt mit dem "dark systemd" im Hintergrund.
Wenn ich mal ein Linux direkt auf einem Rechner installiere nehme ich meist Ubuntu um die Probleme mit neuer HW schnell zu erkennen und wechsle dann auf (Überraschung) Slackware, das System mit der absoluten Freiheit für SW-Entwickler, beliebig wählbare Aktualität, Stabilität und Sicherheit. Völlige freiheit von systemd und läuft und läuft und läuft. Neugierig bin ich noch auf BSD da hat Pit mir mit NomadBSD echt den Mund wässrig gemacht.
Aber nachschauen tue ich auch im debian-Forum gerne, habe Dich auch schon gefunden und wünsche Dir viel Spaß da (-:

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »beeker« (05.07.2021, 17:49)


19

05.07.2021, 18:28

Arch/Gentoo-Forum ist einfach unschlagbar vom KnowHow und ubuntuusers.de ist im Kontrast sehr angenehm deutsch


ja, so halte ich das auch.
Und ohne zu werten: systemd IST für mich auch ein Grund, mich nicht mehr mit aktuellem GNU/Linux zu befassen.
Natürlich kann ich das rein pragmatisch sehen und einfach eine der vielen Distributionen hernehmen, auf einen Rechner spielen und so nutzen, wie das eben kommt. Aber dann könnte ich mich auch an Mac-OS oder Win10 gewöhnen. In fact: derzeit arbeite ich im Home-Office den kompletten Tag mit Win10 und das geht auch...
Wenn ich aber dann auf meinen privaten PC umschalte, sehe ich die Unterschiede. Also, Unterschiede nicht am System, aber an der Bedienung und Arbeitsgeschwindigkeit und das hat damit zu tun, dass ich mich über ein Jahrzehnt an "meine Umgebung" gewöhnt habe und auch damit dass ich sehr viel mehr Tastatur einsetze, als unter Win10.
Da möchte ich natürlich privat nicht davon weg. Also, OpenSource ist mir sehr sehr wichtig, aber eben auch, dass ich nicht unendliche Klimmzüge machen muss, um meine gewohnte Arbeitsumgebung her zu stellen und da kommt eben systemd mit ins Spiel. Ich verstehe es nicht, kapiere nichts, müsste viel lernen und will das gar nicht.
Da ich es nicht unbedingt brauche, lasse ich es einfach.

Bei meinen Versuchen mit GNU/Linux gefiel mir an und für sich Debian immer sehr gut und ich habe auch gelesen, dass es vollkommen ohne systemd möglich ist, was Klaus Knopper ja auch zeigt.
Dann aber wieder die Frage: brauche ich das? Will ich das?
Bei mir gibt es aktuell keinen Bedarf. Oder anders gesagt: mein kompletter Bedarf an GNU/Linux lässt sich erfolgreich mit Knoppix vom Stick abdecken! Oder Neuerdings dann in einer VM auf dem Win10, das ich täglich nutze.
Dazu habe ich dieses Knoppix ein wenig "verfremdet", um erfolgreich einen Klon meiner Arbeitsumgebung zu erzeugen. Damit kann ich echt gut arbeiten. Und muss nicht viel nachdenken.


und ganz nebenbei: super, dass es so geklappt hat!

klaus2008

Meister

Beiträge: 2 818

Geschlecht: Männlich

20

06.07.2021, 02:48

nosystemd.org

Hallo!

Da wir hier unter anderem eine Diskussion der Art "systemd - pro und contra" führen könnten, erwähne ich hier die Webseite No systemd, auf der zahlreiche Distributionen ohne systemd aufgeführt werden.

Zu systemd und den anderen init-Systemen mag man eine bestimmte Meinung haben. Grundlegend bleibt aber die Erkenntnis, dass das moderne Konzept von systemd demonstriert, dass auch ein ursprünglich an und für sich primitives System wie Unix im Lauf der Jahre immer komplexeren Angriffsszenarien ausgesetzt wurde. Sobald ein Serversystem sich selbst überlassen am Internet hängt, wird es permanent beweisen müssen, dass es keine echten Schwachstellen besitzt.

Beispielsweise wird immer wieder gewünscht, dass Komponenten des Systems ergänzt oder ausgewechselt werden können sollten, ohne einen echten Neustart zu benötigen. Dabei wird dann vergessen, dass einerseits gewisse Abhängigkeiten existieren können, die erst im laufenden Betrieb entstanden sind (wer ist z. B. für die Logdateien verantwortlich?), andererseits auch unkundiges Wartungspersonal beschäftigt wird, welches mal eben eine Verbesserung durchführen soll. Eine komplexe Organisation von Zugriffsrechten und die Überwachung der gegenseitigen Abhängigkeiten verschiedenster Systemkomponenten lässt sich folglich kaum vermeiden, wenn man endlch von "root darf alles" wegkommen möchte. Ein Basisprogramm wie systemd kann in Kombination mit anderen Sicherheitskonzepten sehr gut als Supervisor dienen.

Sicherlich gibt es auch andere, äquivalente Ansätze. Der enorme Vorteil der heutigen Open-Source-Bewegung ist doch gerade, dass sich die Konzepte ordentlich vergleichen lassen und jeder auf der Basis der eigenen Anforderungen eine individuelle Wahl treffen darf. In der Debian-Community wurde bei der Wahl von systemd gefordert, für alternative Konzepte offen zu bleiben. In einigen Kommentaren (z. B. im Heise-Forum Startbereit) wird erwähnt, dass bereits vorhandenen Möglichkeiten bekannter Systemstart-Konzepte keine besondere Beachtung fanden (z. B. der parallele Start von Systemdiensten).

Kehren wir nun zu unserem hiesigen Forum zurück, in dem es um die Möglichkeiten von Knoppix (9.2) geht. Meiner Meinung nach ist der größte Mangel von Knoppix derzeit, dass das Repository auf alioth eingestelt wurde. Woher nimmt man jetzt den Quellcode für den verwendeten Linux-Kernel? Früher hätten man ihn dort finden können. Die Ergänzung des Knoppix 9.2 um eigene Kernelmodule ist so derzeit unmöglich, wenn zunächst Fehler "weggepatcht" werden müssten.

Wer das aktuelle Knoppix "out of the box" gebrauchen kann, mag mit einem Knoppix-Stick glücklich werden. Allen anderen sei empfohlen, sich nach einer besser gepflegten Linux-Umgebung umzuschauen. Knoppix kann dann als Vorbild dienen, welche Programme man installieren sollte.

Gruß
Klaus

21

06.07.2021, 10:06

Sicherheit, was ist das?

Hallo alle miteinander, da der Thread jetzt doch etwas mutiert hier nochmal etwas Erfahrung/Meinung zum Thema Sicherheit.

Ich bin da was Desktops angeht sehr bei Joanna Rutkowska, die im folgenden CCC-Vortrag ein "akzeptabel" sicheres System skizziert: https://media.ccc.de/v/32c3-7352-towards…thy_x86_laptops und das mit dem unter Ihrer Führung entwickelten Cubes OS sehr eindrucksvoll demonstriert.
Und (Überraschung) Knoppix verfolgt vom Ansatz her (selbst wenn unabsichtlich) als eines der wenigen Systeme ihre Zukunftsvision des möglichst statusfreien Rechners mit extern zu bootendem System unter Nutzerkontrolle und beachtet dass KISS-Prinzip was möglichst wenig einbruchsstellen ermöglichen kann an ganz vielen Stellen, z.b. indem es systemd draußen lässt.
Denkt man Sicherheit von der Hardware an aufwärts hoch so gibt es per definitionem keine sicheren Server, sie sind alle Spectre/Meltdown anfällig und haben diesen unsäglichen "Intel ME" Spionage-Coprozessor oder das AMD Pendant, die einzig mir bekannte noch sichere Hardware ist der RasPi3 mit seinem nicht anfälligen Prozessor ohne Intel-MurksMe und das ist natürlich nur als sehr kleiner Server einsetzbar.
Warum also als zweitbeste Idee nicht den eigenen Server immer mit sich führen, am Desktop ein statusloses nicht permanent manipulierbares Knoppix booten und nur stark E2E verschlüsselte oder völlig freie Daten (im Sinne von freier Software, Open Source reicht nicht, wie man beim Telemetriekönig VSCODE z.b. sieht) im Netz hinterlegen?
Selbst Windows kann man als sicheres System betrachten solange es NIE ins Netz darf und man der Sicherheit einer VM vertraut. Der umgekehrte Weg, ein Linux unter Windows ausführen ist sicher der maximalen Bequemlichkeit dienlich aber sicherheitstechnisch einer der größt denkbaren Witze und der absolute Kniefall vor M$.
Systemd hat eine derart unglaublich große Anzahl von z.Zt. offenen und ausnutzbaren "issues" (schaut mal auf ihrer Meldeseite nach), das ich die Worte Sicherheit und systemd nicht in einem Atemzug nennen mag,
@Klaus, und da wir schon bei Servern unter Knoppix sind, in einem anderen Thread fragte ich Dich mal ob Du zu den Entwicklungstools noch einen fertigen Jupyter-Notebook-Server per Klick zum starten hinzufügen könntest, das wäre für Lehr/Lernszenarien der absolute Traum und wesentlich moderner und unkritischer als der Telemetriekönig VSCODE. Eine Kurzanleitung zur Integration und Links auf Bedienvideos kann ich gerne beisteuern.

Dieser Beitrag wurde bereits 18 mal editiert, zuletzt von »beeker« (06.07.2021, 12:09)


Linux HardwareLinux Computer & PCs | Linux Notebooks & Laptops | Geek Shirts | Geek und Nerd Shirt Shop